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Full text of "Die Ergebnisse der Cholera-Behandlung mittelst Hypodermoclyse und Enteroclyse"

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Die Ergebnisse 

Cholera-Behandlung 

Hypodermoclyse ond Enteroclyse 

der Epidemie von 1334 in Italic:- 
Prof. Arnaldo Cantani. 



DttutKnb 
Dr. M. O. Fraenkel. 



RC 
126 
03 
1< 



Leipxfg. 

Denicke'» Verlag 



s»t -ü- 



^. 



Die Ergebnisse 



der 



Cholera-Behandlung 



mittelst 



Hypodermociyse und Enteroclyse 



während 



der Epidemie von 1SS4 in Italien 



von 



Prof. Arnaldo Cantani. 



Deutsch 
von 

Dn M. O. Fraenkel. 



-* 



Leipzig. 



Denicke's Verlag. 
l«86 



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• •• 



Vorwort des Uebersetzers. 



Angesichts tler vou Süden her noi',h immer (lritlieiiil.m ('tiolpra- 
^efolir iat ea höchst erfreulich, von dortliei' auch die Wafft? zu «r- 
halteit. mit der man d?m bisher unbesiegten Keinde zum ersten 
[die in selbsthewusster Weise eiitgee:enzutreten wa^ön darf. Die 
biH dahin mir theoretisch verthpidi^e Salzlösung uiiWr die Haut 
• Bekfiniptttng der Kinlnip.kniiiijr der '.Jewebe hat in der italie- 
cbeu Eiiidemie nunmehr ancli die l-eiierpnjbe der Praxis bt»- 
ndön; die iimnittelharen hfilsjimeii Krr'olge der unschuldigen 
Operation sind zu eben so vieleu . miabweisbai'eu Zeugen för die 
Richtigkeil der Voraussetüungeu ihres Urhebers geworden. Des- 
gleichen hat die kostbare Entdet-kung des Cholera-Miirrophyrea 
lad seiner Lebensweise durch Koch zu d(?r »icht weiuger werth- 
voiLen und durch ihre Einfachheit bisstechendeu Entdeckung gtj- 
ßltart, dass mau die Krankheit mittelst Bes|i!ilnng des Darmes mit 
ner 'ranniid'lsung Ton vom herein i; o u ]i i r e n kfmne . indem 
Ul die WeitßrentwicklnuL' des Knnmia-Bacillus an seine]- Brut- 
UtH hiimiiiL 

Hoffentlich giebt nns das laufende .Taln- nicht mehr ÜeJegen- 
leit, die in dem nachst«hendeu Berichte niedergelegten Kr- 
Wirnngen des atisv^ezeichneten italienischen Klinikers, dem wir 
ene Entdeckungen verdanken, in nächster Nähe in praxi zn prtlt'en, 
SleieJiwohl empfiehlt es sdch, ilnrch das Studium der Krankunbe« 
■ichte und der daran geknüpften Krfirtei-nugen sich darauf vor- 
cnberBiten. 



September 1885. 



Dr. Fraeokel. 



73'5 7/ 



I. 



Seit iiuiunelii- 20 .lalu'en besteht; icli auf Anwendung von 
I- Einspritzungen einer warmen alkalisclien Salzwasser-Lösung in das 
1^ Unterhautbindegewebe, als auf das einzig wahrhaft rationelle Mittel 
gegen die in Folge übermässiger Wassei-verluste bei der Cholera 
■«ntstfthende Gewebseintrockunng. Kbenso darauf, dass letztere, 
iMenn nicht die einzige, doch eine der hauptaächlichsten Todesur- 
P Sachen bei Cholera sei, 

Der leidenschaftliche "Widerstand, den jene Heümethode in 

P Neapel — einer, was Medicin betriftt, der hervorragendsten unter 

fden italienischen Universitäten - erinhr und noch heut erfährt, nach- 

Lem die G^runilsätze der modeniea Medicin und die physiologischen 

'Stadien eine breite Bahn in Italien sich gebroclien haben, erklärt 

t2Ur Genüge, warum die Hypodermoclyse in den frühem Epidemieen 

it versucht worden ist. Unsere Aerzte waren damals noch nicht 

freif genug um die Bedeutung und Tragweite einer so neuen Heil- 

Imethode zu begreifen, die sogar in der letzten Epidemie von Vielen 

Iffir zu dreist und gelalirvoll. ja geradezu für schädlich erklärt 

Ivmrde, indem man dahinter Abscessbildung , Zerstörung der Bhit- 

Ikftgelcheu durch Ueberwässerung des Blutes, Herz- und Himläh- 

IniUng und hundert andere Gebresten witterte. Dem gegenüber ist 

■ das Urtheil Anderer, welche der Methode jede Möglichkeit des 

ifolges a priori absprechen, weil die Resorption einer solchen 

Beenge Wassers in dem verlangsamten Kreislaufe undenkbar sei, 

[ — allerdings noch mild. Wenn nun noch im Jahre 1884, trotz 

Fortschrittes der Wissenschaft, es Leute gab, welche die 

E^ypodei-moclyse bei der Cholera geradezu fiii' schädlich erklärten, 

»■ ISsst sich begTeifen, dass man in den Jahren 1865 und 1873 



: ir .- .: r z zi^'iL r.znl.'-ii '-'rri^^nla^. aber infolge 
-"""— -11^-1 .::- -.^.— -r »-lUkZ irin ien Aerzre davon 
• --^^ — — *— '" - —€1^ .TL. >-i j^a»i -mem ::etalliffen 

^. . -•-- .— _-i „..--. .rünncir: zu werden. 

:..-: - «::--.'-• — " izirT'-. .i^r rr^'rii Aranken zu ver- 

-* ■ ■-- .• .-ir -1 .-■- .•*^'v*i:Li..-iit.a rierapeuiisehen 

-^ .'^'". i-rfi-r -l-'z.'.'Lr. iriu Tid/retischen Bai- 

:::: '*• i. :'^" : ruri^ -i::: "rriili.'ii iL> nachtheilig 

.^ - •" _r ..r? — zl-tcz -< iooii rs-eifeliös. dass 

- ., s" ...'-'.- Ti-r.T Ti^^-rilen in der Praxis 

r- rr-: . -z 'ji?*üj1'L inrr lof :en Erfolg von 

- . "• - j-^iiiacii: "vrirra. wird es gut 

lir zu: ier ETT-iiermnclyse ge- 

• -• - -7". izi Ol Leu JiZen von ITisser- 

^ "-. ^r lu '.'^izzrr^m rührten. Eine 

.. ■ . • - .z-T-m "^'rriiic würde man aller- 

' 'ZZ iif -in«^ Sllf:e der Cholera- 
- -. ^^rüivolvse behandelt worden 
• • . ^- izz ü-r verschiedenen Grade 
•- i.rr zi'h: zu erreichen war, 
^ -j- zi::h und meine Leute 
-.■ yi-lcE in den wenigen 
- • * -7. iro^ der Hypodermo- 
>-r*jidTissten Familien 
^~'* zZ'i 1S79. wo ich 
>. " ^70 von mir in die 
. 71' :;C des E n t e r - 

V. s • ' rr"*fentlicht habe, 
.-V » ^.v- .v.:.'h ilie Cholera 

»» ^ V - - fingen in die 

'^^- * • jv .vcvcuen. wirksam 



■N V 



■''.•. ■ " . 



. •'.\rj:eufi:img, dass 
^iv ■«* '.v-..\ ' ' -^ .^-v ..*•.• ■^■" ss-.^x;::. wenn viel- 

Ijj^u-Ui aichi ui .V... '. .V — . . V. V} ... ..v^.r die Bau- 

licarioni deir Kuu-rvvliMtv •.^::/ ..uIaciv u-.tost.. im Morgagni 
casi di vomito ilVlio occ. ibiu ISJi» 



I Einleitung. 3 

lliiii 'gebe Klappe binaas in <len Dünndarm und bisweilen 
E sogar nach Ueberwindang des Pylorns in den Miigen 
l^langen und Erbrechen böwirken kann, wie ich es in einer grossen 
PZald von Fällen und Experimenten festgestellt habe. Die Flüssigkeit 
Lnimmt diesen Weg in die Höhe nicht sowohl zufolge des Druckes 
Lder Waasersänle von unten, als vermöge der von ihr angeregten 
■ajitiperistattlschen Bewegung. 

I Die Epidemie vom .7. 1884 gab uns Gtelegenheit, auch diese 
^BeUmetbode der Cholera zu versneben. Wir konnten sie um so 
«her anf breiter Basis verwerthen, als das Enteroclysmo schon 
neit vielen Jahren ein unsern Mitbürgern gewohntes Mittel ge- 
Bworden ist, gegen welches sie keine Vomrtheile mehr hegen, die 
Ebnen (ich bedauere es sagen zu müssen, von einigen IMversitäts- 
^^rofessoren, deren Namen ich aus coUegialischer Rücksicht ver- 
nebweige) anfangs beigebracht waren, u. A. das, dass es den Darm 
fserreisse. Sicherlich hegt man nicht dagegen den Widerwillen 

■ "wie gegen Hyi)odennocly8e mit ihrer Durchbohrung der Haut und 
Ider Geschwulst, die sie unter der Haut macht, 

I Es wird also angemessen sein, auch von den Erfolgen zu 
Beprecben, die bei der Behandlung der Cholwa mit der Entert»- 
fteljxe von erwärmtem Tannin erreicht worden sind. Letztere 
HirerspricQit überdiess in der Praxis no<;h wichtiger als die Hjiiodermo- 
Irayse zu werden, aus dem einfachen Gmnde, weil sie die ÄnlängH 
Ider Cholera bekämpft nnd bei Zeiten angewendet eine wirkliche 
lAbortivcur derselben darstellt. 

■ Indem wü- die Ergebnisse der Behandlung der Cholera miltelst 
KHypudermoclyse von alkalischem Salzwasser und Enteroclyse von 
■Tannin raitt.heilen, wollen wir durchaus nicht behaupten, dass mit dem, 
Kiras geschehen und erreicht worden. Alles gethan ist. Was wir 
rbei allen Gelegenheiten aussprachen, wir wiederholen es; „Für den 
I Augenblick legen wir bloss Gewicht auf die Indicatiou df r beiden 
I 'War^t die uns die einzig ungefährlichen und logisch 
E^iebtigen zu sein scheinen, um die Cholera zu be- 
KkÄmpfeu, und sicherlich wird die Zeit die beiden 
KMetboden vervollkommenen; vielleicht nicht bloss be/tigtich 
[der Instrumente, sondern hauptsächlich bezw. der Mischung, 
■9er Dosis, leicht aucht bezw. der zu vei-wendenden Substanz 
BÄW Flüssigkeit, ferner der Zeit und des Stadiums, da 
Kuai) aie zu Hilfe zu ziehen habe. — Die Erfahrung wird das lehren.'* 




voD Andern nicht einge^hlagen worden sud. 

vir aU uistäadigv CuUe^eo Demjenigen von 

nUl zollen, der die von mis TorgezeictLseie Heu- 

>'r)>e8)iert, das» er an den von nns in ADweodaa^ 

i>'~iKlit;it«ti Aendtürimgen trifft, oder andere and wiiiE-^l 



Rimtfr« ati Ihre Klelle «etxt. 



'-"■■• 



n. 



Ergebnisse der Hypodermociyse. 

Vor Allem geben wir eine Zusammenstellung der Cholerafälle, 
welche mit H. behandelt und wie sie uns von den Collegen, von 
denen die Operation ausgeführt wurde, mitgetheilt worden sind. 



Perli . . 


. Neapel, 6 FäUe, 


3 


geheilt. 


3 


gestorben. 


Eubino . . 


» 


1 


» 


1 


r 




» 


Eeale . . 


n 


4 


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3 


77 


1 


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Ettari . . 


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8 


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3 


77 


5 


» 


Cagnetta . 


>? 


7 


7? 


5 


77 


2 


» 


Marchetti . 


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7? 


4 


77 


1 


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Eodini . . 


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4 


77 


3 


77 


1 


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Amor OSO . 


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1 


77 




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1 


4 

• 77 


Chiaradia . 


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1 


77 


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77 


1 


77 


Buonanno . . 


>? 


1 


'7 


1 


77 




77 ■ 


Marini . . , 


7? 


101 


77 


92 


77 


9 


'7 


Scervini . . 


» 


12 


7? 


8 


77 


4 


77 


Oliveti . . . 


7? 


1 


77 


1 


77 




77 


Poggi . . . 


7? 


15 


77 


9 


77 


6 


77 



Beretta e Minola im 
Hosp. d. Maddalena 15 

Montefusco, Caro und 
Bifulco in der Co- 
nocchia .... 6 

Gr. de Eenzi im Hosp. 
de' Granili ... 8 

Olivieri in Eesina, 2 

Scherillo in Castellam- 
mare 3 



77 



8 



77 



75 

77 
77 

77 



1 



77 



77 



7» 



77 



8 
1 

2 



7? 



77 

77 
>7 

77 



ErKebnliee der üjpodermncijie 



üironu in Aversa . 
De Prati, Müil. Laz. 

Genua 2 

MarroMilit.Laz. Genua 6 
De Simone Spezia . 1 
Prati Spezia ... 11 
Vivanti Treviglio . 10 



6 Fälle, 3 Geheul. 2 Gestortwi; 



236, 163. 73. 

Mithin Gehflilt: 69^,,; \ 
Gestorben: 30„„"„. 

Wie mau au!s voraustehenJer Üebersicht ersieht, sind (U^3 
sten vom Prof, Marini, Äizt an dex-Croce bianca, mit l^i>i 
demioclyse behandelt und geheilt. Er hatte sich eines wenig aof-^ 
fallenden Apparates bedient, von H. nichts erwähnt und war 
ihm dadurch gelungen, den Widerstand der Kranken wie ihreij 
Angehörigen auch in solchen Fällen zu überwinden, in denen diq 
Krankheit das Kältestadium noch nicht erreicht hatte. Dabei ancl 
die grönsere Zahl von Heilungen. 

Prof. M a r i n i theilt selbst seine 101 Fälle je nach der Schwer 
- der letztern in folgende Kategorieen: 

Fälle mit mehr oder minder schwerem Dui-ch- 
fall und Erbrechen, noch nicht einge- 

ti'etenem Kältestadium 49 

mit beginnendem Kältestadium , . 24 
mit sehr heftigem „ . . 15 

mit hochgradiger Asphysie, geheilt . 4 
„ „ „ gestorben 9 

Ziehen wir im Interesse exakter Wissenschaft und um des 
practischen Zieles willen die 49 Fälle ab, welche möglicherweise aadi 
ohne Hypodermoclyse geheilt worden wäi'en, so bleiben immer noch I 
52 schwei'e CholeraftLlle, von denen nur 9 unterlagen. Nicht ztil 
vergessen, dass diese 9 zu den 13 FäUen, die mit hochgradiger! 
Asphjiie ins Spital gekommen waren und von denen 4 noch gs-M 
rettet wurden, gehören. Der Umstand gerade, daas Marini nicht erst, f 
wie die Andern im letzten Augenblick, wenn der Zustand ein ver-l 
zweüelter war, zu der Operation als zu dem letzen Rettungsanker I 



t 



I - ' 



Die Ergebnisse 



der 



Cholera-Behandlung 



mittelst 



Hypodermoclyse nnd Enteroclyse 



während 



der Epidemie von 1SS4 in Italien 



von 



Prof. Arnaldo Cantani. 



Deutsch 
von 

Dn M. O. Fraenkel. 



> . 

r-' Leipzig. 

i. Denicke's Verlas?. 

w 1«86 



-*---- " ---"• --- -- .^-' 



Ergebt! isso der UypoUeruiocIyBB. 

Treu diese „neue, gros^B uu'l gnfabrvollö ÜiieratTö 
gewßhnlich nicht eher gestattet wurde, als bis jede andere 1 
iiniig geschwunden war und wenn es «ich nur noch darum handelte, 
das lötzte Mittel zu versuchen. 

So wurde auch die Operation bisweilen von den Angehttrj 
der Kranken verlangt, von einem gewissenhaften Arzte aber, dei 
sie niinmehi' für überflüssig hielt und der sie nicht in Verrt 
bringen lassen wollte, verweigert. 

Auch die Mailänder Äerzte B e r e 1 1 a und M i n u l 
welche die Hyiiodermoclyse an 15 Fällen in der Maddalena i 
Neapel ani^ewenrtet haben, sind der Meinung, dass, wenngleicl 
ihre Erfolge diejenigen der gegenwärtigen Epidemie nicht zuübei'J 
treffen scheinen, doch die Bedeutung ilu'er Zahlen durch die] 
Operation eine andere geworden sei. Denn die Krankheitsperiodi 
and der hfjchstbedenkliche Zustand der Kranken, die nrnn dieser 
Behanillung unterziehen konnte, hätten „jenem schlimmsten asphyk- 
tischen Kälteatailium entsprochen, in welchem eine Heilung nach 
der Annahme der Autoreu nur eiu höchst seltenes Ereigniss 861."'^ 

Ebenso wendete Dr, S o p h o c 1 e s P o g g i die HypodeM 
moelyse nnr in den schwersten Fällen an. Unter 9 geheilten 
Fällen befanden sieh 7 in vorgerücktem Kältestadium, darnnt* 
1 Frau inj 7. Monate der Schwangerschaft, und nur 2 im ebea 
begonnenen Kältestadium. Von den 6 Gestorbenen war t 
Operation bei Einem s> Tage vor dem Tode geschehen und i 
hatte üin schon für ausser öefahr erklärt, als ein voUständiget 
Recidiv der Cholera eintrat. Die 5 andern stai'ben rasch nafil 
der Operation, noch ehe die Flüssigkeit resorbirt war, in Folgi 
der Heftigkeit des asphyktischen Znstandes, indem die gänzliclia 
Hemmung des peripherischen Kreislaufes die Aufsaugung nichj 
mehr gestattete und die Hypodermoclyse als ungeschehen ( 
sehen war. 

Ueber Todesfälle nach der Operation liegen noch folgende - 
Bemerkungen vor, Dr, Renzi, Director des MiÜtär-Lazarethes, 
schi'eibt, dass er in 8 Fitlleu im Froststadium und nach dem Ver- 
schwinden des Hadialpulses, aber vor ausgebildeter Asphyxie und 
niemals im sogen. Cholera-Typhus, von der Hypodermoclyse Ge- 
branch gemacht habe; in 7 Fällen sei die Flüssigkeit absorbir 
worden, nui- in dem einen nicht, bei dem ein schwer asphyktiech^ 
Zustand eingetreten und der auch wenige Stunden nach der Open 






} der nypüdermoclyae. 



tion n;esttirbeu sei ; in allen Fällen habe sich der Puls wieder ein- 
gefunden und in 2 Fällen sei die Besserong eine solche gewesen, 
das» die Patienten im Bett aufrecht sitzen konnten; alle 8 starben 
sie übrigens, 6 im a8])hyktischen, 2 im typhoiden Beaetionsstaditun. 

I Also anch in diesen Fällen bewirkte die Hypodermociyse eine 
gewisse Besserung, wenn auch vorübergehend, uud jedenfalls hat 
die Operation keinen Nachtheil verursacht, "wenn sie auch >lie 
Kranken dem Tode ni^ht hat entreissen können. 

Dr. Prati, Chefarzt des MUitär-Lazarethes in Genua, sagt 
in seiner Mittheilung, dass er 2 Kranke mit Hypodermociyse be- 
handelt habe, die beide starben, der eine ohne vorangegangene 
Besserung, 'd Stunden nach der Operation, entweder in Folge der 
Hetligkeit der Krankheit, oder vielleicht auch wegen der Mangel- 
haftigkeit des improvisirten Apparates; bei dem andern »ei die 
Asphyxie gewichen, Puls und Urin wieder crst^hienen und trrst nach 
dem typhoiden Reactionsstadium, als «cliou Hotömng auf Genesung 
TOrhanden gewesen, 13 Tage nach dem Anfall, sei er beim Auf- 
richten im Bett um zu essen, von einer Ohnmacht befallen worden 
imd gestorben. Daraus lässt sich sehliessen, dass der Tod durch 
eine zurückgebliebene Herzschwäche, wo das Herz der Ansli-eugung 
vom Sitzen nicht gewachsen ist, erfoigt sei, wie das auch oft bei 

I Pleuritis und Eeconvalescenz von Typhus der Fall ist, ohne dass 
f!er Tod eigentlich in solchen Fällen der Pleuiitis oder dem 
Typhus angerechnet wii-d. 

Auch der von Dr. dhiaradia im Morgagui (1884, S, 814) 
veröffentlichte Fall endete in ähnlicher Weise. Der Kranke, 
Dr. F 6 r r e 1 1 i , zeigte von Anfang an einen grossen Schwächezu- 
stand, gegen den alle Eeizmiltel nichts vermochten; er schien 
verloren, war von Herzlähmung bedi'oht, als die Hypodermoclj'Se 
üin wie im Fluge aufrichtete. Nach 14 Stunden verfiel er indeas 
wieder in eine bedenkliche Adj-namie, erholte sich nochmal» auf 
eine Eyiiudermoclyse und starb plötzlich an Herzlähmung, als er, 
sich stark fühlend, im Bett sich allein aufrichten wollte. 

Der Fall der Proff. Amoroso und Maraiglia zeigt, wie 
grosg die Erleichterung bei der Kranken war, die sich nach der 
Operation für gerettet hielt ; die Fortdauer der Anuiie jedoch nach 
der nur ein einziges Mal angewendeten Hypodermociyse, erklärt 
sehr wohl den Tod, wenn Blnterbrechen auch nicht dazuge- 
Iteteu wäre. 



n.) 



Ergebnisse der llypodermodyse. 



Aus dem MitgetUeilten ist ersichtlich, dasa auch da, wo^««] 
Metliode den Tod nidht abzuwenden vermochte, sie doch in den i 
meisten Fällen wenigstens eine vorübergehende Besserung bewirkt 1 
hat. Ferner ist es sehr wahrscheinlich, daas die Erfolge weit 1 
giiustiger gewesen wären, wenn man 1, die Operation nicht in 1 
einem zu weit vorgeschrittenen iLrankheitsziutande, wo die Ge- 1 
webe schon unverbesserliclien Schaden erlitten haben, vorge- 
nommen, oder 2. wenn man sie wenigstens in den Fällen, wo die 
eingetretene Bessenmt^ zu vorübergehend oder zu geringfügig war, J 
wiederholt, hätte, wie ich bs dringend angerathen und wie diä | 
Drr. Berotta lind Hinola, insbesondere aber Dr- Marco In I 
Genua es mit Erfolg gethau haben, bei denen 5 von 6 Kranken I 
genasen; und wenn 3. die gehörige Vorsicht zur Erhaltung der 1 
Temperatur der Injectionsflnssigkeit auf über 38" C. immer ange- I 
wendet und nicht mit Apparaten operirt worden wäre, in denen 1 
der verlangte Temperatni'grad nicht wähi-end der ganzen Dauer I 
der Operation herzustellen war. 1 

Die bisherigen Versuche mit Hypodermoclyse haben es fest- 1 
gestellt, dass die Operation fast immer sehr gut vertragen wird 4 
und keine unangenehmen Folgen hat, dass die injicirte Flüssig- 
keit vollständig und rasch resorbirt wird, der Allgemeinzustand 
der Kranken binnen Kurzem eine beträchtliche Besserung eifährt, 
dass die Circulation lebhafter, der Puls kräftiger, der Blutdruck 
stärker wird, der Urin wieder erscheint, die Reaction wiedw ein- 
tritt. Und wenn einige dieser günstigen Wirkungen, z. B. auf 1 
den Ui-in, nach einer einmaligen Injection sieh nicht eingestellt 
haben, das doch der Fall war, sobald die Operation in kurzen 
Zwischenräumen ein- oder zweimal wiederholt wurde; das spricht 
also für die Nothwendigkeit, mit einer einmali(jen "Wasserininsion 1 
nnter die Haut sich nicht begnügen zu dürfen. In vielen FäUeo 1 
tritt die allgemeine Beaserunf; so rasch und beträchtlich auf, das» | 
die Kranken nach einer einmaligen Hypodermoclyse wie aeugB- I 
boren sich fühlen; in andern geht sie später und langsamer vor 1 
sich, in wenigen fehlt sie gänzlich. Diese Thatsachen, welche f 
von mir und meinen obengenannten Freunden in Neapel, die 1 
in Privathäuaem die Operation ausgeführt haben, festgestellt worden j 
sind, ei-fnhi-en durch die Drr. Beretta und Minola ihre volle | 
Bestätigung. Diese Herren berichten folgendermassen: 

Vermittelst des Sphygmo-Manoraeters von B a s c h J 



Ergebnisse der Hjrpoderiooclyae, 



11 



haben wii- die Schwankimgen des iimerarterieUen Druckes' vor, 
während und nach der Hypodermociyse verfolgt. Diese Unter- 
SHchunfe'en haben uns gezeigt, dags nach Verlauf einer lialben 
Stunde nach geschehener Hyiiodermoclyse dar Druck sich zu er- 
höhen bc^nnt und sein Maximum nach 1 Stunde eri'eicht. Die 
Erhöhung ist sehi- beträchtlich und kann 30 und mehr mm an 
der Quecksilbersäule erreichen. 

Die am Arm (der in einer Ciystallröhie hennelisch ver- 
schlossen und in Verbindung mit dem Polygraphen gesetzt wird) 
genau bestimmte Pulskui-ve zeigt sehr merkliche systolische 
Steigungen. Die Pulsfrequenz nimmt ab. 

Durch diese Untersuchungen haben wir uns überzeugt, daaa 
in der That vermittelst der Hypodermuclyse die Cireulationsver- 
hältuisse gebessert -werden können. 

Was ihren therapeutischen Werth anlangt, ao haben 
wii- aus unsem vielfachen Operationen uns überzeugen können: 

1. dass die Hypodermoclyse ein schätzbares therapeutisches 
Mittel bei der Behandlung der Cholera abgibt; 

2. dass, um nützlich zu werden, sie unter Bedingungen statt- 
t Anäen muss, bei denen die Kesoi-ption möglich ist. Um das zu 
ftärreichen, haben wir sie unmittelbar vor oder unmittelbar nach 
ieJnem warmen Senfbade von ca. 40" C- angewendet. Auf diese 
■Weise findet die Resorption mit grosser Leichtigkeit statt; 

3. dass die Hypodermoclyse als ein völlig unschuldiges 
IfitteL sofort, wenn ein Cholerafall zur Beobachtung des Arztes 

Ikonunt, ins Werk gesetzt und alle 4 Stunden methodisch 
fTriederholt werden muss; 

4. dass es sich empfiehlt, behufs Beorderung der Resorption, 
t^le Hypodermoclyse an mehj-eren, wenigstens an ü Stellen an- 
f zobnngen ; 

5. dass die Hy[)odermoclyBe nicht als ein aussehlieasliches 
[eUmittel der Cholera zu betrachten ist, aber dass sie im Stande 

, die Erscheinungen, welche mit den Circulationsstömngen und 
i S'olge dessen mit der unvollkommenen Blutbildung zusammen- 
igen, zu entfernen. Die ganten, an denen die Hypodermoclyse 
lei Zeiten gemacht worden ist, zeigen auch wirklich, sogar wenn 
■siq sterben, nichts von Cyanose oder Asphyxie und die Söctiou 
llifitet nicht mehr jene allgemeine Gewebseintrocknung, die mau 



13 



EtgeliBiaw der HTpuilennodpif. 



hei denen beobachtet, welche mit HyitodBrnioclyse ntchi bebandi 
wArdea .•dnd. 

Wie Aoa nnseren Schlmst'olg^ruDgen hm-vorgebt , glaaben ^ 
niflit, (U» Anweiulung der Hj-podermodyse atit' die Fälle i 
liettrhränken za mltasen, in welchen profuse Wassei^'eriuste dm 
I>i8rrhoe unii Erbrefilien »tattfinden, snadam nach in jenen Ffilla 
bei wekbei) die Verluüte geringtHgig' Rinil. Di*nti anch hei die« 
Inrlividnen finden sieb aasgesprochene Verändenm^eD der Blnj 
llttesii^keil nnd rolglicli aacb CircaiationsKtflrung'en. Die Quantitil 
»1er von uiw för die HyiJodermoclyse verwendeten FliwigkeH b<] 
tmg llir jede Operation 1''.^ Liter auf versclüedene Sltllea y«i 
iheilt, Die Temperatur der Flüssigkeit schwankte zvriMheD t 
and 4(»" (% die Mischung war die, wie sie von Caniaoi i 
geben worden ist: b Gramm Natr. carb. uud 4 Gntiura K(ic|i 
salz auf Jodes Liter Wasser, wozii wir noch 3 Gnunm Nats 
Kulf. tagten. 

Nur anünabmaweise wurden onangenebnie Folgen beobachM 
die der Hj-purienmiclyse selbst zuzaschreiben sind. Das eim 
Mal, wo ein ernster Unfall sich ereignete, ist der Fall ans du 
Lazareth von Genua (vgl. die Kraakengeseliichte ^'r. XXVI}, d 
wclcbem nach eingetretener Besserung auf die erste und zweit| 
Hjrpodermoclyse, während der dritten eine rapide Zuualune Aa 
Aspbyxie mit MyoHis. allgemeiner Hyperästhesie, Moskebipring« 
.\riijlhniie und Verschwinden des Pulses, und drohende Ha 
lübmiing Mtattgefnnden hat. Es ist nicht leicht, diesen Aoänal 
fall zu erklären ; es Iftsst sieb aber vermutben, dass beim 1 
Rtechen eine kleine Vene verletzt und die Flüssigkeit daher diret 
in das Blut eingeflossen nnd auf diese Weise zofallig die Hypqa 
dermoclyse in eine Injection in die Venen verwandelt worden i 
oder aber, dass die Hypodennoclyse dadurcli, dass sie den Kreis^ 
lauf wiederberMtellte , die Absorption von vielem in den Gewebg 
angesammelten Ptomaine-Gift vermittelt hat. Sonst lässt sid 
nicht begreifen, warum dasselbe Individuum, welches 2 Operatitoied 
selir gilt und mit Erleichterung ertragen hatte, bei der dritten im 
so brüsker Weise reagirt und gleich im Anfang der Operation i 
schwere und pbHzlicbe ZuiUUe gezeigt bat. nra so weniger, als dei 
Kranke trotzdesseu wieder gesnnd geworden ist. 

Hierbei sind auch noch die Fälle zu erwähnen, in welchei^ 
nach Prof Samael's Vorschlag, am Halse operirt wurde, wobd 



f- 



Ergebnisse der Hypodermoclyse. 13 

Erstickungserscheinungen in Folge von Glottisödem auftraten, 
so dass man von dieser Operationsstelle gänzlich absehen muss 
Abscesse sind nur in den wenigsten Fällen beobachtet worden. 
Da, wo sie sich zeigten, darf man ohne Weiteres behaupten, dass 
sie nicht der Hypodermoclyse als solcher, sondern der ungenügen- 
den Desinfection der Canüle, oder auch der Verunreinigung der 
injicirten Flüssigkeit, vielleicht auch einer besondem Prädisposition 
der Kranken ihren Ursprung verdankten. 

Einige Beobachter, darunter Minola und Beretta in 2 
Fällen, sahen bisweilen eine „oberflächliche Schorfbildung von ge- 
ringem Umfang und ohne jeden Einfluss auf den weitem Verlauf 
des üebels ... in dem einen Falle handelte es sich um ein 
Atherom bei einer alten Frau, in dem andern Falle bei einem 
heruntergekommenen Subjekt um Scrofiilosis, von der er die Spuren 
in den Narben einer vorangegangenen Periostitis trug." 

Wenn Einige behaupten, dass die injicirte Flüssigkeit nicht 
resorbirt worden sei, so ist das sicherlich nur auf solche Fälle 
zu . beziehen, in denen die Kranken schon als Sterbende anzusehen 
waren, wo die Herzlähmung schon so weit fortgeschritten ist, 
dass das Blut nicht mehr circulirt, also auch keine Resorption 
stattfinden kann. 



Krankheitsfälle, in denen die Hypodermociyse zur An- 
wendung gekommen ist. 

Im Nachfolgenden geben wir eine Eeihe knrzer Erankbeitfl 
^schiclitea zunäclist von solchen Fällen, wo Genesung, datlj 
von solchen, wo der Tod eintrat. Zu unaerm Bedauern sind dieS 
selben nicht so vollständig wie man es wünschen möchte, not« 
enthalten sie die Detailstudien, dio wir gern gesehen hätten: 
aber, da sie in Privathäusem und unter dem Schrecken einej 
äusserst schweren Epidemie gesammelt sind, so liess es sich liicw 
besser machen. Jedermann weiss, dass gewisse Detailatudien 111(3 
anders als in Spitäleni sich anstellen lassen. Uus aber 8ta 
nicht einmal ein Saal im Hospital zu Gebote, den wir erbeten 
hatten, um Versuche mit der Hypodermociyse anzustellen. Äbei 
anch so wie sie sind, sind die nachstehenden Krankengeschichten 
sehr lehrreich, und was ihnen mangelt, wird durch die Verüffent- 
lichung der Detail-Studien des Prof, Maragliano zu Geniu 
ergänzt werden, wo man dem Kliniker die Direction eines ganzei 
t.'hülerahospitales nicht verweigert hatte. Wir haben den 
uns gesammelten Krankengeschichten mehrere andere in Z^i^ 
Schriften bekannt gegebene oder von CoUegen anderer Orte i 
mitgetheilte hinzugefügt. 

Wir müssen noch bemerken, dass wir von den Fällen mit 
tftdtllchem Ausgang eine grössere Zahl aufgenommen haben, als 
von den Fällen mit Genesung, da wir erstere für die unparteiische 
Absehätzung der Ergebnisse der Hypodermociyse bei der Cliolen 
für wertbvoller halten. 

Wurden doch häufig Kranke mit so schwerem Leiden eingaJ 
bracht, dass ein günstiger Erfolg von keinem Mittel zu erhoffe« 
waj- und hatte sich die Hypodermociyse in nelen andern Ffillei 



rackbeitsfälle, in denen ilie lln'('^^''''>oc]y9e zur Anwendung gelcon 



L15 



jtaHofeni doch wirksam gezeigt, dass sie den Ivranken vorfiberge- 
bende Besseniiig uud Mililerung ihrer Leiden brachte, wouach die 
■I«inung berechtigt erscheint, man hätte vielleicht erfreulichere 
Msgänge erzielt, wenn zugleich von der Enterciclyse Gebrauch ge- 
ptacht, oder die Hj-podermoclyse wiederholt worden wäre. 

Das sind Alles Dinge, über die man noch Erfahrungen zu 
gammeln hat, denn die Wissenschaft hat ihr letztes Wort noch nicht 
resprochen. 

A. Fälle von Heilnnjg. 

I. Frl. Bontet, 16 J. a., wurde nach 2tägigem Unwohlsein 
in der Nacht vom 2/3. Heptbr. von profuser Oliolera- Diarrhoe be- 
fallen. Die Entleerungen, dazu Erbrechen und Krämpfe dauerten 
den ganzen Tag fort; am 3. 7 V. V. war Pat, dem Tode nah, das 
Qesicht leichenhaft, die Augen gläsern, die Hände 
blau und eisigkalt; die Cyanose, die Anurie, die schon seit 
TOriger Nacht dauerte, die Pulslosigkeit, die tie(e Apathie, die 
jBtarrheit des ganzen Körpers liessen von einem Augenblick zum 
idera heiürchten, dass die Cholera-Asphysie mit dem Tode endigen 
Die Municipalärzte Dr. Peru, Amoroso. Adinulfi 
irklftrtfiD den Fall für verzweifelt. P e r 1 i schlug als letztes Mittel 
Hie Bypodermoclyse vor und führte sie, auf Einwilligung des H. 
t Bon t et, unter Assistenz von Adinolfi aus. Binnen lö Minuten 
•de 1 Lit. Wasser absorbirt und fast unmittelbar die Respiration 
jrleichtert. Der Puls wurde fühlbar, das G*.sicht belebte sich; 
Ue Kranke fühlte sich im Allgemeinen besser, klagte nur über 
ichwindel; nach einigen Stunden wurde zum ersten Mal Urin ent- 
Deert. Während der Nacht schritt die Besserung vorwärts und 
baeb 6 Stunden trat Fieberreaction ein; die Tp. stieg jedoch nicht 
ISbM 38" C, Das Fieber dauerte im Ganzen 6 Tage. Während 
I wurde der Pat. nur Fleischbrühe mit Ei gestattet. Am 
p(k Ta.ge konnte sie flir vollständig geheut erklärt werden. Das 
■ der erste Fall, in welchem dieHypoderraoclyse an 
I Cholerakranken versucht worden ist und die Ehre der 
tnafiüirmig der Operation gebührt dem Dr. Bemrd. Perli. 

n. Herr Ohentrens, 35 .T, a., kräftiger Mann, wurde 18/'J, 

lÄ-b. von Cholera-Diarrhöe befallen. 19/9. Mg. Krämpfe, Vm. kleiner 

ichleunigter, kaum fühlbarer Puls, kalte Extremitäten. Urin fehlt 

1 Anfang an. Diarrhoe noch profus, wird mittelst Enterodysma 



lg Kiankbeitsfälle, in 'leoeu äi« Ilfpodcrnioclfse tur Anweadung 

von wai-niera Taimin aut'tfelialtmi. Dr. P prli maclit liyjiodermocljl 
von 1 Liter, wegen besiniif'ii'ler Asphyxie. Absorption binnen ' 
Stunde, Die Krämpfe liiJreii sofort auf, Puls wird grösser, 
sanier, ilas AtlmiBn leichter, Urin erscheint nach 1 Stunde. 
meine and forlNclireitendp. Besserung, gelinge Reactiiin. 
vollständig nach 8 Tagen. 

m. Vincenzo üreco, 36 J. a., seit 3 Tagen erlü 
an Dian'hoe, Kolik, später Erbrechen. Aufliahme im Hospit. i 
Tonocchi^. Aeiisserst liiiUallig; Augen tief in den Hdlilen, B 
per blau; intensive Cyanose, Stimme bohl; grosse Angst, i^ 
schrecklicher Sclimerz im Epigastrium und schioerzliafte Wadq 
krSmpfe. Im Spital profuse Diarrhoe und Erbrechen, fortdaoei 
Aüui'ie. Achselteiisperatur 34„ " C, Tp. im Rectum 36,, " C, 
41, Puls 142. Dr. Perli machte die Hypodermoclyse, Diel 
des Kranken und die Muskeln wai-en infolge der allgemeinen l 
trocküung so rigid uutl hart, dass der feine T r o i k a r : 
abbrach ehe man die Haut durchstechen konntö. 
Geschwulst von der injicirten Flüssigkeit verschwand erst nad 
Stunden. Danach schien gleichwol der Zastand des £ranlt6D ! 
zu ver-schliramem und erst nach 1^', Stunden trat eine raerkl 
Besserung ein. Tp. in dei- Achsel stieg auf 35,,, ", im Bectma I 
37,;^" C„ Athemziige fieleu auf 36, Puls auf 120. — Gegen i 
war die Cyanose merklich im Abnelunen, der Kranke fühlte . 
erleichtert. Am folgenden Tage wurde Drin entleert^ die ( 
war vollständig verschwunden, Achseltemperatur 37„, " C, Be{ 
28. Puls 81. — Vollkommene Genesung. 

I\", N. N., 20 J. a,, immer gesund, kräftig, erkrankt am i 
Diarrhoe und Erbrechen profus bis 6 9. - Extremitäten kalt,! 
fadenförmig. Dr. Eubino, Assistenzarzt bei Pf. Cantani, 
statirt den sehr schweren Fall. Tp. axill. iJä^,. Pols- 
MiJiwindend, gäiizliche Änurie, heftigster Durst unter Fortdauer i 
protusen Diarrhoe und sehr vorgeschi-ittener Gewebeeintrocknoi 
B. machte die Hypodermoclyse in der Gegend des rechten 1 
üliondrium mit einem verbesserten Apparat, woran die Canöle * 
Pravaz 'sehen Spritze befestigt war. 1200 Ccm. wni'den e 
die eine Zeit von 65 Minuten brauchten und sogleich beim , 
fliessen resorbirt wurden, so dass eine Beule sich nicht 
Die Operation wurde ohne jede lokale Unbilde ertragen, i 
VMitt. Tp. axill. 36„ ". Puls gehoben, ebenso die Kräfte nach t 



n denen die Hvpudermodjfae zur ÄnwenduaK gekou 



1-17 



igem Schlaf, Deliijeu vermindert. 7 '9. Abends üriaabgang. 

'. mat. massige FieberreactioD ohne ernstliche Himsymptome 
uegenomtaeu etwas Irrereden). Urin fiiesst regelmässig. 15/9. 
[oseola-Exanthem. 19 9. Volle ßeconvalescenz. 2ö;9. Pat, ver- 
t (las Bett als geheilt, obgleich am Tage zuvor die Tageblätter 
eapelä ihren Tod angezeigt hatten. 

V. Nicolo Orciuolo, 18 .T. a., kräftiger Bui-sche, erki'ankt 

I 12,1 9, 2 h pra. untei'weges, unter heftigem Schmei'z im Epiga- 

iom und Ohnmächten; darauf profuse Entleerungen von unten 
id oben fast gleichzeitig, dazu Nachts schmerzhafte Ki'ämpt'e in 
B& Waden, Füssen und Händen; die Stimme wird rasch heiser, 
lUt fiist gänzlich, der Körper kalt und cyano tisch. 13,9. 
hnL, also 13 Stunden nach dem ersten Anfall, findet Dr. Eeale 
Kl Pat. in dem beschiiehenen Zustande, die Augen geschlossen 
Uid tief in den Hohlen, Gesichtsfarbe livid; in sitzender Stellung, 
|e Beine leicht llectirt, Finger undZehen krallenartig, die Achsel- Tem- 
atatar 35,,", Puls klein, 130. Respiration 28. Das Erbrechen 
ttte aufgehört, die Reissnasaerstühle dauerten fort, der Dui'at war 

läei-st heftig, Urin fehlte gänzlich. Eeale injicirte 600 CC. 

i 37 " C, die in ';,, Stunde resorbirt wai-en, und sofort fiel der 
Bis ȟf 120, die Eespiration auf 37, und einige Tropfen Urin er- 
itüeuen nach 1 Stunde. ~ Um Mittag hatte der Dui'chfall aufge- 
^ der Krampf etwas nachgelassen, aber Cyanose und Temperatur- 
miiidrigung währten fort, ja steigerten sich noch. Tp, 3ö,^ ", Puls 
dedei' 132, Resp. 3U. Die Haut mit kaltem Schweiss bedeckt, 
leaie machte nun eine 2. Hypodennoclyse, selüte zu der gewöhn- 
a Mischung 2 Grm. Lici. Ammon. anisat. hinzu und erwärmte auf 
^ C. Davon wurden 500 CC. in der Gegend des Scarpa'schen 
rejeokes aui' beiden Seiten injieirt. Nach einer ':\, Stunde war 
ie Flüssigkeit resorbirt. Um 4 h v, fand Reale den Kranken 
i befriedigendem Zustande, das Gesicht heiter, Cyanose verschwun- 
Bn, ohne Krämpfe, das Herz kräftig, den Puls auf 100, Resp. 22, 
p, 36,,,. Urin in reichlichem Maasse, nui' der Durst war noch 
täieud. Um 8hm.. Puls 90, Resp. 22. Nach wenigen Tagen war 
ie Heilung vollständig. 

"VL Christine C i n q n e , 30 .1. a., hatte vor einigen Tagen 
eTAQ Gatten an Cholera verloren und erkrankte am 14/9. in den 
sten Tagesstunden an Diarrhoe und Golikschmerz; nm 9 h. m. 
at Erbrechen ein, der Dui-chfall wm-de übermässig und charak- 

I i. Ergebniaäs der Cii eile tabehiuidl all g. 2 



18 KnmUicitaQÜle^ I. dCDMi d. BjiMHlenaoc] jm t.' .KawepAg. fekivtamen Ut. I 

Uiisli&cli, Kriliiiiifi* kamün liin-.ni. di(> Kräfte <!cb«'aiiileii, die .Stim 
»unie heiser. — L'm 2 h. t. fand K e-a 1 e die Patientin in tief! 
C o 1 1 a [I s , hochgraiÜg' cyanotiscb. hohlängigf mit hfinirendeiD Kug 
di*^ Ächseitflmiieratar 35„", itie Bespir. 4«. «U- HHrztöOB i 
sÜBimt, Puls fadenfiirroig, nozälilbar, Pupillen er«feitert. Pa»iei 
antvräitelo nicht oder debr ian^^u. Erbrecheo und Durchl 
batlea sofgf-hi'irt. Um 2 h. 30. m macht Dr. B i* a 1 h eine Injei 
rog 1 Liier der gewOfaiUicben Mi.scfaung nebet einem Znsatai -^ 
Liq. Ammun. anis. Gr. 2 in beide Seiten des Abduuen; 
' j Stande ist die Beole znr Linken verschwunden, Inini i 
aacb die zor Bechteo. 1 Stande nach der Tn.jectii>n kann I 
Pul5 meder gezählt verdeo. er schlägt 12^ mal tu 1 iünii 
Aibeinz&ge 44. ColIa|)>ä nnd Cranuiw sind geringKr; Patietq 
antwortet. 8h.\. sind die Herztrtne deutlich. Pn!s :n t. Rpstp. 
rrin «scheint wieder, ist reichlich. (Ue ('yanose i^^-' 
Tp. 37" 0. Nach wenigen Tagen ist die Krank' 
«ich nur noch ein Absres,'* an einer der Einsticli- 
einigen Tagen enUeert wird imil heilt 

Vn. Fran Fortnnata diPaola, c öO J. a., «nrde 
Dr. Tillani mit warmen, iU-ouatii!u;hen Umschlägen, mit 1 
tantien o. a. w. behandelt; der tHiolera-Anfalt war fast vor 
bis anf mehrtägige (48 St.) Anohe ; da verscfalimmefte sich i 
Ziutaiid. Am lö- 9 5 h. v. fand Dr. Reale tlie Patienün in e 
sehr beängstigenden Zostande. die Augen balbgeschlu^neii, 
sichtsfarbe bleich. Lippen etwas eyaaotiscb. Atbemzäge flach, I 
in der Minute, Herztöne schwach, besonders der 2. Pnlmotiattr 
Pnls sehr ächwacb. 135; massiges Coma. Vm ö b. v. lujection ' 
1 Liier der gewühnUchen Mi^chun^r in die Bancbseiten. Res 
tion erfolgt binnen 20 Minuteii. Um 9 h. 30 m. erscheint der e 
Urin, Pals ist auf UO herab, Resp. aiJ 28; Herztöne sind m« 
lieh verstirkL Urin sehr saner, Ton 1018 spez. <iew., tsatt 
4 Grm. Eiwei.<3 auf I Lit-, iTblorüre sind verhsltiii-*smit«sig v^ 
mehrt, gewxmdene Haracylinder n. a. m., viele Blutkiigek-hen : 
^ Harn. Am 19. 9 morgens ist der Zustand der Patientin im Gw 
. der Urin diesst reichlich nnd nach einigen Tagen ; 
'atieotln vollständig geheilt. 

Vfli Bosalie Priola litt seit einigen Tagen an 1 
I Hnd Erbrechen, die immer schlimmer wnnlen. Am 1(^9. i 
. Ri^dini die Kranke im Kättezustand mit Krämpfen, i 



Krankheitsfälle, i. denen d. Hypodermoclfse n. Anveodg. galtDi 



19 



I sehr schwachem Pulse mul verordnete zuei'st Einreibungen mit 
rampherspiritUH, Sinapismen, innerlich Excitantia untl schlieaBlicli 

I Morphimn mur. Hubcntau negen die Krämpfe. Am Abend Ver- 
schlimmerung, Kadialpiils erloschen, CarotiÖenpuls sehr 
schwach, Herztöne desgleichen, die Stimme matt, die Trockenheit 
iJer (lewebe und die L'yannsB weit vorgeschritten, die Biilbi ein- 

I gesunken, Krampf forldauenid, Temp. 36.,". — Nun injiciite B. 
m. der ge-wöhnlichen Lösung; nach 20 Mn. erschien der 

i Kadialpiils, waren die HerztJ'me verstärkt etc. Am folgenden Morgen 

' Doch Hchwindöl, von da ah fortschreitende Besserung, am 10, Tage 

\ vollständige Weneswig. 

IX. Ooncetta Portoghese, 15 J. a., von zarter Consti- 
tution , fand Dr. R o n d i n i in einem .schweren a s p h y k- 
tischenZustande mit Krämpfen und heiserer Stimme. Wenige 

f Minuten nach erfolgter Hypodermoclj-se erholte sich die Ki-anke 
I sichtlich ; es folgte eine leichte fieberhafte Reaetion, von der sie 
Imtcll I4tftgiger Krankheit vollstäadig genas. 

X. Gallifuoco Maria, 32 J. a, schwanger, mit Fnss- 
f fidemen behaftet, erkrankt seit 12 Stauden unter so reichUcheu 
k -sertisen Entleerungen und Gewebeeintrocknung, dass die Oedeme 
I «tfgeeogen waren, als Dr. Loreto Ettari hinzukam. Er fand 
I Cyanose im Gesicht und an den Händen, den Puls fadeuförioig. 
I ^Be Extremitäten kalt, die Achsellemperatur etwas hoch, Stinmi- 
I losigkeit, BniHtbeklemiming, Wadenkräiupfe, Seusoriuni trei. E y p o- 
[dermoclyse von InfW) Grm. an der innem Seite der Schenkel. 
P Danach wird der Pul« grösser und weniger frequenl, die ße- 
IWenunimü schwindet, die Stimme hebt, die Extremitäten erwärmen 
Isieb, Asphyxie, Erbrechen und Durchfall vei-schwinden. An den 
I Eiustiehsstellen 2 grosse Äbseesse, welche geöftuet, stinkenden 
I Eiter ergiessen, ä Tage nach der Operation wird Patientin ent- 
Ibunden und nach kurzer Reconvalescenz gesund entlassen, 

XI. Forino Vincenza, 5 -T. a, erkrankt morgens an 
[Cholera; 7 h. v. findet Dr. Ettari den Puls fadenflSrmig. 1») ifr 
Väm Min., die Eespiration beklommen, die Extremitäten eiskalt, die 
I Stimme erloschen, Muskelkräfte und Sensorium erhalten ; reich- 
I liebe seröse Stühle, Erbrechen mit Mageuschmerz dauerten t'nrt, 
■ Hypoderm clysma von 1 Liter der gewöhnlichen Mischunis 

l die Schenkel und '/.j Liter Solut. tannica in das Rectum 
Ib'ewirkten fast sofort. Wiedereintritt der Stimme, vollem Puls. , 



20 Krankheitsfälle, i. deuen d. Uypoilermotl^Be i. Anwend);. 

iTiliigüs Verhalten anstatt des frühem IJraherwerfens im Bett. 
AndeiTi Moi^ens, 12 Stuuden nach iJera Hypodermoclysma. ist PiUs 
120, vuU und stark, Äcliseltemperalur 38,5", der ganze Körpar 
warm, das AUgemeinbetinden sehr gut, die Fäces gefärbt. TJrin 
ist wälirenil der Nacht 2 mal abgegangen. Die Besserung sclireitet 
ohoe Unterhrechuag fort. Heilung nadt ö Tagen. 

XU S c r i Geuaaro , 1 1 J. alt, seil 30 Stunden erkrankt, 
Erbrechen und mehr reichliche BeisswaflserRtiUile. S h- v. Badlal* 
puls 152, fiidenfönniir, Eespir. 32, Achselteiup. 37,6". Eumpf and 
Extremitäten eiskalt, Auyen gläsern. ProstratiotL SenBorium frei, 
Stimme tonlos. — Hypodermoclyse von ca. 2 Liter. In 
Erwägung, dass die starken Äusleenmgen fortdauerten, iiiiicirti? 
mau ihm mit dem Enteruklysmo ein Liter warme Tannin- 

1 ö 8 u n g. Patient erholte sich mimittelbai- darauf, verfiel jedocb 
eine Stunde danach in bedenklic^he Prostration. Trotz de.s8eü war 
nach 2 Stunden Puls 100, Respiiation 34, Achselteraperatur 38,0": 
aber flie Anuiie dauerte fort, während die Fäces gefärbt und dw 
Ailgemeinzustand nicht übel war. Im Laufe des Tai^es trat 2 Hai -{ 
Urinabgane ein. Gegen Abend wai-en die Fäces blutig. Der AU-v 
gemeinzustand besserte sich; am 5. Tage war der Körper von einei 
starken, sehi' belästigenden Friesel bedeckt, das nach 2 Tagt 
veiachwand. — Patient trat danach in die Beconvalescenz i 
bald darauf war er vollständig genesen. 

Xm, Carlo Biauchl, 73 J. a., seit wenigen Tagen 1 
DiaiThoe und sihliesslich aufh an Erbrechen und Krämpfen t 
krankt, Prof Marin i fand ilin im asphyktischen Zustande, vobI 
geschi'ittener Oyanose, den ganzen Körper kalt, Anurie seit 1 

2 Tagen, grosse Beängstigung, Eadialpuls gross, Stimme erloecl 
Sprache fast unverständlich. Die Damen des Hauses wollten ( 
Hypodermoclyse durchaus nicht zulassen. Patient selbst indei 
bestand darauf und Marini iiyicirte ihm l Liter der gew9hl 
liehen Äliscbung. Das Ergebniss war glänzend, die Flüssigkeit 
wurde sofort resorbirt, der Eadialpuls Uess sich wieder fühlen, 
die Haut, wurde nach wenigen Stunden wann, Urinabgang trat 
ein. die Stimme wui'de laut und die Ki'äfte nahmen zu, 3 Tage 
lebhafter Fieben'eaction folgten, am 5. Tage konnte Patient ge- 
heut aufetehen. 

XIV. Angelo di Lorenzo trat am 18. Beptember : 
Spital und theüte mit, dass er am Meißen des 17.'9. von Erbreched 



Krftolilieitsfälle, i. dienen il. Hypoderuiodyat- 7.. Auireiiilif, gukot 



■21 



mit starkem Sclimei-z im Epigaatrium und Schwindel tiefallen 
■worden sei. Darauf sei Diarrhoe eingetreten, die den ganzen Tag 
anliielt. — Patient klagt über brennenden Durst, heftigen Schmerz 
im Epigastriuni und über sehr schmerzhafte Krampte. Er hat 
Diarrhoe, Erbrechen und Anurie. — Ächseltemperatur 37„", Terop. 
im Rectum 38", Äthemzüge 47, Puls 135. — 3 h. v. Hypoder- 

noclyse; 1 Litei* von ca. 40" wird injicirt. Die dabei ent- 
standene Beule verschwindet nach '/^ Stunde. 4 h.v. Patient fiihJt 
sich bedeutend erleichtert. Ächseltemperatur 36*', Kespiration 3Ö, 
Pul« 120. — 5Vi h.v. CyauosB vermindert und später Uriuabtraag. 
ß h. V. Ächseltemperatur 36,;.", Respiration 29, Puls 98. — WÄhi-eud 
der Jlacbt besserte sich der Zustand des Patienten iinmer mehr, 
am folgenden Morgen war die Besserung bedeutend vorgeschi^itleD 
and ging es zur vollatändigeu Heilung. 

XV. Maria Devinti, ö5 J. alt, trat am 17. 9. 12 h, m. Ins 

Ipital. Sie war am Margen ganz plötzlich au profuser riiurliini, 

Irbrechen, Kiämpfen und grosser Abgeschlagenil eit erkrankt, 
I7./9. 3 h.v, Patient ist von kräftiger Constitution, massig gi-ualirt; 
lüppocratisches, cyanntisches Gesicht, Augäpfel tief in den Hiihleu, 
Mund und Zunge kalt, Dtu-st lebhaft, Stimme erloschen, Herzimpuls 

ind -Tftne schwach, aber zn unterscheiden ; Zusamraeusehuüruiigs- 

geftihl im Epigastrium, Bauch platt. Blase leer; Extremitäten 

kalt, eyanotisch, die Haut unelastisch; an den Beinen leichte 

Krämpfe; während der Visite dauert das Erbrechen fort und der 

durakleriatische Durchfall ; der Urin seit gestern unterdrückt, 

idiajpuls kaum wahrnehmbar, Frequenz 110, Achseltemp. 35,,/'. 

, h. V. subcutane Aetherinjection, Hypod ermoclyse am 

reiften Schenkel, 1 ' .-,_ Liter der gewöhnlichen warmen Solntion. 

5 h. V. Puls wird wieder wahrnehmbar. Frequenz 110; fUe Haut 

ist etwas elastisch, der Durchfall vermindert. — Aetherinjectiou. 

■ 6 h. V. ein wai-mes Bad von 32'' C. 10 h.v. leichte Bessei-uug 

1b Allgemeinen, Puls schwach aber fühlbar, Frequenz 96, Tein- 

[►eratur 36 ; Diarrhoe hat aufgehört.. H y p o d e r m o c 1 y s e von 

1200 CC, Aetherinjection, in der Nacht wieilerholt. 

1S.;9. 84 8 h. m- entschiedene Besserung des All^emeiube- 
ftDdens: Zunge und Mundhohle warm; Estremitäteu beginnen warm 
wea'den; die Haut ist wieder elastisch, Dian-hoe hat aufge- 
Pub deutlich, Frequenz 100. Temp. 36,^". Resp. 28. — 
1400 (X;. Flüssigkeit werden an den Sehenkeln injicirt; rlanebea. 



22 KrenkbdisüUc L dunui <l. Ujiiadunuucl)^ x.AawvoAg. gekoiunitüi Ut I 

RBLettiehi^eclion, diu um 12 lt. wi«de.rboli vririi. 4 h. v. anffiUl» 
Beesening: Pols gehoben. Frequtiu 100: Haut eUistiscIi. Ätttbtfl 
^bfecliou. Limonailt« von Salzääare. I 

UVö- 7 Lm. Reaclion im öange, Extremitäten warni. C>iiniiÄ 
TeKcbwmideD, Geseicht, erhitzt, Bindehaut injicirt. Djurrhne lil 
nufKi-hrtrl, Urin fehlt uech. Pul-s regeliaä-ssig, KX). Temp. 'im 
fisp. 26. — Malzs. Limnaadc. Fleisehbrahe. 3 kv. Befinden g^sH 
ähnlich wie am Morgen. Puls llß. Terap. 'dl,/, ßsp. S 
Limi>uade. Wein. ■ 

20. y. 8lLm. Befinden gut. EhsIu« vorhanden. PuLs voll, n 
Temp. 37". Ksp. 20- Diarrhoe vind Erhrecheii niclit vurhand™ 
lJrinabi;aug, leicht eiweisshaltig ; am Rflekeu der Häude und Ard 
Uusengriissc Pai»eln. Schmerz au der innem Fläche der Schenlcfl 
«u ein überüäcldiclier Brandschorf. Ord, Suppen, Wein. TAta 
ItlHi^m. aromut. I 

äl.,'y. 8 h.ni. Besserung fortsiihreitönd; am 25. wird Patienia 
tUr geheilt erklärt; vor ihrem Austritt aus dem Spital von eil« 
rechtsseitigen Pleui^o-Pneiunuuie ergi'ifien, stirbt sie in B'olge am 
pneumoniHchen Processes. ■ 

XVI. Marie Cairaelli, ÖO J. alt, i-ecip. in St, Maddaleu 
am 1». 9. 11 h- ra. Litt seit 4 Tagen an Diai-rhoe, in der ü&sM 
vom 18. bis 19. an Erbrechen und allgemeiner Entkräftuug. Oifl 
Mix. excitans. ■ 

ly. 9. 4 h. V. Grosse AbgescMagenheit ; Facies Hippocratio« 
Extremitäten ganz kalt; an Händen und Füssen leichte CyanoaJ 
ncich ausgesprochener au den Lippen; Augäpfel eingesunken 
Mundhöhle und Zunge kalt; Durst lebhaft; Stimme heiser; Hen 
impuls schwach, Töne schwach aber bestimmt ; Erbrediea viM 
Speisen während der Visite ; Bauch eingesunken . auf Dm« 
öiiipfiudlich : Hamblase leer : Eeisswasserstühle ; Änurie; CarotideJ 
puls schwach, ßadialpuls kaum fühlbar, Freii. 110. Temp. 'ib,M 
Eüsp. 4i, Haut unelastisch. Die HH. Beretta und Minoll 
gaben ein Hypodermoclysma von 1600 CC. FlussigfceM 
danach Aetherinjectionen alle 7 Stunden. — 9 h.v. HinßLUigkeS 
geringer; Pols etwas gehoben: Haut etwas elastisch; Diarrhiw 
verringert. Erbrechen hat aufgehört. Puls 104, Temperatur 3Sfl 
Bespiratiun 30. — Hypodermoclysma von 1200 CC: ÄethaM 
iQjection. lü iL v. Besserung im Allgemeinen uud im Pulse, I 



KraukLeiisfäile, i. deueo ä. Hypodermoclyse k. A.nwcQdg. gekommen i: 



23 



20.; 9. 8 h. in. Refinden leidlich gut, Breelmeigung beim Ver- 

b etwas zu geniesMen. Abgeschlagenheit massig; Zunge und 

UandliÜlile haben die gewöhnliehe Wärme i Diarrhoe felüt; Hände 

l Fasse kalt; Haut noch unelastisch; Puls fiihlbar, 108. Temp. 

Respiration 28. — Hypodermoclyse von 1,5 Liter, 

üBtheriDJection. 4 L v. — Entschiedene Besserung; Physioguomie 

debt, Haut elastisch; Extremitäten wwm; Radialpuls 106. Temp. 

J", Resp. 28. Anurie besteht fort^ — Reactiou massig. 

9. 8 h. m. Patientin ist etwas betäubt, ilir Gesicht erhitzt, 
JÖBJunctiveu stark injicirt; Zunge trocken, roth, Durst lebhaft ; TTn- 
Dian'hoe uud Erbrechen fehlen. Puls 108. Temperatui' 
Bespii-ation 32. — Keine ßeaction um die Injeetionsstellen; 
^peln an Stii'U und Handrücken. Urin sparsam, enthält etwas 
Ord. Limonade mit Salzsäui'e ; Suppe und Wein. 
22./9. 8 h. ra. Patient ist matt, klagt über Druck in der Magen- 
Igend; erbrach gallige Stoffe. Untersuchung der Brustorgane 
ißt negativ aus; Bauch ein wenig aufgeüieben, druckempfindlich; 
ptJriu sparsam, leicht eiweisshaltig; Exanthem an Vorderarm, Hän- 
(• den nnd Stini vermehrt. Ord. wie am 21. '9. Dazu Eis. 

23./9. 8 h. m. Patient ist unruhig, Gesicht erliitzt, Conjuuctiven 

^Idrt'; Zunge belegt und trocken; Durst lebhaft; Bauch aufge- 

; einmal durchfalliger Stuhl; Exanthem vermehrt; Puls 100, 

Temperatur 38", Respiration 30. Am Bauch, an der Injections- 

teUe, ein kleiner oberflächlicher Schorf. Der Zustand blieb bis 

l^ztDn 28.i'9. fast ganz dei'selbe; dazu Benommenheit und leichte 

Delirien; Zunge trocken, an den Rändern roth; Durst; Meteoris- 

mns; keine Müzanschwellung. Temperatur 37,^". Puls 96, Resp. 

Ziemlich schwerer typhöser Zustand. Heilung wahrschein- 

llich. — Geheilt. 

XYH. Irene Zement oni, 30 J, a., erkrankt am 21., recip. 
i der Maddalena am 21. '9. 6 h. v. Diarrhoe, Krämpfe in Händen 
Füssen. Sie kam äusserst hinfällig an. Ord. ein Bad und 
S'OtJo exclt. 

). 7',j h. m. Kräftige Constitution, massiger Emahi-ungszu- 

Btamd. Sopor. Hippocratisches Gesicht. Bulbi eingesunken: Ge- 

bsiebt, Lippen cyanotisch; Mundhöhle kalt; Zunge glatt und kalt; 

:8t lebhaft; Stimme heiser; am Vormittag Brechneigung; Herz- 

^nls und Töne schwach, aber deutlich; Angstgefühl im Epi- 

ustrium; Bauch eingesunken, weich; Harnblase leer; Extremitäten 



)I4 KimikMuftlK L taMa <HjyiJ «td yw s. An««od«. gebonin«» iat. 

k»! ' ' Bsdialpals fehlt, Carolidenpu] 

... I - ", R«fp. 30; Anurie; Reis 

« . t- Auf Sidelsliclie (lu Schenkel 

A< ^'-111 Bhit. äafr*!g«D tritt ein weDigeg 

I.. : Aoti. und nr&r dickes und sehvan 

<l.i ■' r>'itli''i. — Berötta tind Miuo 

Biinh.Hi I mt l»3iRi ("(,•- FIBsigkeit i 

llvHi'U«-^' - ^al- — « h- m. — ' ., Stt 

Uiii'h tlcr 1:. .■rone R«il Puls wieder { 

)lW, Aw(*t ttud Htffaifiuiunitjj vumiDitiTt. 

i;}}.,9. 4 k-T. tVpr^äsion ^niu^, Badlalpuls deutlicb; Cyailä« 
tiltd KKtle dt>r tlxtr^mitäten, maiiOTln'I^r HauttHrgvr bestehen fw 
IVini». 36^ •. i"«!? no. Bp^. 34. 

H yvodurmttrl.rsma vöd Iöit"- n- - At-thi?riBje 
tlo». 9 h.v. Kntsduedt-ne B«ssf: 
IWK ^Vnl^ 3*J^'; die Biim m w 
ü«U(t« wann; Anuri* Doch il»; i)i.v 

Hypoilermöc Irsma ron lrii>0 l\. 

äSLU. l h. Dl. Aetbrnnjeciifn üubcatan. 

7 h. m. Bwöcnmjj schreitet vor rh}-sii'^«niie belebt; { 
v»l«c)iwunden: Extr«tiiitlten nns: Stimme h«U; Heizimpols 
rrUiabRÄiiÄ; PqIs 90. Tempö^tur 37", B^spiratioB *2. - 
SfttwÄutw. litritans. 

24. 9. ^ h. m. Papeln &iif dem Racken «ks roterarmes i 
tUv ^rn. — Besserong anhaltend. 

»H. 9. Patitotm wird in den SeconvaiescBM«j-;SaaI v(aset 

XVUI Rttsa itapeltt. äO J. a. trat am ±}. 9. ö fa.v. : 

S)iit«l. Sie litt Ächon seit Tagen an IHarr'- ' ' - Moi^ 

dv« ^u. 1>. Erbreckeo, Krampf«. Kiülip der t ^ 

Soliwftche, 9 t V. l.iro6») DeprvfsioB; h:: 

Jliuiilh.'hli' und Zange kalt; Cj-ano^e «n l.ii'i>'>i! »i ; '"-^!'iii: Id 

hultt'r liurst; Erbr^^iien. Athembekleniman^ oad Üi-ci^'k im I 

KsstnTiT Hcrzimpttls schwach: RadialpoLs fehlt. )'ni<t t^ 

Uli Ati: im Parm kein» Aosamalirj^ 

k ■■•iv. Extremitäten kalt und cv^i' 

l' Tempenitnr i>.,". Puls ItH. "^ 

iÄ>lt U:ii:tii.- aa den Extreuitäieo kiHnmt kein Blut, au E 
ihe Rinijre Tropfen dicken ^enüeien Btuteis. 9' , h.v. 



Krankheitsfälle, i. dpoeo d. HypodermoclyBe z. ADwead^, gekommen ii 



25 



3y podermoclysma au Bauch und Schenkeln niit 1(J0() CO. 

hibctttane Aetherinjection alle 2 Stunden am Vormittag des 23. 9. 

23.,'9. 6Vi t. m. Geringe Besserung; Oyanose veiringert; Haut 

üiiger unelastiscli; Stimme wieder hörbar; RadialpuLs noch 

fcohwach, aber fühlbar; Diarrhoe hat aufgehört. Temperatur 36,.,". 

I 100, Bespiratioii 32. Hypotle r mficly sma von 1500 CG. 

Letherinjection. 3 h. v. Entschiedene Besserung. Keine Diarrhoe, 

J&er etwas Brechneigung; Mimdhohle und Zunge warm; Extremi- 

fc&ten zeigen Neigung warm zu werden; Cyanose gewichen; Haut 

eJaetisch; Puls deutlicher, 90. Temperatur 36.j". 

24.,'9. Vormitt. Die gestern begonnene Reaction hält an: am 
f37./9. tritt Patientin in den-Reconyalescentensaal. 

XIX. Filomena Zini, 47 J. a., erkrankt in der Nacht 
22./9, jiliitzUch an Durchfall, Erbrechen und Krämpfen mit 
frosser Entki'äftung; nahm noch zn Hause Kaä'ee mit Rum; trat 
lüB Spital — Maddalena ^ am 22. ,■9. 3 h. v. Ab^iemugert; hippo- 
cratisches Gesieht; Kopf frei; Mundhöhle und Zunge trocken; (re- 
iht cyanotisch; Durst lebhaft: Stimme heisei-; AngHtgefühl; Herz- 
fimpuls schwach; Bauch aufgetrieben; Blase leer; Extremitäten 
alt and cyanotisch; Haut unelastisch; EeLsswasseratühle; Radial- 
unfühlbai-, Oarotidenpuls schwach, Freq. 100. Temp, So,/, 
EeBpiratjon 20. — Behandelnde Aerztei Beretta und Minola. 
lypodermoclysma (an den Schenkeln und dem Bauche) von 
[1700 CC. Snbcutane Aetherin,iection, 

4'/.2 h- V. Leichte Besserung, ßailiiilpuls wird thhlbar. 
9 h. V. Depression, Cyanose, DiaiThoe sind geringer; Haut 
treniger unelastisch. A n u r i e. Radialpuls noch klein, 100. 
Temp. 36,2". Resp. 30. — Hypodermoclysma wiederholt i.iit 
febOO CO.; Aetherinjection. 

9. 8 h. m. Patientin flihlt sich wohler; Durchfall ist ge- 
riehen; Zunge und Mundhöhle sind noch ktthl, die Extremitäten 
die Haut etwas elastischer; Cyanose fast verscliwundeu, 
tadialpuls 94. Temp. 86,5", Resp. 26. Hypodermoclysma 
L 800 CO. am Bauch. Aetherinjection, 
6 h. V. Patientin befindet sich wohl: auch die Extremitäten 
ind wftrm. der Crin fliesst. Puls- 84. Temp. 37". — OM. Salz- 
säure. Mist, excitans, 

24,^9. S h.m. Die gestern begonnene Reaction hält an, die 



uru . .ivpuiiennuch~se i. Anweadbi. .skninaua. j 



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V vkvv*5> wird ift 'J'T M'j''J/U.^r,>. /-'';,;. 2> V '. ;.. ■■ l-ij?i:e. Zr- 

fei; liippn ""'* Zijnir<-, k;ijt: MAiH.Ui-r Diu st: Aphonie: 



Krunkheilütälle, i. Unieu il. HypodermocIfaG i. Anwundg. gekoiumen ist. 

jCrtüstrictidUsgefUlil iin Epii^astriuHi; KeiüMwaaserstlUilii; Kälte und 
Uyajiose der Extremitäten; Haut unelaü tisch; Radialpnls fehlt; 
Herzimpuls schwach. Aaurie. Temperalui- 36". Respiration SO, 
'i 96. 
H y p d e r m c I y s m a von löOÜ CO. und Aötherinjeclioii 
RBeretta uud Mimda). 

8 L. V, wurde beides wiederholt, Jean mit 1200 CC. 
8 h, 20 m, V. ist RadialpiÜB merklicher, Unruhe und C'onstric- 
[öoEBgeföh] geringer. 

2Ö./9. 8 h. m. Leichte Besserimg. CTesichtsauNdi-uck belöht; 
[aut weniger unelastisch; Zunge und Mundhöhle warm; Cyanose 
Wer Extremitäten gewichen. Durchfall vermindert; Puls 90- Tem- 
teratlU- 36,,,". 

4 h. V, Die Reaetion vom Morgen fährt fort; Patient auf dem 
Wege Ziu- BeKsei-iuig, wjimI am 28,/9. in den Reconvalescentea-^aal 
aufgenommen, 

XXJI. t; e c i l i a P e t r i 1 1 a , am Abend des Tages vorher 

terPrndromal-Erschelnuiigeü erki'aukt, wird 26./&. 6 h. m. recipii-t; 

Ischwer krank, (.'onstitiition kräftig; gnt genähil. Das vollständige 

ische Bild der ('holera im asjiliyktiKchen Stadium; nur 

i Kräiui>le fehlen. Radialpuls nicht fiihlbar, Carotidenpuls 100. 

ETBinp. 35,j", Resp. 30. 

h. ra, Beretta und Minola machen Hypodermocl., 
^61X) CC. und Injeclion von Äether und Phosphor. 1 h. v. werden 
i^Bhmuts 1400 CG. Wasser injicirt,. Kurz darauf befindet sii^h 
^atienlin im Allgemeinen besser. Eadialpuls fühlbar; Haut elasti- 
Gewebe weniger trocken, Druck im Epigastr, vermiudert- 
i&.'beudx 1200 CO. Wasser — femer Injection von Aether und 
i*hosphor. — in der Nacht beginnt die Reaetion, Hetzt sich am 
Morgen fort. Die Besseiimg schreitet gleichmässii? fort und Heilung 
kflrtolgt. 

XXÜL Gius. Garlarehelli, Soldat vom Sanitätscorps, 
rec. 27., 9. Lazareth Genua. — Durchfall, galliges Erbrechen. 
Kopf'schmen'z, Icterus, CoUaps. — Dr. Marco macht Hypoder- 
mocl y s e 1 mal. Reaetion trat erst spät und langsam eiu und 
typhoider Zustand ent-wickelte sich. — Patient wui'de geheilt. 

XXIV. N, N., Infanterist — Genua. 28./9. rec. Frischer FaU. 
Sofort Hypodermocl. (Dr. Marco) mit glücklichstem Erfolge, 
u nmi ttelliar er, bedeutender Besserung nach weuigeu 



jf UmnäienBfiÄliit. ^ mbal l ^yimbeauväy^ z. « j. p mu nc 



j^'^.-*: T'Hiuj^g'KTxrgii^iTirr: TTtüTiirmr ÄrCn s-i *□.: SÄi 

i;«.i±i*-^ Zr:rri^i»^c- ~:Il^J!:i'iir»: Azaz^-r. -r? iTi.il: rifir Kälte. 
»r-.»T"L 4.1'irT-ri Krr:'rli "titit lzl 1 1! Li* -^^r- HT5-:--ier- 

ruLrZii- A2L LirisT'^z. K/rr-eü tzi i-r^^itT^ Hjii:t£r3r2.>rw am 

ä1t1v>7^ 1^'.^: zL-ri ^l-T . il "III Itn-ü: i!^':i.^'iri?«!l«Tr ZsÄisi bei 
F.r::.h.Ti^ i-r^ L^irriiiZlr-- i- E": : irrzL : rl SÄ>z \^i Be- 

■v±'i imr.ri^rr .'^Lrrz^ ii iiifi ür L.e?*:?^::i-i: ^ir lizzrsiuSSi erfolgt 
Uli riir: jr.KSr Brr^-T ^trl :£ir:- A : rü i> :' ir>^ crfr»ealiehe 
ür-^r:::!- '^Lni^im.iliir. Srl-s^ris^- ^ni A-s":nrz. -^izrrs j^p^'C'tsen. 
'^l^zrT •^l-irli.rLaiili rl-e:: EiAiiTiriirs. Trtz. izi 4. Tä^t ^eier er- 

-vllrrLrl- r-rir r^Z-rT. rL^LL: ZL 1 Lr.'rr - 'yTSTl^. Flwt^SS. Voll- 

rOlTZ. •'.'^sirT Xitir:!:. Zzz3^','Tr^z, r^r. in ^lIO, nnter 
•.vivrrr:: i'.lrri.-—: vnri_ Hjt : irrr. -: fl 'siri jiü ertragen: 
ilrÄ.:-^ 1 rrflr: sr^*ll :z:i PiTir": «c^rr^ir.iri iir Kranklieit 

X-XVZl I'r- y r-ili. W::rwe -ies 57^:1: r^f vvii Spena. der 
iL - l'.lrri T^rviäT^.- f:-e:äi.i >i.-h. :ii.e >*arkr WsÄ^^r^erillSte vom 
l/XT*ii!ili izL Tvr^rS'*hr::t»ri:ri; KllTrzzLsraiLi mit allen 
t^fiifrz .S7.1r.pr 2:-=:iL fäs^ Pisl->si^kri:. ä1> It. Dr SiaQMiie die 
K } j '.' i r m : > _ niTtels: ein^r^ iziprr-TisinrrL ArjvsjÄtes machte 
QÄ rir^r '»> «l«.. isü^iTTir. aii 3 Trrs*-'lLie»iriie!i Steilen. Der 
StLiirrz T.n F,:- >— ' -^ war Irbhaift. -iahrr ier Pals n«:<li mehr 
*^t.k. si^i TTi^ier >::' ziki 'wie^irr SAii. xmier rV-itc^^tehendem 
Era^irhrri» DrsiÄlb si:l**iitane Mory^hiurr.- und A*j^>pm-In;ectionen 
A CÄi^^nrl zi'iaEiniTii 2>*> Ccnüsr. Zas:asd aussichtslos. 



KruakheitsfäUe, i. denen A. Bfitodermaciyse z, AnveQilg. gekomi 



2!» 



Am folgenden Tage total verändert, gebessert und nach wenigen 
Q'ageu vollkümmen wiederhergestellt. Hyiiortermocl, liinler- 
lless keine üblen localen Folgen. Zu bemerken ist, dass die Aerzte 
S p e z i a viel Gewicht auf den Gebrauch von Calomel nach 
ber Hypodermoclyse legen. 

XXIX. Frau Dessy in Spezia, erkrankt an Cholera »m 
'9., verschlimmert bei Gebrauch von Wisniuth und (.'alomel. 

t^ach 24 Stunden bei beginnendem Kält«stadiam giebt Dr. Teresino 
Prati ein Hypodermocl. von 38pj" C, 1 Liter Äq. dest. mir Natr. 
^blur. und Natr. bicai'b. versetzt. Nach 2 Stunden vollständige 
wrptinn und leichte Besserung; in den nüchsten 3ti Stunden 
4 mal Hy^iodermocl. von je 1 Liter. — Danach trat W o h 1 b e- 
finden ein, ho dass jede weitere Gefahr b eseitigt 
_aa sein schieu. 2 bis 8 Tage hielt das Wohlbefinden an, da 
id^6D sich Schüttelfröste, Fieber (38,^"), Schlnmmersucht, leichte 
rien, starke Priisü-ation; diphtherische Membranen auf dem 
Pharynx; Schmerz in allen Därmen; Durchfall und Erbrechen grün- 
kicher Flüssigkeit, gemengt mit Fetzen von diphtherischen Mem- 
ptanen. Puls klein, unterdrückt, fadenförmig, Pu]tilleu contraliirt. 
Beralähmung drohete von Augenblick zu Aufienblick. Chinin wurde 
bofoit erbrochen. Man versuchte es subcutan. Eine leichte und 
portsclu'eitende Besserung trat ein; nach einer Woche durfte man 
Patientin für ausser Gefahr halten. Keconvalescenz ging 
5«am vor sich, aber der wieder nonnale Zustand des Magea- 
Darmcanals sicherte die Genesung. 

XXX. Zonza, 18 J. a,, erkrankte am 22.i9., anfangt* mit 
sichten, bald aber schweren Cholera-Symptomen, trotz (üalumel 

Itind Opium. Cyanose entwickelte sich allmählich an den Lippen 

limd den Spitzen der Zehen. Prati gab ein Hypodej'raocl. — 

■Hach 2 Stunden trat bedeutende Besserung ein; die Stimme 

J-wiedei- wahiTiehmbai', einige Tropfen Urin kamen zum Vorschein, 

ler Puls hob sich. Das Merkwürdigste ist an dieser Geschichte, 

i die das Leben dei' Patientin so bedi'ohenden allgemeinen Er- 

leinimgen nach dem Hypodermocl. sämratlich und zwar sehr 

l«ch vei'schwanden; nui- etwas EIrbrechen und Diarrhoe hielt noch 

die von dem vorher unwirksamen Calomel (wie Dr. Prati 

meint) jetzt beseitigt wui-den. Die Besserung hatte Bestand und 

Äe Patientin konnte nach 6 Tagen das Bett verlassen. 



Ai) Kraultbeltinil«, L 'Irorn iI.Hjpo^'^T'DoclTse s. Atiwend«. ^kin 



II. (lPstort)«n. 

1. .)am«!> Kam^olo Boot. Fürst der Haüilvricfa-Lo 
20 J. a., etWÄs geschwächt in Folge eines vor 1 Jahn* in 
uia4-ht»n Typhuo, erkraulEte Nachts b.'ß. September an (Tbolq 
Dian-hoe nnd wimle znerst von %-«P9chiPiienen Aerztcn in < 
Stadt (Nt^apel) hehandell. 10. Soptemljer Morg'eiis fand ihn Pd 
mit Dian'hoe, tmwilUcilrlii'hen Entlpernngnii, kalt, cyannti»cli i 
2-i Stunden, piilslos nnd seit rji. SC* Sinnden ohne Uiin; Be«p^ 
(i<m sehr erschwert. oWrfläcLlich -Mi in 1 Min. Perli i 
HypnderiD'tcIyse Vfin 1 Liter und da ilie Diarrhoi" anhiell, j 
warmes Tannin-Enlenddysma, wonach die Dian-hoö sofort i 
Eine halbe Stunde nachher, nach schneller Resurption vrar t 
Aihmm leicht, Pul» zum Vm-schein gekommen, aber kadin f^hld 
Harnblase zwar leer, wurde Katheter eingelegt, unr wenige tVapfl 
ITrin entleert, der stark sauer reagirte und viel Eüweiss zeifl^ 
Da lue ßesHerung nicht fortschritt, injicirte P e r l i nach -t Sttl 
auft Nene l Liter und mittelst Euteroklysmo 2 Liter Wai 
VDii 40", versetzt mit Salzsäm-e. -wobei Rnmpf nnd ExtremitÄfl 
des Patienten sich warm anfühlten. Danach wurde der Puls fQ| 
barer, Respiration tiefer und seltener. Cyanose verschwand ( 
mählich, TempeJ-atiu- normal und nach einigen Stunden { 
320 Vi', sehr sauren und eiweisshaltigen Urins ah, — Nach KtH 
mal» 10 Standen hielt die Besserung an, es wurde noch i 
1 Liter der gew5hnliehen Lösung iniicin und am folgendän ] 
gen fand Perli den Patienten so weit gehessed 
das« man au eine rasche Heilung denken kn 
Prof. Senat, de Mtirtini, der ihn am nächsten Tage besacld 
machte dera König, der sich iiir den Füi-sten interefsirte, die J 
theilnng, dass er zweifellos gerettet werde. — Unglücklichen 
fand man täglich im Urin eine wachsende ilenge EiweiJ 
nnd am 12. September, dem 6. Tage der Krankheit, sogar 10 gTi 
auf I Liter, dabei granuürte Harncylinder. So i 
die Diagnose einer Nephritia constatirt und am 13. SeptemlJ 
dem 7. Tage der Krankheit, erlag Patient einem heftigen tträd 
w.liKn Anfall. — Vermuthlich hatte eine chi-onische Nephritis! 
ittanden, die durch tlie Cholera zur acuten geworden ist. 

U. Francesco .Jesu, 36 .1. a., etwas fettleibig, erkranlJ 



idg. gekomm'-n ist. flfl 

B^ptember Morgens an Cholera in heftiger Weise. Stuhl- 
igen sehr reichlich, hänfig, und am Abend ohne voriinge- 
iS'penes ErbreeheB, Pulslosigkeit, Äiinrie und leichte Cyanose, 
Haui. nicht llbermässig kalt. Perli injicirte subcutan .H'i'.j 
r aUullsches Salzwasser, dtis schnell resorbirt wurde und nur 
s Schwindelgefühl hervorbrachte, üebrig'euntrat rasche 
«erung ein, der Puls einchien wieder, Cyauose im Ver- 
iuden; subjectives Wohlbefinden. Gleichwohl traten nach 
ligen Stunden Collapserscheinungen ein; warmes Ba4 und sub- 
■ Äetberinjectiouen fruchteten nicht. 1 h. m. starb Patient, 
rnächdem er, wie der Krankenwärter versicherte, tTrin gelassen 
liattH. Dr. Peru sucht die Todesnraache in Herz verfet tuTig. 
3. M a r 1 a S a c c , 50 J. a., war um Mitteniacht au Cholera 
erlti'8.nkt mit reichlichem Durchfall, Erbrechen und starken Krämpfen. 
28. .September 10 b. m. fand sie Dr. Reale <!yanotisi;h, die Aug- 
äpfel ausserordentlich tief liegend, die Cornea triibe, im Allge- 
meänen kalt, vollständig aphonisch und anuriscli, ohne Selbstbe- 
"»■nsstuein, von Zeit zu Zeit faselnd, 4S flache Atheinzüge. Herz- 
I Wixe nicht mehr zu unterscheiden, Puls verschwunden. Erbrechen 
H-ö Durchfall hatten aufgehört — Injection von 700 CC!. an den 
aicben hatte nicht die mindeste Besserung zur Folge, 7 8t. 
ftnadi wollte Eeale die HjTtodermoclyse wiederholen, wurde 
p von den Angehörigen daran verhindert 29. Septemb. gegen 
oxgen verschied die Patientin. 

4- "N, "N,, 28 J. a., seit 8 Monaten schwanger, fettleibig, vor 

18 Stunden von Anfangs breiigen, später serösen Ausleerungen 

Pfeilen. Dr. Ettari fand die Haut ziemlich warm, leichte 

dose, stai'ke Aphonie, ungeheni'e üni'uhe, Athembeklemmung, 

sameu, fadenförmigen Puls, Wadenkrämpfe; Erbrechen selten, 

2 Mal. Vor Anwendung des Hypodermoclyamo setzte der Puls 

; ans und Patient verfiel in eine dem Tode ähnliche Ohnmacht, 

aber durch subcutane Injectionen von Aether und Castoreuin 

*^Im' zu sich. Ettari machte Hypodermo clyse an der 

P^^TB Fläche beider Schenkel, worauf ca. 2 Liter von 38'' C. 

^Ä'hirt wm-den. Puls tuid Stimme belebten sich, Krämpfe und 

[lochen verschwanden, Diarrhoe trat nur einmal während der 

^•^iit auf. Lancinirende , schreckliche Schmerzen entwickelten 

"''-■^ an den Nieren, hßrten aber nach einigen Stunden auf Au 

■*«** Einstichstelle bildet sich eine grosse Ecchymose und andern 



szuAaosLii^ 



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KrankbeitsfitUe, i. deüen d. llypndermoclyse z. Aowendg. geltoTamea ist. ^jy 

bibltitö, seit ü Tdgeu erkraukt. Krampf ohne Erbrechen, weuige 

lila von schwarzem Kothwassei-, dabei ausgebildeter Kälteau- 

tlifl und Cyanose an den Gliedern und im Gesicht, Muskelki-:it^ 

tftlten, Sensorium fi'ei. Patient schei'zt, will aufstehen. 2 leichte 

Srose EntlueruugeE treten ein, Krämpfe in den I'üssen, tiefe 

Blmniacht, der Puls vei-sehwindet. Auf Hypodermoclysma 

plljeetives Wohli)6finden, Stimme, Puls, Kräfte gehoben, eine vor- 

ter vorhandene Geslchtstrübimg geht vorüber. Patient will im 

Stt sitzeii, ist heiter. Trotz excitirender Injectionen sinkt dtr 

wii'd die Körperoberfläehe aufs Neue kalt, die Stimme ton- 

Patient sagt in heiterer Stimmung: „Ich sterbe" «ud 

abt wirklich. 

HypodeiTüoclyse wurde nicht wiederholt. 
8. Orseola, Giuseppioa, 42 J. a., wurde von Dr. Ettari 
Anfang an behandelt. Entkräftungsgefühl, Enüeerang von 
ioUunassen. Puls schwach, Stimme plötzlich aphonisch, bei er- 
iütener Muskelkraft. Legt sicli ins Bett, entleert wieder und 
irmals Kothmasseu. Anhaltender , schmerzhafter Krampf im 
sbten FuBse, Haut wenig kühl. Achseltemperatar um ',,, Grad 
^liöht Enieroclysis mit Tannin; nach '/., Stunde Brecb- 
iDg und Erbrechen der Getränke: seröser Siuhl mit Kothab- 
wenig reichlich. Hypodermoclysis. Es wird über 1 
^ter Wasser resorbirt;- der Ällgemeinzustand etwas weniger be- 
mklich, l'uls noch schwach und klein, Aphonie anhaltend. Nun 
nlgteu aber reichliehe seröse Stühle; Kräfte und Sensorium unge- 
bei Wiedereintritt dcB Fusskramptes wird der Puls 
liwäcber, Asphyxie meldet sich und schwindet trotz Aetherinjec- 
lonea nicht. Patient, stirbt am nächstfolgenden Morgen 1 h. 
41 Stunden). Es war das der 5. TodesfaU in demselben 
[auBe. Hypodermoclyse war nur 1 mal gemacht worden. 

Frau N. N., 33 J. a., kinderlos, ausserordentlich fett- 

Bjbig, war gewohnt viel und gut zu essen; erkrankt an (Jholera- 

rrhoe am 3. September. — Am 4. September (Dr. M a r s i g 1 i a) 

ise Dian-hoe, leeres Erbrechen, Magenkrampf, Krampf der 

pnterextreuiitäten, VerwiiTtheit, allgemeine Unruhe und Nieder- 

achlftgenheit. r d. einige starke Dosen Opinm, später Äc. 

3. c. Bism., Siuapismen, warme Elnwicklungen, Camphersalbe. 

ohne Erfolg. 5. September Diarrhoe selten, Krämpfe ge- 

fächen; dafüi* unauslöschlicher Durst und Erbrechen alles dessen, 

i, Ergebniase der Ctiolera-Buliandliuig. 3 



34 Knnkbeitsfälle, i. ilenca d. üvpitileiniod;se i. Anweodg. geki^nuiiea lat. 

wa« sie zu siiiJi genommen; die Verwirrtheit wäckst, Ännriel 
wllständig, Pulse fadenfönuig, am Verscliwinden, Herz schwa 
(Jesicht zum Theil cyanotisch, dgl Ober- und Un(er-ExtnMniüil| 
dajtn kalt von der Mitte ab-wärts, Temiieratur des Rumpfes ; 
Hypodermoclygma von 1,5 liiter und 37.Ö" Tempemlur. 
15 Minuten. Die Beule verHchwindet binnan I Stunde. SuflJ 
bebt siuli der Radialpiüs, besonders an der rechten Hand, 
Extremilftten wenien wiBder warm im Lanfe des Tages, Cy« 
verschwindet allmählich; Achseltemperatur bleibt 37". Aoorie I 
Hteht fiJTt.. Die 3 folgenden Tage bleibt der Zustand nnyj 
inäert. Der Durst ist geringer, man giebt Eisstückcben; das! 
brechen hat aufgehiirt, Ord. Cliin. valeriau., C'amphor., Tr. i 
und ai-oniat Wasser. Das Befinden der Kranken ll 
sehr gut. Aber in der Nacht des 4. Tages nach der HypDtlJ 
«oclyse schläft, sie nicht, wird unrnhiger, deliiirt.; am Morgen | 
(las G«sicht heis^, Puls fi-ecjuent, vibrirt, Herztöne normal, 1 
99,1,". — Ö'j h. m. Ord. Salzs. Limonade. 2 h, v. Patientm I 
schwärzliche St^öe erbrochen, ist sehr matt, bei Marsig'liJ 
Ankunft in Agonie und stirbt nach einigen Stunden, 6 TaffO i 
Beginn der ICrankheit. Das Erbrochene war Blnt, 

10. Öramandoia, Maria, 40 J. a., recip. 17. Septe 
lU h. m. — Patientin hatte am 16. ein Kind aa Cholera ■vei 
und erkrankte selbst währen{i der Nacht heftig, ohne Vorlfi 
xt«.diuin, au profuser Diarrhoe und Erbrechen. Bei der Ankt^ 
im Spital Maddalena Ord. Warmes Bad und PoÜo excltans. 

17. September 2".^ h. v. Hippokratisches Gesieht, Aogäti 
eingesunken, Lippen und Wangen violet; Zunge troclieB, I 
Dur^t lebhaft; Stimme ganz tonlos; Extremitäten kalt, cyiuiolii 
Haut imelast isch ; Intelligenz ungestört; Athem etwas fniiw 
Herzirapuls schwach, Töne kaum hörbar; SchnürnngsgefOhi ; 
Epiffaatriuin, galliges Erbrechen; Bauch platt; Blase leer; W» 
krämpfe; Badialpuls fehlt, Carotidenpuls schwach, Frequ. ^fki 
Temperatur 35,,^". Diarrhoe charakteristisch; Änui'ie. 3 hJ 
jjwei Äetherinjectionen, danach H yp odermoclyB 
( B e r B 1 1 a und M i n o 1 a ) von 1500 CC, an der Innera und fttu 
E'läclie der Schenkel, danach ein warmes Bad. 5 h. v. Be&D^ 
fast unverändert. Hypodermoclyse von 1500 CC. wi«d4 
holt. Nach ' j Stunde ist das Constriettonsgef5hl im Epigaäti 
geringer, Radialpuls fühlbar, 100, Aetherinjeetion. lÜ'/j 1 



KianliliHi&mta, i, ilenoa J. Ilfpoikn 



iwemlk'. gekon 



35 



|DritteR Hypodermocl von 1(>00 CO. Aethermjeetion jetzt 
mfl noch 2 miil wahrend der Nacht. 

18. September ft h. m. Tiefes Daniederliegen; Extremitäten 
Icyanotifich und kalt; Conjanctiven injicirt, Corneae greti-übt-, Radial- 
fimLse fehlen, Piairhoe dauert fort. — 4. Hypodermopl. von 
1800 CC. — Aetherinjection. Die Verschlimmerung schreitet fort, 
f Patientin stirbt 11 h. m. 

Pennacchi, Lnigia, 26 J. a., recip. 20 September 
l9'/2 h, m.: verlor vor 2 Tagen eine Freundin, mit der sie zil- 
fBarotnen wolmte, litt selbst seit 8 Tagen an Diarrhoe, am 19. Sept. 
lancb an Erbrechen und grosser Mattigkeit; gebrauchte zn Hause 
1 Oplftmpulver. — (Beretta und M i n o l a.) 

20. September 9'/.2 h, m. Hippokratisches Gesicht; Angen ein- 

iken, Corneae trübe; Oyanose an Gesicht und Lippen; MunJ- 

■lllühle und Zunge kalt; letztere belegt; Durst lebhaft; Aphonie; 

r Schweregefühl im Epiga.'^trium: HerZimpuls massig, Töne bestimmt.; 

f Sanch geschwellt; Harnblase leer; Diarrhoe profus, charakteristisch; 

lAnurie; Extremitäten kalt und cyanotisch; Hautelasticitäf fühlt; 

FTemp. 35,j". Radialpuls unfühlbar. Carotidenpuls schwach. 84: 

Respiration 20. Ord. Hypodermocl. von 1800 CC. 2 Aether- 

inJECtionen. 4 b. v. Profuse Diai-rhoe dauert fort ; Radialpuls feWt; 

Haut is udch unelastisch. Hypodermocl. von 600 CC. War- 

L mes Batl, 30" R. Während der Nacht noch 3 Aetherinjectionen. 

|21. September morgens Coma. Agonie; Tod um 2 h. v. 

12. Rocco, Rrnilie, 40 a. n., rfic. 21. September 9',, h. m. 

Jllt schon seit einigen Tagen an Diarrhoe, bekam am Morgen 

I^olera-Symptome. 11 h. m. Abgemagert, sehr hinfällig, soporos; 

ifltwortet mühsam. Hippoki'atisches Gesicht; Äugen eingesunken. 

tisisa spitz; Gesicht und Lippen cyanotisch; Zunge glatt, kalt; 

älme fast erloschen; Durst ufisütlbar; Herzimpnls sehr schwach; 

lespiration mühsam; Patientin klagt über Druck im Epigastrium. 

Bbnch platt, weich; Flüssigkeitsansammlung im Darm; Erbrechen 

laltend; Reisswaaserstühle; Hanlblase leer; Anui-ie; Radialpulse 

[Wut föhlbar; Carotidenpuls schwach, 100. Temperatur 35,4" C; 

Respiration HO. Haut der Extremitäten kalt, cyanotisch, unelastiacli. 

Beretta und M i n u 1 a geben Hypodermocl. von 1500 CC. 

itid Aetherinjection. 12 h. m. Kurz darauf lässt der Uruck im 

■Eplg'astrium naijh; Puls wird fühlbar. Hypodermocl yae von 

Liter wird wiederholt, desgl. I Aetherinjection. 3' .^ b. v. 



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■IN . . ! •. . :; i- .V'i:.-/u-i: l'atit'lll schür. iL A^-.iir lig. 

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N. . ;•. . V. ... . s*.. ; :,.N.-. '.'..'- '.uK-i: niöirücb sei und inui-irtcL 

..;: :".:.». .\ ^^ .i". . .. . 1: S I U 11 d t V u 1 1 > T ä L dlg 

■ : s V ... •" ..-.ii N.:i-.'' Uli! V» h. V. 

: i . :: ;. .*•" a. IL. reclp. 25. September 

^ ■: s... :;.'.. .'..L- Lu»i uiu: allgemeines Unwuhlsein. 

n:- ;..;■. Xi.:- '..* -..-.>.: ^- ■ !i::.:.;it" KlUssiirkeit und Krämpfe 
•t." .i: : .-. . \ . .1: . . .:. /.' >;' i'. •.'iii'w S\ h. m. Grosst 

\i.. .-.^u.- . :::..:...:. .v. Viii.iii-. tvliU. raüeutin »elu' ab- 

i-:i:.j-v . .-. !: i . «.... ,.N V. u 1 %..-.. "i: isi etwas Kopfschmei'Z: 

\i:- :.:•::■ ::::. ;-,::::U.-: : •.-.• : ^ •... . ■-.'Nl/hlSleid UmUebelt I LippeU. 

. i::ii': \:i:i'.;>. :. . kl" .' ..'.•n: .si.i.wii: :^uvsi hettifi:: Athem lang- 
'.i:i t :■:.:•.■: . .;:.■-.;■. . .-n, . !.■ . •..•i:>i;eiuiil iiii Epigastpium : 

:;,.n:-. .4,-.'::N.-.i^:L:!vii blerzimpuls schwacL 

:\i !! kv:::; v.isamuilmur von Flüssig- 

A- lit'i: :..i::.: .:::.■. -.iitik:-: :\.i:\^\ r- :ii\^\:^A:, kalt; ßadialpubi 

:'.•.::. . .4-.'.:. i. ■:::.::, . •>»■ s, : \. :. ! :::-.:v v i'j\:*vimTaten kalt, cyano- 

> .. ::; .:.:'.•: :•. ; ... ::::.. V.l.-. . a eiuHvpoder- 
• - ^^'l ..v\ . . :::«. * V.-.lr;- •.::-.•,•; !.»:».-.•!. 

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-••.I- ^*^- .:■: :.:.;:. v;:;:yr ;::::^.:is. >.:. 1 'i:L:rhi»t IT Schranken 



Krankheitsfälle, i. ilflnen (i, HypodiTmoclysc 7, Auwipdg, gekommen ist. 37 

I noch nicht beseitigt.. Hypodermocl tod 1300 CC. Aeliier- 
L injection Istilndlicli während der Nacht. 

I 26. September 8V2 h. m. Befinden noch besser. Puls ent- 

L"wickelter, 100. Extremitäten kalt, Cyauose um Vieles gennger; 
[ Stimme vernehmbar; Lippen und Zunge warm; Diju-rhoe vei-- 
[ schwnnden. Durst noch vorhanden. Temperatur 36,7*. — 4 h. v. 
I Befinden noch gut; Gesichtsausdruck lehhat't; Zange und Extremi- 
l täten warm; Radialpuls massig. Ord. Aetherinjectionen und SaJz- 
I säure im Getränk. 

[ 27. Septemher 8 h. m. Verschlimmerung. Äpatlüe. Puls 106. 

1 Anurie nicht gehoben; Cyanose wieder eingetreten. DiaiTboe ans- 
I geblieben, aber in den Damischlingen \iel Flüssigkeit angesammelt 
l 2 h. V. Agonie. 6 h. v. Tod. 

I 15. Comitanti,Lnigia, b6a-n., recip. 24. September 

I 2 b. m. Seit gestern Vormittag erkrankt, an profuser niaiThofs 
I £]rbrechen, Krämpfen, allgemeiner Kraftlosigkeit. Ord, Mixt, exiü- 
I tans. 7Vj h. m. Schwächlicher Habitus. Stad. a! gidoasphjc- 
I tic sehr vorgerückt; ßndiiilpuls fehlt. Carotidenpuls ischwach, yß. 
I Rei^piration 3Ü. Temperatui* 36". Bauch eingesunken. Harnlitase 
[ leer; Haut unelastisch; profuse Heisswasserstühle ; Änurie. R h, m. 
I gebeu Beretta und Minola ein Hj p oderin od, von löOO 
L l ;C. — Aetherinjectionen 4 stündlich. 3 h, v. fast wie am Morgen. 
I Erbrechen hat aufgehürt, Diarrhoe tortdauemd. Carotidenpuls 100. 
J Bespiration 28. Temperatur 36". Hypodermocl. 12(K) PC. 
I y 1l V. Kadialpnis wahrnehmbar, Allgemeinbefinden et-was besser. 
I Hypodermocl. von 1000 CC. - Aetherinjection. 
I 25. September 8 h, m. Patient noch kraftlos; Zunge wann; 

I Badialpuls deutlich, 104; Haut etwas weniger unelastisch. Dian-hoe 
I BOsgeblieben. Respiration 28. Temperatur 36" C. — H y p d e r- 
I mocl. von 800 CO. — Aetherinjeetion. 4 h. v. Belinden fast 
I wie am Morgen; Haut elastisch; Puls 100; Anurie. 
[ 26. September H h. m. Wälirend der Naeht ver-tchlinunert; 

I COBJUDCtiva lebhaft injicirt; Bewusstlosigkeit ; mühsame Respira- 
I tiofl; Bauchhaut warm, Extremitäten kalt und cyanotisch; Radial- 
■ puls verschwunden. Diarrhoe währt fort. — Aetheiinjection. — 
I Coma und Tod um 6 h. v. 

I 16. Maluraati, Filomena, 26 a. n., rec. 24. September 

I 4 h. m. Ohne Vorläuferstadium traten gestern Durchfall, Er- 



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hcitsfullc, i. <icnGD A. Hypoderoioclyse 2. AnivL-odg. gekommen ist. 39 

vou getintreii Darmentleerungen liefallen wordeo, hat Schwindel, 
"Wadeiikrampf und ist. äusserst rnatt. Sopor; Patient autwui-tat 
Icauin oder gar nicht auf vorgelegte Fra^^en. Ausgesprochenste 
CjanosB, htwionders im Gesicht und an dwn Extreinltäteu ; die Augen 
ifid weit autgerisseii, die Oomeae geiräht. Temperatur der Extre- 
uitätea äusserst niedi'ig, — Diari'hoe ist aitiht, Jirbrechen wenig 
TijKhatiden. Achsel! einperatur 3ö", im Rectum 37, ßespiration 44. 
i unbeRtiiumbar. 

11 h. m. geben Cum, Monte*usco and Bifulcoeiu 
äj'IiodermucL vun I Liter au dei- linken Bauchwand; nach 
Vs Stunde ist die Beule verschwunden. Aufaiig.'* scliien Bes.senmg 
eifl&eten zu wollen, die Pulse waren etwas deutlicher geworden. 
^tchselteuiperatiir 35,^". Eespiratiun 41. 

2 b. V. aufs Nene und so fortschreitende Verschlimiuerun)?-. 
6 h. V. Tod, 

19. Luisa di Carlo, 38 a. d., reo, 17. September, bat 
Tages zuvor an Baucbschmei-z gelitten. Nachts 3 ftiissige Stühle. 
Patientin sehr hinlallig; allgemeine Cyantise; heftiger Schinerz im 
Epigastriiim, schmerzhafte Wadenkrämpfe; brennender Dui-st; Er- 
brechen und Durchfall fast uubedeutend. Anurie. Temp, axill 34". 
Ilesiti. recti 37,j"; Athemziige 47, Radialpuls 131. 4 U.V. Injec- 
iitfa von 800 CC. 39" C. 5 h. v. Nach voUatändigei- Eesori'ÜflB 
Befinden ganz im vorigen Zustande. 7 h. v. verschlimuiert sieb 
4er Znstand, Patientin stirbt. 

20. Pepe Alfonso, 27 a. n., rec. 26. September; ist er- 
' krankt am 25. September mit ITehelkeit und Brechneigung; danacb 

CoÜkschmerz und wenige, spärliche Stühle. Grosse Hinfälligkeit, 
-der Kopf liegt hintenüber; ist stai-k cyanotiseh, hat grosse Äugst, 
ilirenuenden Dunit, beständigen, vergeblichen Hamdi-ang, weder 
Erbrechen noch DurclifalL Temp. axiU. 35", Temp. recti 37,,"; 
Swpil'Mion 5S; Puls vei-sebwindend. 5 h. v, Hypo derm nrl. 
TOT 70U CC. und 40'^ Temperatur. Die Injeetionsbeule nach 20 
Ifinut«!) verschwunden. 6' \ b. v. Acbseltemperatui- 35,.,". Beapi- 
^tion 56, Puls 140. Um 10 h. v. Verschlimmerung. Tod gegen 
Ifittemacht. 

21. Tarantino Francesco, 39 a. n., rec. 17. September; 
bfttte in der Nacht vom 16. September einen Anfall tou nicht 

• heftiger Diarrhoe, seitdem überhaupt nur 4 Stühle. Augen 
jeaunkeu, Wangen bohl, Cyanose der Schleimhäute; fast völlig 



a{ilioui><(Th. Büagt al)er heftige Schmerzen in ilea Beinen i 
Brennen im klagen. 'I'eniit. aiilL 34^". Temp. recti 38". Athen^ 
zü^e 44. Puls 133. nh.m. Injektion von 1 Ijtcr. 
34) Jün- voUkuBunen resorbirt J2 h, m. Ai^bselt^mperatttr 3&*l 
Respiration 4lJ; Hul$ 130. Uiese leichte Bes3<>ning danerte aoT 
kurze Zeit; VerscbUmmenuig ami Tod im Laofe der Nacht. 

22. D'Ancona Michele, 41 a. n., rec. 17. Septembd 
8 h. m.; seit vorigem Abend an leichter Diarrhoe, ohne Erbreciifilj 
erkrankt. Nachts 4 Stuhle, dazu heftige Krämpfe und Mai 
Kchmei-zen. Grosse ffiuialligkeil , Bewusstsein umnebelt; am 
Augen breite blaue Ringe. Wangen and Lippen cyanotisch, 1 
eisig i stimmlos. Keine EHarrhoe, bloss von Zeit zu Zeit Anstronj 
Miro Erbrechen. Temp. axiU. 34". Temp. recti 37'; Kespir. ! 
Pulse unzählbar. 10 h. m. Hypodermocl. von 800 CC. 
39". Nach 1 Stunde ist die Beule verschwunden. AclweltemJ 
54^". Eespiration 37. Puls wie vorher. 1 h. v. etwas BHR.sen 
a'i'j b. V. Verschlimmerong, gegen 5 h. v. Tod. 

23. übaldo Stocchi, 2b a, n., rec. den 13. Septei 
Arat De P r a t L Von kräftigem Habitus, niemals ernstlich kroi 
klagt ilber heftigen Schmerz in der linken Augeuhrao 
lieh von 4 h. m. bis 7 h. v. Ord. China und Opiate. Danach Va 
miudening der Schmerzen, die nach 3 Tagen gänzlich aafb4rt 
Patient sollte am 22. September entlassen werden. 21. Sejiteinb« 
11"/, h. V. treten ohne Vorläufer reichliche Stühle von Anfang 
giTUier FäkalmasHe, dann weisse und reiswasserähnliche StUl 
ein. Erbrechen folgte, Anfangs von nicht verdaueten Speis« 
später von flüssigen, gi'üngalligen Massen; daneben heftige Erämpffl 
Haut wurde kalt, Pills klein. Physiognomie verzerrt, Augen tief 
Hegend , Stimme vollständig klanglos : heftiges Angstgefühl 
EpigaMtrium. ttrd. Mixt, .ins Opium und Si>ir. camph. wird soft» 
erbrochen. Darauf Morphinm subcutan, nach 2 Injefltioiu 
hCiren Erbrechen, Durchfall und Krämpfe auf. Aeusserlich i 
reibuBgen mit Tüchern, in Spir, camph. getaucht; innerlich ' 
Gr. Marsalawein. Nach 3 Stunden verhältnissnmssige Ruhe 1 
22. September 7'/j h. m. — Durchfall, Erbrechen, Krämpfe sindnietf 
vorhanden. Patient schläft einige Stunden; ist beim Erwach» 
voUntändig tonlos, hat quälende Atlienmoth, dazu kurze 
leichte Krämpfe und Anurie. Wenig Flüssigkeit wird erbrochei 
und sehr wenig geht durch den Stuhl ab. Lippen und Nftgi 



Krankheitafällp, i. denen d. Hypodennoclyae /. Auwendg, gekoi 



41 



werden blau, Zunge unrl Exlremitätei] kalt, Puls unterdrückt. 
"Weder Tniederbolte Aetlieriujectionen , noch warme Bäder, noch 
anlialtende Sinapismen ntitzten etwas, Die asphyktisclie Fonn 
der Cholera äusserte sicli in ihrer ganzen Griisse. Die Aub- 
leemngen hörten gegen 10 h. m. auf, aber die Ausschwitzungen 
in den TJiirmen vennehrteu sich und sammelten sich in ilirer 
Höhle an. Man fühlte im Bauche deutlich die Flüssigkeit schwappen, 
■wie in einer gefllUten, dicken Blase, Hypodermocl. mittelst 
der D i e u I a f y 'sehen Spritze von 800 CC. wurde sofort resor- 
birti aber ohne Erfolg. 3 h. v., mithin 13 Stunden nach dem 
Anfall und wenige Stunden nach dem Hypodermocl, erlag dei- 
Patient. 

Autopsie, 18 Stunden p. m., ergab Folgendes: Leichnam 
noch warm, StaiTe weit ■vorgeschritten. Schädel: Sinus gefällt, 
Hirnmasse derber als gewöhnlich und trocken; Ventrikel 
leer. Thorax: Lunge normal, rechts alte Adhäsionen. Herz; 
rechter Ventrikel enthält dickes Blut mit. lockerem Gerinnsel tu 
massiger Menge. Bauchhöhle: Bauchfell lebhaft rosig 
i^jicirt, Darm gefüllt von weieslicher Flüssigkeit, mit verdünnten 
Wänden. Schleimhaut ohne Epithel; Harnblase vollständig leer, 
Milz klein und morsch, Leber leicht mit Blut gefüllt, desgl. 
Nieren, in der Rindensubstanz kleine Ekchymosen. 

24. Soldat Molitemi R c c , von zarter Constitution, schon 
verschiedene Male au Pleuritis und Bronchitis erkrankt; rec. 22. 
September mit reichlichem, rechtsseitigem pleuritischem Erguss. 
26. September Abends zeigten sich die ersten Symptome der 
Cholera, Anfangs dicke Fäkalmassen, später flüssige, reiswasser- 
itbtiljche; häufiges und reichliches Erbrechen, Kälte der Zunge und 
EitremitÜten, Anurie. Krämpfe waren während der ganzen Dauer 
der Krankheit nicht vorlianden. Das Exsudat, welches die 
ganze Brusthöhle füllte, wurde in weniger als 24 
Stunden vollständig resorbirt. Am folgenden Tage 
Äfiigte sich ein Versuch zur Beaction, die Temperatur hatte sich 
ein wenig gehoben, die Dian-hoe war gewichen, Erbrechen währte 
fort, die Athemnoth war noch sehr gross. 

In diesem Znstande blieb Patient bis zum Morgen des 27. 
Septembers, wo Diarrhoe wieder eintrat, das Erbrechen stärker 
wurde, das Gesiebt sich verzerrte, die Augäpfel einsanken. Haut, 
Znnge, Lippen und Extremitäten kalt wui-den. Huchgi-adige TTn- 



.[^ Kriulhheitsfjllk, i, daaeo d. üypDdermciclyse e. Auwendg. gekouiaeu Ut. 

njtiB, Verweifieniiig jedes MwlirAiuentes, Paiieui niiumi nur WasM 
weiches sofort Ei'brecUen erregt. Allgeiueine H.vi)eristltöäiä i 
Ko Lebhilft, dass Patitnl den snbi^utaaeii lujMtioaen sich wiDded 
setzt. Der ?uU auiriserorileQtlK'li schwadi; Äiigst aufs Aeuesen 
Trotz des Wirterstaudes brachte mau Patienteu ia der Nacht 
üä,/20. in eiu warmfcs Bad und De P r a t i gab ihm ein H y p d 
dermnel. aus einem selbstconstruirten instrumeut von \ IjW 
uud 38"Temij. Fast unmittelbar da uach vermiuderd 
sii'.h die Athernnrith, def^gl. <liu aspbjktisclieiililrscheiDiuigei 
die sogar ganz aufholten, 24 Stunden danaiüi erschien Uri| 
musste aber mit dem C'atJieter entleert werden. Das dauerte i 
einige Tage f(»rt. Am 30. September zeigte sieh eine i 
Reaction, Tem(n?ratur 38", Diarrhoe hatte aufgehört, Krbreebd 
waj" selir selten und zwar immer um- durch kaltes Wasser hervof 
gerufen. Äutih Milch und Fleischbrühe mit Ei wurden erhrool 
Puls mehr gehoben, aber sehr treiiueut. - Die Zunge war ^ 
und t'.'ocken und Patient befand sich am 1. Oktobex- in Totl&tü 
tj'phösem Zustande. — Verlaiif desselben sehr unregel 
zwischen Verschlimmerung und Besserung wechselnd. AnbaUei 
blieb allein die allgemeine Unruhe des Patienten, welcher . 
Behandlung zurückwies. Die DiaiThoe, erst vermindei't, erechid 
wieder und zuletzt bestanden die Ausleerungen aus gut verdaiö 
Massen. Das Erbrechen trat sehr selten ein und nur auf WasSE 
Urin wiu'de reichlich secernirt, ging aber nicht spontan ab. 
Reaction war niemals stark, Tem|ieratui' erhielt sich auf l 
6. Oktober eracluen ein reichlicher Ausbruch von dunkelrothej 
Flecken auf der vorderen Bnistwaud und auf den Armen 
in den nächsten Tagen auch am Bumpfe und den Unterextr<a 
täten. Die Eräfte stiegen, der Puls war gehoben. Patient flag ad 
mit Appetit zu essen und man hatte alle Hoffnung auf Geneeui 
als am 8. Oktob,, d.i. am 13. Tage nach der Erkraukau|j 
um 5 h. V. der Kranke in der Absicht, sich zum Essen im Be^ 
aufziu'i eilten, sich hastig ei-hob, von Ohnmacht ergriffen wurde i 
wider Erwarten starb. 

22. Sig, Filippo Traechia, von gracilem Habitus uq^ 
schlecht genähit, phthisisch und mit chi-onischer Darmenizünduni 
rec, 25. September, seit 3 Tagen an Cholera erkrankt. Bei ( 
Ankunft kalt, asphyktisch mit weit vorgeschi-ittenem Cullaps, { 
Haut trocken und faltig, die Augen tief in den Höhlen, die Stioi 



I Krankheita lalle, i. äeueu d, Hyiiudermoclyae z-Aaweudg. gekommea ist. 4^ 

lonlüs. Vollstäodige Auurie. Man gab Kxcitautia, ein warmes 
Bad mid dauacli eiu H y p o d e r m o c 1., welches sehr gut vertragen 
nrarde. 1 Liter wiu-de ohne üble Folge und rascli absorbirt, Die 
besseruug des Ällgemembefindens war nicht bedeutend, aber aach 
DiDeni 2. Hypudermoi;!, am folgenden Tage ei-schienea Urin 
KfA die Stimme wieder, wenn auch heiser. Das Bewussb^eiu 
besserte sich merklich, die Menge imd aucli die Häufigkeit der 
Bnrchfälligen Ausleerungen und des Erbrechens, sowie der Kälte- 
BlUitaiid verminderten sich; letzterer war nur noch auf die Extre- 
piitäteu beschränkt. 2fi. September Abends, 10 Stunden nach dem 
feweitea Hypodermod wmde ein drittes gegeben und gleichfalls 
fcttt ertragen, aber die Besserung schiitt nicht weiter vor. Eine 
Bedeutung von leichter Keaction war da, aber am 27. September 
fcrschienen K-ilte, Aphonie und Anurie aufs Neue und ein viertes 
feyitodermocl. brachte keiuen VortheiL Am 27. Sept. Äbeuds 
iFersohäifteu sieh tue asphyktischen Erscheinimgen und am Morgen 
m.ä^ 28, SeiitemberM stai'b der Kranke unter Zeichen vou Hei'z- 
■UuBUng. 

I 2ß- Salvi, Mädchen, 6 a. u. in Spezia, erkrankt am 10. 
Beiiteinber, verfällt nach wenigen Stunden in das asphyktische 
Kftltestftdiura. Ord. Binnen 24 Stunden 3 mal Hypodermod 
■ftn J6 '/j Liter von SS,^". Alhnähliche und dauernde Besserung. 
Ffttieat. isst nach 24 Stunden Suppe; Erbrechen and Diarrhoe sind 
BÜBgehlieben, Puls i.sv lebhaft, Stimme wieder da, desgL normaler 
pQl^af. 16. Sept., f) Tage danach ist nur noch Schwäch» 
frorhauden. wie in der Reconvalescenz nachjed- 
Keder Krankheit. Patientin wird entlassen. Nach 2 Tagen 
ntriid Dr. P r a t i wieder gerufen. Er findet das Kind schwer da- 
fciederliegen; Pub* klein, freiiuent, Haut wai'm. Tem]»eratnr 38,^". 
apathiö; Frostschauer; Bauch meteoristisch ; Schmerz in den Seiten 
tind um deu Nabel: leichtes Würgen; schwarz -gi-ünliche Stühle. 
fennge trocken, Zahnfleisch desgl. und schwärzlich. Ord, Chi n, 
■ ttlph. wird vom Magen verti-agen, nützt aber nichts. Nach 3 
ffagen stii-bt Patientin. 

I 27. Frau Federici, 29 a. n., Spezia, erkrankt am 17. Sept., 
päriallt nach 8 Stunden und nach Calomelgebraucli in den Kältezu- 
Btand. P r a t i giebt in 24 Stund. 4 H y p o d e r m o c I y s m e n, mit 
r ftB ehem. höchst befriedigendem Erfolge. Stimme, 
wärme, Athem frei, Diarrhoe und Erbrechen sind beseitigt: Ge- 



■.l!L 



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- i»': 






Rr&Dkheitatalle, i. deneu d. H^oder 



1. Äuwendg, gektunmen ist. 45 



if befaiiden älcli dergleichea. Bauch sclimerzliaft autgetrieben. 
i nach 3 Tagen. 

33. Frau P o 1 v e r i n i . 23 a. n., Spezia, erkrankt am 22. Sept, 
r heftig. Dr. Prati macht sofort eine Hypodermocl., 

L Patifiitin dem Kältestadium nahe ist iiud will Calomel naeh- 
rersuchen. Merkliche Besserung nach 4 Stunden; da aber 
rrhoe sich eiustellte und aufs Neue Bluteindickung betürchtet 
le. "wiederholte er das Hypodermocl. mit sehr erfrea- 
chem Erfolge, Besserung hielt 36 Stunden an. Erbrechen 
Diarrhoe erforderten ein 3. iHypodermocl. mit gleichzeitiger 
irabreichung von Calomel. Nach 25 stündiger anhaltender 
össerung glaubte mau die Grcfahi- beseitigt üriu war wieder 
Stühle selten und gefärbt, Gesichtsausdruek normal, 
! regelmässig und gehoben. Nach einem Wohlbefinden 
OQ öTagem Fi-ost. Fieber, Hinfälligkeit, Delir., Bauch schmerz- 
ond geschwollen, häufige Stühle, etwEis Erbrechen tuhrleu 
iter foi'tdauemden Delirien nach 38 Stunden den Tod herbei 

34. Eebasio, 27 a. n,, Spezia, erkrankt am 3. Oktober, von 
ädern behandelt, von Prati 24 Standen nach dem AntäU. Sehr 
Orgerücktes Kältestadiura. Puls ganz unfühlbar. Herz- 
tunon^ von Minute zu Minute zu erwarten. Tiefes Ooma, Cyanose 
L Gesicht und an den Extremitäten. Trotzdessen Versuch mit 
jpodermoclyse, aber dui'chaus erfolglos. Nach wenigen 
Wden erfolgt der Tod. 



Ergebnisse der Enterociyse bei Cholera. 

Die praktischen Ergebnisse der E n t e r o er 1 js e bei 
Cholera waren noch glänzender, als die der Hypodermoclyse. 

Die toecte Behandlung des (Dünn-) Darmes, als des nächst 
und voi'zngsweiaen Sitzes der Krankheit ist die rationellste, idj 
besondere im Anfange der Cholera-rnfection und durfte man dd 
Hoffirnng Raum geben, dass man durch sie zur Äbortiv-Behandltfl 
der Cholera gelangen würde. 

Vor Allem hat die tausend- und abertausendraalige 
Wendung des E n t. e r o c I y s m a mit dem von mir augegebend 
und eingeführten Instrumente die Möglichkeit erwiesen, dass mä 
die Bau hin 'sehe Klappe überwinden, und eine Flüssigkeit iö d 
Dünndarm gelangen lassen kann mit Hilf e der antlperistaltischd 
Bewegung, welche dadurch zugleich hervorgerufen wird, Weiq 
nichts Andej'es diese Behauptung zu bestätigen vermöchte, 
würden dazu die häufigen FäUe von Erbrechen der mit meinetj 
Enteroclysmo in der Menge von l',^ bis 2 Liter < 
Flüssigkeit genügen, ferner auch der erst küi-zlich von mir in d« 
Klinik ausgeführte Versuch, mit der Magenpumpe aus dem Magef 
einen Theil der in den Darm eingeführten Flüssigkeit herausz 
[ ziehen. Man vermag also mittelst Enterociyse den vorzugsweia« 
kSitz des Choleraprocesses, den Dünndarm, zu erreichen. 

Um die kranke Stelle, den Sitz des Cholera-Microphj ten, g 

l'Äesinficir en, war unter den vielen Substanzen, mittelst der« 

es gelingen konnte, nur an der Hand der Erfahrung bei Ba 

handlung zahlreicher Fälle, diejenige herauszufinden, welche i 

bestes Desinficiens des Darmes bei der Cholera gelten kann. Dq 






e ävr EDlerDcIyse bei Cholera. 



47 



Boritj nacli entsprechen die Säuren, welche den Darminhalt. an- 

i können, als Salz-, Schwefel-, Salpeter- und Pliosphorsäure, 

Zwecke am besten. Dieser besteht nicht etwa darin, den 

holeraiihyten zn tödten, s&ndern seine ausserordentliche Fort- 

^higkeit zu beschränken. Aehnlichem Zwecke dienen 

ngsweiae als antiparasitär geltenden Desinficientia, .so die 

Salicyl-, Bor-, schwefliche Säure und ihi'e 

fl6U*icht auch daa ThjTnol, Resorcin u. a, m. Auch vom 

I Alaun. Ferr. sesquiehlor., Sulphnr., Argent. nitric, Aeid. ta,nnic. 

^v, lia«s sich eine zweckentsprechende Wirkung erwarten. 

Allem aber soUte der Sublimat, in seiner Eigenschaft als 

Eiligstes Gift ttlr das Pflanzenleben, auch gegen den Komma- 

11ns guten Erfolg liefern und der Theorie nach alle andern 

l flem Enteroclysma verwendbaren Mittel übertreffen, etwa 1—2 

. auf 2 Liter Wasser. 

Was aber vor AUeio zum Zwecke der directea Desinfection 

Darmes und zur Ermittelung eines AborHwerfahrena gegen 

Cholera festzustellen war, das ist der Weg, auf dem das 

scheben konnte. Nachdem man gefunden, daas dieser richtig 

word«n, dass derselbe in der Praxis sich eben so nfitz- 

, wie in der Theorie günstig erwies, galt es, an weiteren Ver- 

Jdjen herauszufinden, welches Mittel auf diesem Wege ein- 

fQlirt, dem gewünschten Zwecke in der Praxis am besten ent- 

breche. Da ich nicht selbst über einen Krankensaal zu verfugen 

um gewisse Experimentö zu leiten, so empfahl ich fBr die 

ESlen Vei-suehe die Salz-, Schwefel-, Salicyl-, Tannin-, Bor-Sfture, 

. i^aun, das Ferr. sesquiehlor., den Sublimat u. s. w., abge- 

I von den andern antiparasitären Mitteln, falls jene nicht ent- 

ihßn sollten. Die Versuche mit dem Tannin fielen aber so 

tegezeichnet befriedigend aus, dass es in der That lohnen<ler 

, 68 mit diesem Mittel, als mit den andern zu versuchen. Es 

ja mögliL-h, dass irgend ein anderes Mittel mit der Zeit das 

fibertreffe, — aber es wäre unverständig gewesen, den 

ten bekannten Prennd zu verlassen, um einen neuen von nicht 

l'toWlhrter Treue aufzusuchen, — nmsomehr, als die Tannin- Entero- 

lyse uns von dem seit Jahren so häufig gemachten Gebfauche 

i Ruhr, chronischen Ulcerationen im Colon, Darmblutungen u. s. w. 

Ifraant und vertraut war. Das ist auch der Grund, weshalb wir 

i darauf beschränken, die Versuche mit der Tanninsäure fortzH- 



48 






e dei' Enteroclyae bei Cholera. 



setzen, die in jeder HiasicM imsctiädlich ist, und dass wir vw 
andereu Mitteln absehen, die, theoretisch genommeu, nützlicher zu'l 
sein scheinen, insbesondere vom Sublimat, der den Anspriicl« 
auf Bekämpfung der Cholera durch Abortivbehandlong in era 
Eeihe entsprechen müsste. 

Ausserdem ist heiTorzuheben, ddss die Enteroclyse uns ( 
dienen sollte, den Körper zu exciliren, zu erwärmen i 
darum wurde sie warm, ja sehr warm augewendet. Zw« 
der von uns beabsiebtiglen Therapie handelt es sich darum, 1 
weite Darnifläche mit 2 Liter Wasser von 39 bis 40" C. zu | 
spülen. Wie die Enteroclyse mit 2 Liter kalten Wassers \ 
uns für ein vortreffliches Mittel zur Abkühlung von flehen 
Typhuskranken befunden worden ist und zwar für ein besseres als I 
kalte Bad, da es nicht eine so starke Keaction erregt, wie i 
letztere,' — so ist die Besplilung mit 2 Lit. warmen Wass 
das beste Erwärmungsmittel für einen Kranken, bei ( 
die normale Temperatur zu sinken anfängt. Ebenso ist es j 
beste Keizmittel für einen Darm, in welchem Lähmung | 
dadurch Stockung der Resorption beginnt, und zwar Eeizm 
nicht bloss für die Eesorption im Darme, sondern auch auf ref 
torischem Wege für Herz und Gefasse, Unter diesem Gesie) 
punkte wii-kt die Enteroclyse auch bei Weitem melir als das ^ 
Einigen gepriesene, von Anderen verworfene warme Bad, 
selbst ein inneres warmes Bad, das viele und grosse Vort 
vor dem äusseren Bade voraus hat, die hier aufzuzählen j 
für überflüssig halte. 

Das Tannin in wai'mer Enteroclyse gereicht, hat sichj 
vorzügliches Adstringens und Tonicum für die ersclilaffl 
Serum in Form von Darmfluss absondernden Gefässe bewäj 
Es giebt zugleich ein gutes sterilisirendes Mittelab, weld 
die Vermehrung der Bacillen verhindert, ohne sie zu tödten,! 
dem es ausserdem den Danninhalt leicht ansäuert, was an ü 
auf die Enteroclyse folgenden Stühlen mittelst des Eeagenzpapid 
erprobt worden ist. Vielleicht trägt es auch dazu bei, 
Dr. P e r 1 i meint, im Falle dass P t o m e i n sich bildet, dass^ 
weniger resorptionsfähig zu machen, indem es sich mit den j 
loiden aus der organischen Zersetzung verbindet und dadurch^ 
wenig oder garnicht löslichen Tanninverbindnngen Anlass giel 
wie es deren mit anderen Alkaloiden giebt. 



* Ergebnisse der Knteroclyse bei Cholera. 



49 



^^^netrefis der Salzsäure er^ab sich, dass sie ein« bei Weitem 
^■Arkere Aninäuerang des Dai'minhaltes bewirkt und daher 
HKh krÄfüger sterilisirt, aber ungleich weniger adstringi- 
I rend wirkt, als die Tanninsäure. 

Beide indess gaben zu einer wichtigen Beobachtong Veran- 
l,iasnng:. d. h. bei der Darreichung als warmes Enteroclyamii ; sie 
. er!i inderten nämlich die Annrle, daher auch die über- 
Liiüssige Austrocknung des Blutes und der G-ewebe 
iind bewii'kten demnaßh, dass der Darm seine Absorp- 
iioDsl'äliigkeit behielt oder wieder erhielt, — ein 
>iclierlicli höchst wichtiger Umstand bei der asiatischen Cholera. 
In allen Fällen von prämonitflrischer Diarrhoe ist es mit Hilfe 
(Ut EnteroelysB gelungen, die Anurie abzuwehren, ja sogar in den 
Fällun von ausgesprochener Cholera-Diarrhöe mit Keiswaaser- oder 
iteisgallertestühlen wurde das Wiedererscheinen des Urines nach 
läugerena oder küi-zerem Ausbleiben desselben beobachtet. 

Dazu kommt, dass die warme Enteroclyse, falls sie nur bei 
Zeiten gegeben und während 24 Stunden ßfter wieder- 
holt wird, anch iju Allgemeinen die Entwicklung des Kälte- 
nnd aaphyktischen Stadiums verhütet; denn die wiederholte Er- 
wärmung des Darmes erhält und ersetzt die sinkende Temperatur 
besser und sicherer, als ii-gend ein warmes Bad, wenn dieses auch 
vor dem Kältestadium gegeben wird. Es sind 2 Liter auf 
ü9— 40" C. erwärmtes Wasser, die in das Innere des Kör- 
ners auf die weite Fläche der Darmschleimhaut eingeflihi-t werden, 
wo sie keineswegs schnell sich abkühlen und wo sie — abge- 
sehen von der danach folgenden Reizung — grossentheÜs noch 
immer resorbirt werden, wenn nicht die ganze Darmoberfläche 
ihre Absorptionskraft, verloren hat (insbesondere die Dickdarm- 
NChlingen). Es mag auch wohl die hohe Temperatur des einge- 
führten Wassers die Eesoi-ption anregen, denn dasa es geschieht, 
erkennt man aus dem fortgesetzten oder wiederkehrenden ürin- 
abgange. 

Die Abortivkraft, die ich für die Cholera der 
warmen Tannin-Enteroclyse mit voUer Ueberzeugung 
zuschreibe und die von sehr vielen Oollegen zufolge Tausender 
von Versuchen als sichere Thatsache gegenwärtig anerkannt wird, 
gründet sich ohne Zweifel gerade auf das Zusammenwirken von 
Zuständen, welche diese Heilmethode in dem vom Oholera-Bacillus 



60 



e der Enterocl^ae bei Cholera. 



angegiiffenen Organismus herbeiführt. Bedenkt man, dass ( 
warme Tannin-Enteroclyse die Ge fasse vereng 



sterilisirt, diePto 



nögli 



weise weniger absorptions fähig macht, den Dan 
inhalt leicht ansäaert, dag Nerven avstem anre 



Kö 



rper erwärmt, 



die Änuri 



ittelst fol 




dauernder oder angeregter Resorption vom Daa 
ans, zurückhält und damit auch dieGewebseJ 
trocknung verhindert, — so begreift es sich leicht, 
sie beim Beginn der Krankheit die Cholera nicht zum vollen ^ 
bruch kommen läast und dass vor Allem dann auch die ] 
moclyse überflüssig wird. Doch auch schon im begonnenen I 
Stadium wird die Enteroclyse ein wichtiges, vielleicht unentbd 
liches Mittel sein, um dem Erfolg der Hypodermoclyse zu ] 
zu kommen, insbesondere um die fortdauernde DiaiThoe zu h 
welche durch die wiederholten Waaserverliiste auch nach j 
H}-podermoclyse den Werth der letatem in den Schatten zu stefl 
vermag. 

Begreifticherweiae kann man meiner, durch die Praxis d 
langten Ueberzeugung von der Abortivkraft der 
Tannin-Enteroelyse gegen die Cholera den Vorhalt machen, 
könne bei Anwendung der Methode gegen die prämonitori 
Diarrhoe nicht versichert sein, dass sich ein schwerer Oholeraai 
entwickelt haben würde, man dürfe sogar bezweifeln, dass e 
um eine echte Cholera-lnfection und nicht etwa um eine ein 
katarrhalische Diarrhoe gehandelt habe, die auch ohne Heilm 
vorüber gegangen sein würde. 

Man kann ferner einwerfen, dass sogar bei charakterist 
Cholera-Diarrhöe mit Schmerz im Epigastrium, Erbrechen, Kran 
u. s. w. man nicht sicher sei, ob es sich nicht um ein' 
Heilung handele. Endlich, wenn man es sehr genau nehmen i 
ist nicht zu leugnen, dass in allen Epidemieen von officiell aul 
kannter Cholera ca. 40 — ÖO^/g der Fälle genesen, ohne ' 
Tannin-Enteroelyse, während doch manch' Einer trotz der , 
der letzteren gestorben ist. Wer aber die oft plÖtzUj 
en häufigen Stillstand dieser Diarrhoeen nach ( 
einmaligen Enteroclyse beobachtet, wer so viele Ki'anke i 
ginnenden Kältestadium, mit Krämpfen und einem Anfang ^ 
Cyanose wie durch Zauber sich wieder erwäimen, von Schm 



Ergobnii 



3 der Euteroclyse bei Cholera. 



51 



froi fühlen, Kräfte und Vertrauen wieder gewinnen gesellen 

■wie wir es sahen, — der kann die Zweifelsucht nicht so 

it treiben, da-^s er der Enlerociyse eineu gi'ossen Eintluss auf 

s Allgemeinbefinden der Cholerakranken nicht zugestehen sollte. 

Es versteht sich von selbst, dass man mit der Enteroclyse, 

\ sie als Al)0^ti\^nittel für Cholera dienen soll, nicht warten 

rt, bis vielleicht die Diarrhoe in Folge der Gewebseintroeknung 

d Bluteiudicknng autgehürt hat und bis jene secundäre Ver- 

tixog einpetrften isi, die an sich selbst das Leben der Nerven- 

itxcm bedroht. 

In solchen Fällen läsat sich nichts mehrab- 
: o eil e TL. 

Aber ein so unsiihuldiges, einfaches und zugleich rationelles 
bI, das besser als jedes andere der Indication, die Ki-ankheit 
l ihrem Sitze anzugreifen, entspricht, — ein solches Mittel, 
elches den Bacillus zu sterilisiren, welches zu erwärmen, zu 
äsen, den Widerstand des Organismus zu beleben verspricht — 
a deswillen verschmähen wollen, weil es nicht in allen Fällen 
tt thut, weil es den Stier nicht immer bei deu Höraeni fasst, 
im es vielleicht irgend einem Cholerakranken gestattet, schwerer 
1 erkranken, möglicherweise auch zu sterben, — das ist wahrlich 
tii weniger vernünftig, als es anwenden und auf breiter Basis 
janmche damit machen, — ehe man sich wüthend dagegen auf- 
Sümt, oder mit ironischem Lächeln ausspricht (wie ein Professor 
i- wirklich gethan), dass die Cholera eine bedeutungslose Krank- 
wenn sie mit so "Wenigem geheilt werden künne. Als 
|3Hin Diejenigen, die bisher genesen, mit einem energischeren 
und nicht durch weit weniger geheilt worden wären, — 
tttch ihre einfache, natürliche Widerstandskraft! 

Man wende das sehr unschuldige Mittel an und man wird 
der Eege!, im Anfange einer Epidemie alle Fälle durch die 
;erOclyse heilen, wenn die Diarrhoe sich kaum ge- 
ßigt hat und danu sehe man zu, ob es nicht gelingt, die Epi- 
emie in iliren Anfängen zu coupii-en, oder wenigstens m engen 
ehranken zu halten. Ich hege diese Hoffnung, um nicht zu sagen, 
flVBrsichl und Ueberzeugung, weil, was ich und meine Freunde 
mit grosser Gewissenhaftigkeit und Selbstverleugnung arbei- 
, ohne von sich sprechen zu lassen und ohne das öffentliche 






±£|SfliiiaK iee EnoBcvlT» htsL € 



TT iift?«^Ji*t -^i^THir^ifä izLT ZL L-*r iraiäi jkn."ir*aiLtf:iy[L. -iie Cliolera 
i- ♦ ILtj'>?trArT7n rriirbiinL -«iv.dl :'ir ?: !i aII-^itl- aI> auch 

OLl' ?iLz*ixr* '^ir sibL mhi*^ ii:t!ä iis:ii]: bi Sojiiie. darüber 
CT t!ir:-**'iitii!Lr3.. "vte t:»tl i'*s T^rL-fnÄ« zl bis«L T-^rzerÄctten 
TT^iiLtta Lkt .iiiiLrgrA Ler Tiiaii- xiii La: Silz^iurc. oder 
i«iL ZL lerriÄ^iü»!!!^ X^niir ■rr3;r*riir:«i3i ^imvisser ge- 
'iiiliirw Il'ii% T^ü-nia&r. nzcT Leaen. vzr zl Frrriiükiseni onsere 
T.^rt;ii*rut laffTif^üzriL- ■^rLiüi:«! D5 i.im'-.'n iii:-ii:. 'ronLr^Lva^sache 
JUS. 2L«ji»ft^iiL 'Ä'iTüTJriÄj^ar zu 3La*!ä?i^iL Trii-HiäZs Ibte- dieses 
i*rii?:?*i iiT-rr-^ 3 i 1 tLiiriL ii'!in ZI xi-drs!äi3öLtieiL EtrüiiKs auf 
*irr & t:i f nt ^r-yr-J-rnrjyrTT 'a^, -^ftüs vjrik seiii»f X-ac^ uieils durch 
iitr T-rffl^irTtrar. Ti'i VIT «rs -rinifni j^Tr' ?n'-i '?t>^n insseflL Bade 
^*äj";a izDL leä'TLl'Tii •j'irzaai'rä.eiL. weil -^ «rri»* ?i*$i}rpä.4as(!ahi^re 
F-Ä:äe c»*tfpiLZ. a^ Lls l-rTz;;cr^. Ai-'i öii ü-* 6ei}&«k!iLnxiigeiu 
"Lk-j* 'Tbxerakrujiiir Iar:i ~i«!&Ii•.•iL•rt^ Triik-ai Ti:a 5*)eÄr kaitem 
^^is^nzT Hjiii 4nL Lircen. -rrrii'fhciL nz'-'i* selben lai 'üe Meinimg 
K-^ia-i^ri''?. iiÄ ilül ü-r KTmi-rii r^kiLi'.'a Wasser trinken 
litoj-'i^L rarrnioer iery^foizeii. Lfcsji nuia üiea jetieii ScMtiä Wasser 
-^^Tv^iiTrn ai1t»e. um nL^ikz ErtrecrLea kervj^rznriiKn. — wohl zu 
^•tAi*hr.rJL Ajs «ües^TiL SfijoaÄ^iazii^ii. gnsfcm TTenggiiogLineiL mit 
L?ü. aÄ znoittT ziliLZrii'ieii erstell EcsniraCfHi -ifr Hypodermoolyse, 
r^hz "a*?rT:r. Liss aLin äeoL WiÄsrr. bes:ader> ieai warmea Wasser 
131 •i-!ä. -rizLeiL iTiiL?ii^E Ein^iTiss aai -iea Vcriaof -ier ^'^hölera, 
£•* inr zn. :r: ItC T<:ii dur.'lL ^''ir^iiLiciocis&.'fnimiiiur und BlTRein- 
ü'-iccLr ierrieifiirt. ni-iTi 4bi?pri*i:iieii oanL BetfutoHi wir uns 
■i''*z£ "erzr mr: l-fr Tliaisywlie. •iiÄ> üc EnreDobr^se einer warmen 
TiiL rei-rali-rtea LTsniig v.?a. TaaniiL- md SaLc^^nre erstamtticheii 
yx'ZfTE ii'!a LI '^L'^L'^iL sohwerea and weh vorw>chrttt;eaeJi Cholera- 
SLrTL ULS 2:»rfcrj.4!li: und -üe HvpoileniiodT>?e wesentiich dadurch 
•mrer^titx: na". LiÄi sie «iie den iuiijsti:^:^!! Krt'.ua: der letÄem be- 
■irnaemi-T E'iarrbje AiiliicLu. 

Wir betanden tiii>. ich wievlerhole das. von der Behandlung 
diir »'h'-Iera mit Tannin- and SaiissäLore iai Knnervij^ma dorchans 



Ergebaii 



) der EnteroclyB« bei Cholera. 



53 



I) dass wir davon absahen, üi PriTathäusera mit 
' anderen Mitteln zu es]ierimentiren. öleichwohl erkennen wir gern 
, iiass es theoretistli genomineii, noch andere Mittel gielit, üin, 
I auf diesem Wege beigebracht, ebenso wohlthuend, mög- 
UGherweise sogar noch niitzlicher sein können, alü das 
I Tannin. 

Den Vorzug vor allen anderen dUrfteeineSubll- 
[mat-Lösnng im Eflteroclyama verdienen, nachdem 
[ Eoch nachgewiesen hat, dass der Sublimat im Verhältnis» von 
I 1 : 300000 den Komraa-Bacillus tödtet Nun ist es klar, dass 
I 1 Centig r. aufS Liter Warmwasser dem Zwecke entsprechen 
I würde, ein« Dosis, die ohne alle Gefahr dem Darm einverleibt 
[ werden kann. Ich bin sogai- überaeugt, dass 1 Gtgr. aul' 1 Liter 
WaaSCT gut vertragen, wii-d; wenn daher 2 Liter mit 2 Ctgr. 
f Sublimat injicirt werden und zwar wiederholt, so lässt sich — 
gestützt auf Knch's Angabe, eine sehr mächtige desinfi- 
Icirende Wirkung auf den Cholera-BauiUus er- 
I warten, somit also eine sehr mächtige Äbortivwirkung auf den 
f ganzen CholerarProeess. Die Gabe von 2 Centigr. auf 2 Liter 
i ist nicht zu farchteu, da der Sublimat in dieser Quantität nicht 
' ätzend wirkt, imd ebenso wenig eine allgemeine Vergiftung her- 
vorbringen wird, weil die Darmachleimhaut bei Cholera schlecht 
[ resorbirt und überdies ein Theil der Injectionsniasse rasch wieder 
I ansgestossen wird. Wenn ich mit dei' Snblimatlösung nicht experi- 
I mentirt habe, so ist das die Folge davon, dass mir ein Cholera- 
) Krankensaal nicht zur Verfügung stMid und <las8 ein derartiges 
I Experimentiren in der Privatpraxis flii' den Arzt, gefiihrücher 
kals för den Kranken ist. Ich erkläre indess ausdrilcklich, dass 
L ich nicht unterlassen werde, im Spital Versuche anzustellen und 
[ glanbe, dass bei Wiederkehr einer Epidemie es Gewissensaache 
I and tra Interesse der Wissenschaft sein wird, in den Cholerar 
l Spitälern die betreffenden Versuche mit der angegebenen Lösung 
Vaaizustellen. Bei infectioser Conjunctivitis wende ich übrigens 
Ischon lange und mit bestem Erfolge ein Collyrium ans Sublimat 
|,tj,02 auf Aq. rosar. 50,0 und Mucllag. Sem. Cydonior. 10,0 au. 

Die Zalil der Versnche mit Thyinol, Salicylaäure, Resorcin, 
fl'eiT. BulplL, seaf^uiclilor., Borsäure, Alum. acet. etc. im Entero- 
1 cljsma ist nicht gross genug und überdies mir in Privathäusern 



34 Er^sefanuK 'inr EastSTKlj» bei Clulecm. 

üo^r'^trär. 'M. Lls"* man ihii*^ii ein 'T»rwi*!hL. oixl sie ^rLsc^enschaft- 
/j'ii zTi vrrvrrrrlien. ni'-lit h^rileizeii kaim. 

L"-'*rh 3i''i*a!:e i-rh hier ein v.-n mir v< .r^resrhlA^nes Verfahren 
iii'.h.z inerwäim' LaÄ*en. ■Li.'* iilrniin:?^ bis jetzt rein tlie*3re tisch 
>r. '•ni'.-rii ier wi-i>«rii.-<rLirtii'rL.^ii BiisL- nirhi erman:2relt. nämlich: 
L»^i 131 Darm ein^'eni^Tieteü » L ■".era-Bi'.'ilLiis Inrch andere, 
iam i-ia ILL'rKe. -iem MeL-'.-hen ibrrr iinsL'liiiJliche Bak- 
*:-:ri-:n za bekämpr'ex S:'L':h* eins wäre z. B. Bacterium 
'.erm«:-. in veb.'hem 'lie^ peilen ELrensrharten sich vorfinden ; 
aamentli'!!! ni^t es 'iem men<*-Lli-.*hr:ii Darme keinerlei S«-*haden zu. 
vir i'rh «iiir'^h Versuohr an gesnn-ien In*iivi.inen mittelst Entero- 
tiv-^e naciLirewiesen habe. Viellei.'ht ent.iei*ki rnjui in Znknnft noch 
andere ^Lei-^h^eartete Bakterien 

Wir drm an'.*h <^L <*> klaube i^rL «lass es s^.'h^n jetzt Aufgabe 
-iner rationeilen Therapie seL ^esren viele Ini'ei.'ti'jnskrankheiten 
trn einander iTrn'ili'^-hen. aber dem ilenschen an.>*!ha«üichen Micro- 
r:en aachzar-orschen. nm -üe paüi'>trenen nieiierznhalten. vor Allem 
venn der .Sitz des imieirenden Bai.'terinm erreichbar Lst. wie der 
D:irm bei «"b^Iera. Flr:»!ktvihns. I^vsenterie. »Tijn-r'rrbi'e. Pertussis, 
t'iphtherie etc.. — lia «iie äbli'.-hen chemis^.'hen Dtsiniicientia in der- 
:rni:ren D'jsis. in welcher sie tahig sini «ias path'j^ene llicrophyt 
ZI '.-'dte::. ^ewvhnüch dem itensi.'hen ^tahrlii.'her sind, als dem 
PirasiTen. ilan wirie -labei an.'h nur im Sinne «ies grossen Xatur- 
?^-etze> handeln, w.juach im Kampf nm das Pasein der Schwächere 
'itm Stärkeren unterlieg. Vielleicht nntiet ^ich ein iücn^phyt, 
La-i mehreren anderen path-j^renen nberlegen ist: vielleicht lässt 
-i-rii aber auch eine gewisse Infet-Ti-m nur mit Hilie eines bestimm- 
'.ea llirr'i'phyten bekämpfen, wie -.Iie Variola durch Einimpfen der 
fcahr,«.':ke — un-i zwar unter einem LTesi-.'htsp unkte, welcher dem 
V'.a Jeaner and Pasteur gänzlich znwieilerläuft. welche beide 
mittelst Verdünnung ein- un-i desselben »rirtes «.Iie Emptanglichkeit 
rar eiae a':'»:hmali;^e Iniei:ti«>n aufeuheben beabsichtigten Wir 
■*i-sea a':«!a iaimer nicht, worin die Pisposiri-jn und die Immunität 
' • a la-iividaen und Localitäten für gewisse epidemische Krank- 



a*ritea bestehen 



ITm lorf aber, wenigstens nach meiner, vom naturalistischen. 
. v.:.m O'.'^anischen Gesichtspunkt, ausceüeuden Anschauungs- 
'l^rr Iniections-Krankheiteu voraussetzen, dass ilie Dispo- 
-i-.i'L abhäuin: v...a dem JlauireL die Immunität von der 



A — ■•« 



ECrgebDlBae dar Eateroclj'He bei Choien. 



56 



ifart zahlreicher unschuldiger Bacterien, sei es im ludi- 
vidumn, sei ee im Boden, im Wasser, in den Latrinen u. s. w. 

Der Dann enthält bekanntÜcli als regelmässigen Bewohner 
der Fäcea das Bacterium termo, aher wahrscheinlich nicht 
immer in gentigender Anzahl, noch auch unter den fiii' seine Ent- 
•wicklang und Vermehrung günstigen Bedinguiigea. Die Ein- 
fuhr einer grossen Menge B. termo in den Darm 
mittelst Enteroclysma innerhalb eines seine Er- 
nährung sichernden Vehikels, weh-hes auch für den Fall, 
dass im Darme selbst die erforderlichen Vegetatiouselemente sieh 
oiclit vorfanden, es ernährt (und solch' ein Vehikel ist die Fleisch- 
bi-ühe), wird im Darm des Menschen kunstlich den Kampf 
zwischen Bakterien und Bakterien entzünden, der in anderen glücJi- 
lichen Fällen nur durch Zufall vor sich geht, d.h., wemijeue 
Bakterien unter günstigen Bedingungen, also anch in genügender 
Anzahl im Dai'm sich befinden. Dieses therapeutische und pro- 
phylaktische Princip wird auch bei der Desiufection des Bodens, 
Tielleicht auch des Trinkwasser und der Latrinen praktisch zu 
verwerthen sein, sobald man die zweckentsprechenden Bakterien 
entdeckt. 

Jedenfalls seheint mi:- diese Art von Bakteriotherapie, 
diese biologische Behandlung, Prophylaxis und Hygiene eine grosse 
Zukunft zu haben und von nun an die Aufmerksamkeit und Mit- 
arbeit aller wissenschaftlichen Collegen und gewissenhaften Aei-zle 
zn verdienen. 



Mit Enterociyse behandelte Cholerafälle. 

Die warme Tamiiii- Enterociyse bat, trot» iUrer all»^^ 
l-fegTier, in der letzten (^hulera-Epidemie solchen Erfolg erziel 
dass nicht nur die Anfangs zweifelhaften Aerzte spätw sich daf 
begeisterten, sondera dass auch da** Volk sich des Mittfths, infolg 
der Leichtigkeit, der iVnwendnng. hemächtigte und es auf ( 
Weise zn einem wirklichen „Volksniittel ' machta Sein 
Anwendung zählt nach vielen Tausenden; wir können dahtr 
eine Äuswalil unter den interessantesten Fällen txetfen, iuteressad 
wegen des Verlanles der Krankheit oder der begleitenden Uid 
Stande, oder auch wegen des Arztes, der das Mittel anwendet 
Eine exakte allgemeine Statistik ist hier nnmftglich; wir volld 
aher Einzeln-Statistiken geben, wie sie uns von verschiedenaj 
OoUegen mitgctheilt wurden. 

In dem von mir als Sanitäts-Inspektor beaufsichtigten Viert 
der Avvücata kamen zusammen 342 Cholerafälle mit 132 Todei 
fallen vor, unter den letzteren erst nach ihrem Tndp angemeldet 
2i, als Sterbende 10, so dasa es eigentlich nur 31C1 Fälle mit 101 
Todten waren. 

Von <Uesen 310 Fällen wurden fi4 nach den Choleraspitfiloni 
liefiirdert, weil es durchaus nicht angängig war, sie in ihra^ 
Wohnungen zu behandeln; (davon genasen 29 und starben 3S 
ferner '.vurden 12 davon vom Weissen Kreuze (4 gen., 8 gestorb J 
1 vom Rothen (1 f) und 1 vom Grünen Kreuze (1 f) verpfti 
Ö6 von Privatärzten behandelt {27 genes., 33 gestorb., 6 mit I 
bekanntem Krfolge). Das giebt eine Zahl von 144 von uns nlö^ 
behandelter Fälle, mit 60 Genes., 78 'I'odesfälten und ö mit unb^ 
kanutem ,\usgan^e. 



Mll BottncXyte kehudcUe ClwtenIftUe. 



&7 



Der Bfst von itWi Ffillen schwerer Krkrankanir wimie 
IvoB (ien Mniiicipalänneii Prr. AltaniarA, Cauiitmaro, Jascoue 
Vitiini^ in wineii WolimingMi htüianiielt. Viin Anwtmtkmig 
I der Tanain-Enteruclyi-e iu der prämonilorischen Diarrho« 
j war Diclit die Bede, da di« Aerzte ersl ^enifea wimleD, weon 
I dmliende Synipiome anitraten. In s3 FäUea warde, tntöi ynr- 
I liand«iieD KällestadiUDUi. die Enteroclyse dennoch gemadtt mit dem 
I Brgehnies, das3 83 geheilt Worden, wthread vnu den ftliripen 83 
I xäae GniäToclyse behandelteD Dur 45 genaseii. 34 siarben nnd -1 
Ifregdb Ueberfähnin^ in ein aaderes Viertel der Iteobachtong des 
I Erfolges entgingen. Schon daraus er^debt sich der \nrzag der q. 
I Bebuidluug, <lie in allen Fällea bei nicht zu weit vorgescliritteliiir 
I Krankheit angewendet werden inngate , indein das Vierte] der 
I Awpcata weitaus das gfin»tig!)4e Genesungsrerhältuiss vnn allen 
[vierteln Neapels zeigte (nämlich 79,01",, Genei^ene und "iO-M'/u 
I Tfldte). Dazu komini noch, dass von den geuannteu Aerzten noch 
I weitere 70 Falle an t'iiolerine mit TanniQ-Euternrlyse iu dem- 
I aelbon Vifjrtel mit glui^klicbem Erfolge, bei alleiiüngs uocl) uidiL 
I eingetretenen) Xäliei^tailiiini, behandelt, nnd daher nicht in da» 
I Be^ster der eigentlich Cholerakranken eingetra^u worden sind, 
I da sie uach wenigen Tagen genasen. 

In) Waisenhaiise S. Antonio a Tarsia, wohin diEJeni^ii 
I Kinder geschafft wnrden. deren Eltern. Vater oder Mutter, oder 
I beide au Chnlnra verstorben waren, land ich bei der Inspectiou 
Abends 2 Knaben mit ausgebildeter Cholera und 3 andere 
mit Cbolerine, nachdem schon mehrere andere schwere Fälle dar 
gelbst vorgekommen waren. Seitdem indess lUe Vorschrift befolgt. 
■wunle, jede Diarrhoe sofürl mit Tannin-Euieroclyse zu bebandeln, 
war kein scWimmer Fall mehr zu verzeichnen. Die von Dr. Vitoue 
verüifeiitlichlo nnd hier ■»iederbolte Statistik bezüglich des gen. 
rliolera-Wai:^enhaiisös, wohin nur Kinder ans den zumeist hetruffe- 
null Familien und den am stärksten inficirteu Gegenden der StadI 
kameu, spriciii mit besonderer Beredsamkeit für diese ÄnÖassung, 
7Ö Fällu iiiit prämonitorischer ÜiaiThoe 
39 ,. „ Cholera-Diarrhöe ohne Erbrechen 
15 „ „ , . mit Erbrechen; also 

IM Fälle, von denen keiner in das Kältesta^lium überging. 
Dr. Maurino, Municipal-Arzt für das Viertel iS, Fernandn 
\.iuA die Tannin- Enterociyse mit vielem Erfolge iu einer sehr grossen 



08 



Mit Entemclyan bnhBDilsUii CholernfAllc. 



Aiizuht voll KHllen iiflß;ewcii(löi, uiiii nicht, nm- in der prämonimri- 
inctieu , Hoadora aiicih in der eigent!ich«n Oholera-Dian'iioe und 
MOgar im KSltestadiiiro «Mauiüich wirksam befunden. — Hie Miiui- 
pipalürzte Dit. Per 11 uurt .Jap iielli, von dem zweiten SyndiciiR, 
Senator Ä Ifimilf i nntei-stütat, wendetan die Tannin- Iiijeirtionen 
in den ersten Stadien, die Salzsänre-Injeclionen in dei 
vijr(,'erücktern Stadien an und bericlitelen, dass in etwa i 
b'äUen eritschiBden pi'ämonitonNclien Dnrelifatles derselbe wie d 
Zauber sofort ausblieb und nni- 15 Fälle (also ö"/,,) in scliwd 
wirkliche Cholera übergingen. 151 Fälle kamen znr BehandluJ 
ua(!)idein der charakteristwclie Cholera-Durchfall deutlich ansi 
Sprüchen war; von diesen genasen H9 in Folge der a bis 4 l 
angewendeten Tannin- Enteroclyse; 62 zu .spät in Beliaudiuitg j 
komtnene Helen in das Kältestadiuni ; auch von letzteren genaj 
noch mittelst Salzsäure-Jnjection 24; es starben 88 und zwar soltl 
bei denen der Clioleradurchfall schon lange vorher sich entwicl 
hatte und wenig oder gar nicht behandelt worden war, s 
die Enteroclyse sehr, ja sogar zu spät in Anwendung gtizäj 
wni'de. — In allen glücklich verlaufenden Fällen geschah die i 
riclitnng der Kräfte sehr rasch, die lang unterdrückte ürinset 
Üon kehrte nach wenigen Stunden zurück und die vertrocknai 
rtewebe gewannen ihren normalen Tiirgor wieder, so dass j 
Tannin-Enteroclyse nicht allein dazu beitrug, die Verluste ' 
Serum zu beschränken und aufeuhalten, sondern auch die Wasser^ 
Hufsaugung seitens des Darmes zu begünstigen tmd den ent- 
sprechenden, vom Blut erlittenen Verlust autzuwägen. Dr. Pasq. 
Vincent i, Marinearzt, lühmt die glücklichen Erfolge bei prämo- 
nitorischem und charakteristischem Cholera-Durchfall nach Tannin- 
Enteroclyse, versetzt mit Opium, Gleichzeitig lieas er Tannin mit 
Opium einnehmen und, wenn das Erbrechen zu heftig war, gab er 
zuvor eine subcutane Morphiuminjection, danach Tannin in Entero- 
clyse und innerlieh. 

G. de ßenzi, Arzt am Militärlazareth fiir Cholei-aki-anke, 
lobte gleichfalls die Verbindung von Tannin mit Opium in Entei^o- 
clyse, da er danach den Durchfall abnehmen oder verschw: 
und die Leiden der Kranken sich mildem sah. 

Dr. Älfr. R u r i n sah die prämonitoriache Diarrhoe f 
stehen und sogar chai'akteristiache Cholera-Diarrhöe danach plötd 
lieh abschneiden; die Cholerinefälle hatten also einen sehr glftC] 



Hit Entoroclyse behandelte OholenifilUe. 59 

liehen und sehi' sclmelleii Verlauf, fast ohne Reconvalescenz, da 
die Ki'anken nach 3 bis 7 Tagen aiifutehen und ihi-e Ai'beiten 
wieder vornehmen konnten. 

Dr. Agnello Marchetti theilt folgende Eeihe schwerer 
(JholerafRlle mit, die er mit verschiedenen Mitteln, aber immer 
in warmer Euteroclyse behandelt hat. Ausser 6 mit Salzsäui'e in 
P'uteroclyse geheilten Cholerinefilleu sind das folgende: 



Zalil der BeliaudelWn. 


Oeheilten, 


UextDi'beDeo. 


Enteroclyse mit Tannin 40 


25 


15 


„ „ Borsäure (7 Grm. 






auf i Litei-) 27 


12 


15 



„ „ Essig 1 1 — 

„ , Carbolwaaser (1 Gr. 

auf l Liter) 8 4 4 

„ Alum. sulf. 4 2 2 

„ „ Sublimat (5 Centlgr. 

auf 1,5 Liter) 2—2 

Wie ersichtüch, hat auch hier das Tannin das günstigte Ge- 
nesungs- und Sterblichkeite-Verhältniss ergeben. 

Dr. Thom. Blessich, Oberarzt der siidl. Eisenbalinen, hat 
die Borsäure am nützlichsten befunden, die in Enteroclyse 
systematisch angewendet, bei 388 Fällen 253 Geheilte und 135 
Todte, mithin 65",^ Heilungen und SO"',, Todestalle ergab. Die 
benutzte Formel besteht in: Aq. ferv. 1 Liter, Acid. bor. Grm. 100, 
Natr. borac. q. s. ad solv. — 1000 Grm. dieser Lösung 1—2 mal 
in 24 Stunden genügten, um den Durchfall, sowie ö^/^ige Bor- 
säure-Limonade, um das Erbrechen zu stillen. Dr. Blessich 
lobt die Siphonen von D'Emilio zur Verbindung von Bor- und 
Kohlensäure. Es sind das die ersten Versuche, welche den Nützen 
der Boi'säure per anum und os entschieden betonen. Auch Dr. 
Gallinaro hebt den grossen Nutzen der Bor- und Tannin- 
säure im Enteroclysma hervor. 

Dr. Phil. C i r i 1 1 hat äusserst günstige Erfolge durch die 
Tannin-Enterorlyse bei prämonitorischer Diarrhoe, und gute bei 
schwerer Cholera gehabt. 

Im Oholcralazareth zu Castellamare Stabiae erhielten 
die Dn\ Scherillo, Brancati und Calvanico von der 
TannJn-Enteroclyse folgende Erg 




«I 

ZaU d. WiOm. flMMik. T< 

LOiwrlioe 2 2 

anIeniII.SudiiiBi 11 e 

[^AspbTkL KilKvSL 13 — 

I'r Tinine giebt u» Prov. l^crsift, wohin «r ron 
k He^ttnuif behob Behandlung der fbtdenknuiken geschickt w< 
TV. ff>lff-Qde reb^mirhi der Erfolge lucfa Anveadnng der 
dvH mit TaQQin uad 0[iiiUD: 

PrimwB- DUrrbo»? IIÖ 101 18 

• 'liArakt.Ch4>leni' 

IHan-boe Hö 2J 12 

lUlie^UdiuB lä ~ — 

?n d^fi 




!■■ 



jt.;ii 



— 3 12 

'bfilien Fallen von iirftiih>BJtar. Ui&n^oe vnnte die 
üüfh sofort mwb fincr einngen w»nii«i Tt 

in den scheili^o Fällen von «iharnktTT. Cüholi 
nie es immer 2, buTeüen 3; in ä FÄÜen 4 




Jeh kaon mich nicht entluUteB. dut Urthol d«s Prot Hltrj 
gliAnu in Genua anznföhren (vgl Gazzelt dcf^U Ospitfti 
vom 2i*. Okiob«r 18841; „Das wir^ftaioäte Mittel, an dj« OJarrboe 
za hekimpfen. ist ein Enteraflysma vnn eioer l*/,igen Taiuün- 
•Jtfenag. Itarchädmittlich %nirden i lAivr Wassw vnn 4if* i... an- 
mdeL Oft »enügte 1 Einfölliing^, am die Di&rrboä für immer 
eiden." 



Einieliie Fülle. 



1. Ida V^ 12 ,T. a., Tochter dee Dr. Leonard» V, wkrankte 
idützlich ao ftbennissiger Diurbue uhne erHeiälicbe Vranolitöäuug^ 
— aiLiiser dass schon mehrere ähnliche. al>er dnnrb wattne Taon&jgJ 
cl.vwnaia geheilte Fälle in der Familie Torangegiin^n «raren, 1 
2- Oktober Abeod& Man nahm eine ErkÄlia&g »n und liess < 
Piilieiitin abgekochtes Wasser trinken i das ist übrigen»« 
jficher v.m mir winstatirte Fall, wo Tor der Cholera ubgekw 
Waaser iietrunkea worden ist). L'ebrigens haue einige Tage l 
vor ilie Dienerin dw Familie an Diarrhoe und Erbrechen geKj 
aber da« Hans verlassen. -— n'SIireDd 2 Stunden nach 1 



Mit Enteroclrse behandelte Ch<il«nlUI«. 



61 



Krankheit erfolg^ten 5 so starke »erose Entleenrngen, daas 
(PatleDÜD merklich sclivacti ^tirde, ihre Haut einzulrocknen nud 
|ie Wangen einzufallen anfingen. Ich fand alstUan schwache« 

1. Temperatur Dormal, 'Zunge gut, allgBiiißines SchwilchegeßUi], 
iSdnnen im Epigastrium, ein -wenig auch im ganzen Abdomen. Ich 

rerordnete eine warme Tannio-Euteroclyse, worauf Patientin sich 

srltiichlert fohlte, and die Diarrhoe 11 Stunden au^liUeb. Vra 

i h, m. «•iederum eine Entleeiimg; Knteroclysma wird Triedftr- 

ioU um 9 h, m. — 8 Stmiden danach noeUuials Entleerung und 

I 3. Enteroclysma. — ß Stunden darauf aufs Neue Ausli-eraa«, 

* sehr schwach und freciuent. Gesicht und Hände etwas cyaoA- 

wh, Urin wenig und selten. Viertes Enteroclysm». Die Diarrhoe 

jhÖM gänzlich auf. 10 h. v. etwas Fieber. Da(;egeD stellto sich 

der Nacht hartnäckiges (nervöses) Erbrechen ein, wogegen 

Kamillenthee 1d sehr kleinen Gaben, Kohlensäure, Liq. anodyn. etc. 

srarordnei wurrle, bis dasselbe endlich auf einen Wälschnuss- 

blfttler- Aafguss von 10 Gnu. aufhörte, Das Erbrechen er- 

ubirai aufs Neue, blieb aber wähi-end der Nacht aus, dafiii' stellte 

I am Mnrgen etwas Kopfn'eb und am 4. Tage ß u s e o 1 a «in. 

ranach die Heconvalescenz und nach 8 Togen völlige Genesimg 

ifpifllrat — Aus dem ganzen Vej-lairf der Ki-ankheit ist ei-siL-hllich, 

mau es mit einem schweren Cholerafalle zu thirn t;ehalrt. 

würde , wenn die hartnäcJtige Diarrhoe uicht energisch 

ffdrackt worden wäre durch die 4 Enteroclj-sen. .lede der 

letJrteren enthielt abrigens nur 3 Gnu. Ac. tannic- nnd 20 gtt 

ipiomiinctnr. 

2. Frau 8 c a . . ., 40 J. a., hatte in der Nacht vom 8./9. Okto- 
2ü wässrigp Stühle. Ord, EnterocL tannic. calid. — 

t'/. Stunde nach der Application fand ich die Patientin wie neu- 
" ßlebt, im Bett aufrecht sitzend; Puls frequent, massig stark. Nach 
1 Stunden wieder eine Entleenmg mit saurer Reaction. 4 Stun- 
darauf schien alle Gefahr vorütier zu sein. Nach einigen 
i Reeonvalescenz; vollständige Genesung. 

3. Giov. de Horatiis. Präsident des Apellationsgerichtes 
. D., 94 J- a., wurde am 1. Oktober Abends von Cholera befallen. 

fetühle anfangs gefiLrbt, später weiss; bald grosse Schwäche. Ohu- 
toachten; heisere Stimme, Wadenkrämpfe. Nach Miltemacht Er- 
brechen, anfangs in langen, später in kurzen Zwischenräumen 
rampf nnd Schmerz in der Magengegend. — Aiu andern Mittag 



62 



Mit EntiirocIyHr lmliiini<i;ll.c Chnlünrälle. 



T**mperatm--Eruie(lnguiig, Puls iiiideiitlkli. Prof. Paftlncci ^ 
ordnete Nachraitl. ein 'l'a. unin - Entorocly sm, vtm Ca™ 40" { 
gt'gen (iea AVilleu des Putieultm, — Vm prnftiBe DiaiTlina ■ 
gestillt »ml erst nach 6 Stunden zeigte wich ein weniy Siu] 
Puls hol) sich, Urin aud Köi-perwärme stüüten siah wiedÄr bd 
Nnr das Erbrechen hlii-ih nnvei'ämlert, txotz EisstücVr^hen, die i 
Kranke statt jedes andern Mittels einzunehmen sich verstand. ■ 
Während der Nacht sank die Temperatur aufs Neue, eiuige Eid 
leenin^en folgt.6n, daa Erbrechen blieb hartnückig und häufig, abq 
oluie Wadenki'ampf und Annrie, — Ani 3. Oktober Vurmitt. Orf 
Kuterocl. tannie. calid. — Diarrhoe blieb gänzlich weg, so Hai 
in den nächsten Tagen ausleerende Clystiere niithig wurden. Auq 
dieses Mal und michmala Abends uach einem 3. Enterocl. I 
des Allgemeiubefindeus, Hebung des Pulses und der Kflrperwäo 
Nui' das Erbrechen blieb bartnäckij! alle 10—30 Mia. sich wietle)^ 
bnlend in den nächstfolgenden 4 Tagen. Ü.n. Nachtj* Erbrecha 
fast ununterbrochen von 5— 1(J Min., so dass man den Tod erwarten 
zwischen 1 h. und 3 h. ra. — "Um i h. tu, schlief indes» Patiea 
ein und erbrach, nach einem erf[nickenden Hcblaf, nicht wiedej" 
Nach einigen Tagen nahm er Milch mit Fenchelwasaer, da« 
Fleischsftft zu sich und erholte sich so, dass er na.ch ca. 4 Woehej 
gesund wieder aufstand, trotz seines hohen Altei-s. 

4. A d B 1 a i d 6 Ü a p a s s o , 35 .1. a., seit 2 Tagen präraonj 
törische Diarrhoe, jetzt Källestadiuni, Krämpfe, Angst, OyarioM 
Puls sehr klein, Uriusecretion imterdrückt. Dr. Campauar.J 
versucht neben der Enteroclyae adstJ'ingii-ende nud excHirend< 
Mittel. Darauf heftigstes Erbrechen und MagenMclnuerz, Nui 
Enteroctyse von Acid. curbol. 0,70, Alcoh. q. s, A(| 
dest. 38" C. 2000,0, aUe 5 Stunden wiederholt. Dazu fori 
energische Abreibungen, warme Decken; kleine Gaben EanÜUäl^ 
thee, Cognac, Aq. menth. pip. und Cinnamom. aller 10 Min. per t 

— Bei eintretender Erleichterung der Schmerzen, der Drinsea 
tion wurde anstatt der Oai-bolsänre Ac. tannie zur EnterOBfl 
genommen und zwar 3 mal. Danach erst stand die Diairhoej 
welclie stündlich 6— H flüssige, reichliche Stahle gelietert hatte 

— Eeconvalescenz nach 3 Tagen. 

5. Domenieo de Simone, 2 J. a., seit 2 Tagen präm 
uilflrische Diarrhoe, die immer mehr den spezifischen CholarnJ 
«horakter annahm, täglich 20 sehr leichliche Entleerungen. - 



Mit EnteroolTse behandelte ChoIer»faUp. 



63 



', Oonipanaro verordnet: Ar.iil, tan nie. 2,0, Infus, chamom. 

fed. 1000,0, Gi mimos. 10,0, R. op. spl. gtt. x. S. Zu 3 Clyatieren 

l'/-j8tdD<llicb. — Besaening trat laDgsani ein, obglsich der Diirch- 

" uicht sofort stand. Von Zeit zu Zeit Erbrechen. Aümäliliclie 

fcserung: und Genesung nach 8 Tagen. (Ein anderer Arzt hatte 

eme Indigestion diagnosticirt und wollte Purgautia ange- 

t wendet wissen.) — In derselben Familie erkrankte nach eiuigeD 

latjcu ein löjähriger junger Mensch. Dr. Cainpanaro wurdn 

iliesea Mal nicht hinzugerufen; der aminre Arzt wollt« durchaus 

..in Cholera nichts wissen, liie 2 Tage nach der prämonir.or. Diarrhoe 

■II einem sehr heftigen Grade eintrat. Nach '20 Stunden war 

l'atient tiidt. 

6. Carducci, Nicolardi, 6 J. a., seit 6 Tagen au Diarrhne 
luideud; Stühle reisswasser- und gummiäh nlicb. Dr. 
(_' a lu p a n a r bebandelt das Kind 2 Tage lang mit Tanuin- 
t-U>tieren und aromatischen Wässern. Die Ausleerungen wurden 
seltener, blieben aber nicht aus. Am 5. Tage ein leichter Anfall 
vou Kälte, Erbrechen; Urin sparsam. Ord. einige Tropfen TR. opii 
and fortgesetzte Tannin clystiere. Das Kind genas. Einige 
Tag*' vorher war in demselben Hause eine 2i)jährige Verwandte an 
Cholera gestorben. 

7. Sabbato, Alberto, 9 J. a., litt seit einigen Tagen an 
Iträmonitnr. Diarrljof. Heilung nach 4 Tagen mittelst blosser 
Taiinin-Clystiere. Auch der Vater des Patienten genas unter dem 
Göhrauch von Tannin-Enteroelysnia von einem Choleraanfall. 

8. Congiano, Alfrede, 3 J. a.. sehr häuSge Choleraatuhle. 
Dr. Cainpanaro behandelt mit Tannin-Clyatieren, Das Kind 
t^enas, auch sein Vater auf gleiche ^oise behandelt, während ein 
Oheim, der nach der Conocchia gebracht wurde, daselbst st».rb. 

9. 10. G i u 1 i a und Luigia Acanipora. Die erstere an 
Obolerine, die andere an tuiaultuariseher Diarrhoe leidend, genasen 
sie beide; jene mit warmer Tiinnin-Enterocl, die zweite nui ein- 
m a 1 damit, dann mit Tannin-Clystiereu mittelst Clysopompe von 
Dr. Campaniiro behandelt, 

11, Sabbato, Maria Anna. 30 J. a,. Gravida im 5. Monat. 
Seit 12 Tagen täglich 10 — 12 Stuhle. Dr. Campanaro verordnet 
't stündlich ein Taunin-Enteroclysma von 500 Grra. Ekel und Brech- 
neigung fortwährend. Nur Salzsäure limonade wird vertragen. 
Schnelle Genesung. — Die Frau war an Cholera erkrankt, obgleicb 



fil 



Wt EalcrodTW bckuitAle OalenAIk. 



-i Flnxii mitCitroDcnnft aodabgi^li'M-hiF^ Wag 
.ber In dem tqd ihr bewolmtcii r&Lut ^b es c 

12. JsBigrn, Desiderato, 10 J. a„ hüfUge CfaQlerioe. 
CsapAsarü «endel enerigüch Tumin-nHiifre an. OitrUli^ 

linoB&de Wesen muuslüechlichcn Ihir.-t 

viriDic Decken ^egen die begianeode 

TngFO. Icdeu wur ein DanniaUrrli . 
L du Kind erst nvrh 2 Moiutfin vollständig .VL-t^ Pic M^ 
ii£]ubea hatte eine an Cholera erhraakte ond nrntorbenei 
' in ciocr andero Stra^M gepflegt. 

13. 14. Zwei Knaben, 3 und (j J. a.. an Cholent-Oi 
leidend, wurdtn blo«« dorch TannmrhsUere gerettet, Dacbdem I 
Eltern nnier anderer Beliandlung geslörben waren. 

lö. l'almeg*, GtoTanna, 52 J. ju, heftiger Gholenani 
Heilang mittelst TanDinclyetiere. — 2 Tt^t danach erknuiltte 1 
Tochter. 

16. Allonsiaa F., die nidit ihre Mutter, aber Quta '' 
tobten gepflegt, der sich wie die ganze Familie den N'eratd 
der Aerzte Camptnaro und Altamars nicht gefögt | 
Itesturben vac. Ord. Tatmin-Clvstiere nnd Salzsfioi 
sonst nicht?. Gene.<ntttg nach 4 Tagen. — Ebf» da i 
noch ein Sohn, 30 J- a. eine Enkelin der p. FalmesiTil 
and die Mutter des Kindes. 35 J. a. Nnr ClTstiert! i 
stattet und hatt«ii den b€«len Erfolg. 

17. Ceraso. Luigi, Ar&enalbeamter. erkrankt am 22. S 
an Diarrhoe, die trot2 EamilleDinfus. Liudanuin, Bism. nitiL, I 
Ihiw. bis zum 26. aDhidt, wo Magenschmcrz. Brechneigung. Ti 
beit der Zunge, heftiger Dur^t hinzutraten. Ur. Maarifto 1 
ordnet EicitaniT Opiam nnd Wärme. Verschlimniening. 
TanDin-Enteroelj-sma Sofortige fie&'^rung: vs folgteo I 
Stande nur noch 3 mal Enlleemngen, ein Theil d«r iijiei 
FIa«gigkeit wurde aber behalten : danach Verstopfon^ 
schmerz and Dnrst Terächwindcn auf eine nochmalige Tu 
TnjertioD; rascher Eintritt der Reconvalesceni. 

18. Fran Cüppola, 21 J. a.. erkrankt am 20. SepU 

7 b. V. Durchfall, Erbrechen, Magenscbmen^ Krampf in den Beid 
Zunge trocken, brennender Durst, Beklemmung. 0|iiaui, ( 
Aetfaer etc. balfeu nicht; die Kr&ukbeit machte bedcohlichft I 



Et Eateroclfsc behaudeUe CbnlerafäUe. 



6Ö 



':^a urino verordnete ein Ta n nin-Eüterocljsra. 

Hess niciit lange auf sich warten, alle Symptome 

schwächer, die Behaiidluug fortgesetzt und Dach 5 Tagen 

t Patientin geaesen. 

19. Gianiiotti, Stefano. Am 18. September 9 h. m. zeigte 

mt alle S)TnptoiDe des 2. Stadium der Cholera, den Uebergang 

Itestadium, Unter- und Ober-Estremitäten kalt, Finger und 

cjanotisch. Collaps. Ord. Enteroclyam. von 2 Liter 

von 40" C. mit Tannin und Liq. ammon. anisat. 

1 Stunde massige Reaction. Temp. stieg auf 38". Puls 95. 

e r o c 1. mit Tannin oder Salzsäure wird täglich e i n- 

Ll gegelicD. Vollständige Genesung am 25. September. 

20. Frau Raimonda P., 27 J. a., behandelt von Prof. F e d e 

Dr. S p a d a r , erlitt einen sehr heftigen und rasch sich 

Ät entwickelnden Choleraanfall. Wiederholte subcutane Injec- 

I von Chinin, Aether, 2 kleine Tannin-Clysmata, 1 Hypoder- 

dysm.; Injection von Sol Natr. bicarb. beschwichtigten die ersten 

^en Symptome, die Depression, Diarrhoe und Erbrechen, hohen 

, Respiration; Tpr. bis zu 39" C. Am nächsten Morgen Temp. 

(Achsel); 5 h. v. Zungß sehr trocken, Aphonie, YoU- 

tndlge Anurie; am Morgen wieder Alles besser nach Caü'ein und 

i kohlensaurem Wasser; 2 mal Urinabgang, Temp. 38". Puls 

feniger leer und häufig. Während der Nacht Verschlimmerung. 

Erbrechen, Diarrhoe, Kräfte- und Temperatur-Abfall, Aphonie und 

piarie. — Prof. F e d e giebt ein Tannin-Clysma von 300 Gr. ; 

I bleibt beim Alten. Am Morgen giebt Dr. Sorge ein Tannin- 

Dteroclysm. von 1 Liter, das ö Min. bei der Patientin blieb, 

(jm theilweise und etwas gefärbt abging. Danach erfolgte keine 

MleeruDg wieder, der Puls hob sich; Patientin schlief 2—3 Stun- 

fählte sich leiblich und geistig gestärkt, urinirte nach 12 

] üochiuHls, aber wenig. Das Enteroclysm. vrurde wieder- 

; mit 1200 CC, der Urin fioss reichlicher, Puls wurde stärker 

[ nach weiteren 24 Stunden konnte Patientin ein wenig Speise 

Bich nehmen. Die Reconvalescenz und die Genesung waren 

ich wenigen Tagen gesichert. 



Berechtigung der beiden Methoden, 

Die Berechtigung zur BehiiniUung der Cholera mittelst 
Hypudermoclyse und Euteroclyse ergiebt sich aus den Erwägungen 
über die Todesursachen bei Cholera. 

Zwei wichtige Dinge, ich möchte sie, nach meiner Art zu sehen, 
Stadien nennen, muss man bei der Cholera in Betracht zieheii. 
erstens die Infection, zweitens die In tosicali on. 

Im eratyn Stadium ist der Komma-Bacillus direkt in 
Thätigkeit, — daher die einige Tage dauernde Incubation und dio 
Dannreizung mit Durchfall und Erbrechen und daher auch die 
(jewebseintrocknung in Folge des rapiden Serumverlustes. 

Im 2. Stadium wirkt das Ptomainegift, welchvis entweder 
in den Geweben selbst, durch den chemischen Zerfall vieler, zufolge 
des aufgehobenen Stoffwechsels, zerstörter Gewebselemente, intra 
vitam ein Leichengift erzeugt, oder welches von dem Eoinma- 
Bacillus selbst, mittelst der von ihm im Darminbatt hervorge- 
rufenen Gähruug, hervorgebracht wird. Dieses Gift wftrde i 
vom Blute aufgesogen, als specifische C hoiera-Ptom&itt 
gelten können. In einem wie im andern Falle entspringen l 
der Gegenwart der Ptoraaine im Blute die Vergiftanga-^ 
scheinungen der Nervenceutren und des Sympathicus und die fon 
schreitende Herzljlhmung. 

In den minder schweren Fällen hat man es nur mit der 1 
fection zu thun, in den schwerereu dagegen gesellt sich die y 
giftende Wirkung der mehr oder minder reichlich entwickele 
Ptomaiuo hinzu, je »ach den Zustanden des Darminhaltes, die ( 
Bacillus voründet. 



SerechtigUDg >Ur lieiden Mettaoden. 



07 



In den blitzahniicheD Fällen kann die Entwicklung der durch 

ihre Menge oder ihre Eigenschiift verderblichen Ptomaine so rasch 

' vor sich geben, dass die Indoxication die Infection üheräügelt und 

(lass tie ihre lähmende Wirkung schon ins Werk setzt, ehe jene 

I dabin kommt, den Darm in ausgedehnter und nachdrücklicher 

! zu reizen. 

Es gilt nun auf diese Dinge zu achten, wenn man die Todes- 
ursachen bei Cholera unter dem Gesichtspunkte betrachtet, um 
vemänftige Heilanzeigen darauf zu begründen. 

Dah, was sich zuerst hierbei bemerklich macht, ist die Ver- 
I lungsamung und der endliche Stillstand des Blutumlaufes und die 
I fortschreitende Schwäche und Lähmung des Herzens. 

Unzweifelhaft ist. in den gewöhnlichen Fällen, eine der oÖ'eu- 

fbaraten Ursachen der Kreislaufs- Verlangsamung, die fortschreitende 

Eindickung des Blutes zufolge der grossen Waaserverluste bei 

Durchfall und Erbrechen. Diese Bluteindickung stört vor Allem 

l die Ernährung des ganzen Körpers, bis zu dem Grade, dasa der 

Stoffwechsel aufgehoben und die Entfernung der 

Iverbrauchten Gewebselemente aus den verscUie- 

Iflenen Organen und Geweben unmöglich wird. Neuo 

I N^atiruug empfängt er nicht, die Auswurfsstoffe werden zuriii;kge- 

llbatten, der lümährungsvorgang ist also gehemmt; die Nerven und 

fdaa Herz müssen am ersten darunter leiden und ihre Functions- 

föliigkcit, die Erregbarkeit der erstem, die Contractionsthätigkelr 

hüeh letztern, müssen schwer daniederliegen. Das Verbleiben der 

jAnawurfsstoffe, in den Geweben mehr als im Blute, ist mehr 

(XTro-urgania s. Uro-histia als Uro-haemia. 

Der Fortschritt der Chemie wird vielleicht einmal den Nach- 

Kweis führen, dass in dieser Weise Ptomain, wie jenes, von dem 

l'lrir unten sprechen, innerhalb der Gewebe selbst, iu 

Bolge des Absterhens einzelner Zclieneiemente, entstehen könns, 

der Stoftweclisei aufgehoben und das zu ihrem Leben er- 

frlicbe Wasser den Zellen entzogen wird. Dann werden sich 

L Behr schweren Fällen auch in den Geweben die uhemischen Zcr- 

letztingsprüdukte der untergehenden Gewebselemente finden, so 

tSH der Zustand dieser Kranken mit Recht als eine L'ro-ptomaino- 

Ifitia bezeichnet werden kann, die einen wahrhaft allgemeinen Ver- 

ingBzusiand des Organismus darstellen würde. 

Das Herz bemüht sich von Anlang an, das wachsende Hinder- 



ßg BcrecljllgLing riei- IicidcD Motliodon. 

0189 ZU überwinden, welches ihm eiu immer dicker werdendes' StS 
entgegenstellt und seine Contracliunen werden schneller; ftinl:id 
aber gelingt es ihm nicht mehr sie zu überwiudeu und das Blut stad 
sicli An der Peripherie, verursacht daselbst Cyanose und Sinkel 
der Temperatur, Von da schreitet die Stase gegen den Mittfi 
punkt des Kreislaufes fort und eüdlicli reidieu auch die Kräffl 
des Herzmuskels nicht mehr hin, die Herzkammern zu entleeK 
und das Herz steht still, — in Folge der fortschreitenden Suspei 
sion des Stoflwechsels und des theilweisen Absterbens der Qewe1>i| 
von dem auch das Herz betrofftm wird. 

Offenbar ist gegen diese Ursache der Herzlähmung das etnzid 
vernünftige Mittel der Wiederersatz des im Blute verlitren gn 
gangeneu Wassers, und das beste Mittel, das sieberste und gefahi 
loseste zugleich, um den Ersatz zu bewerkstelligeii, ist die Hyp^ 
dermoclyse vou warmem alcalischen Salzwasser; denn dadurci 
wird das Blut wieder flüssig, der Stoffwechsel im ganzen Kßr| 
und im Herzen selbst wieder hergestellt, und die vergiftenden A.i^ 
wurfsstotVe hinausgeschafft. 

Man hat verschiedene klinische Beobachtungen, u. A. die, < 
manche Cholerakrauke Cyanoso zeigen uud kalt und asphyktjsä 
werden ohne grossen Wasserverlust durch Diarrhoe und ErbrecbeiE 
als Grund augeführt, um der Eindickung des Blutes jeden Einflui 
bei der Cholera abzusprechen, ferner, dass auch bei der Chüled 
uoHtras oftmals sehr grosse Mengen Serum verloren werden, uhnfl 
wenigstens iu der Regel, so schwere Symptome, wie die bei dq 
asiatischen Cholera sind, herbeizuführen. Bezüglich dieser 
würfe ist daran zu erinnern, dass nicht alle Individuen glfli(ä 
schnell uud stark von den Serumverlusten beeiuflusst werden. 
es viele Gesunde gieht, die das Bedürfniss haben, sehr viel s 
trinken und Andere, die gewöhnlich sehr wenig trinken, 
also Leute gieht, welche den Wassermangel lange ertragen kÖaad 
und Andere, die binnen Kurzem den Qualen des Durstes erliegei 
— so können auch gewisse Individuen reichliche Serumverluafia 
ziemlich lange ertragen, während Andere sehr schnell und in hohein^ 
Grade unter der nothweudig erfolgenden Bluteindickung leiden. 

Auch hei Cholera n o s t r a s beobachtet man oftmals be- ■ 
trächtUche Kälte, Cyanose und Spitzwerden des Gesichtes, aber t 
Fälle von Cholera nostras sind zu wenig zahlreich, um ein bemed 
henawerthes Cuntingent zu jenen Fällen zu stellen, in denen c 



Berechtigong der beiden Methoden. 



m 



^ Eindickung des Blutes allein zum Tode führt. — Id der Cholera 
aaiat. ist, wie schon bemerkt, ein ganzer Complex von Todes- 
ursachen zu beachten. 

In vielen Fällen findet unzweifelhaft und nothwendigerweise 
eine starke Bluteindickung statt, weil der Serumerguss nicht nur 
sehr stark ist, sondern auch sehr rasch erfolgt, während der Aus- 
gleich zwischen Retention und Absorption andern Wassers im Darme 
fehlt. Zugleich findet aber auch eine allgemeine Vergiftung der 
Gewebe durch die Retention so vieler Auswurfsatoffe und durch 
Absorption von anderen, direct giftigen Stoffen statt. Wenngleich 
man die Wichtigkeit der sekundären Vergiftung anerkennen muss, 
so tlarf man doch, wenigstens in der Mehrzahl der Fälle, die That- 
aache der Eindickung des Blutes mit ihren traurigen Polgen nicht 
in Frage stellen. Gerade die Schnelligkeit, die Kürze der 
Zeit, mit der die Serumverluste, ohne Compensation von anderer 
Seite, vor sich gehen, ist dasjenige, was das Leben vieler Kranken 
bedroht, und wenn auch der eine Kranke den raseben Verlust von 
3 — 4 Liter ziemlich gut verträgt, so braucht ein anderer den io 
gleicher Zeit geschefaenden Verlust von nur 2 Litern nicht gleich 
gut zu vertragen. Diese Thatsache und die daraus hervorgehende 
; Bloteindickung, selbst wenn sie nicht beträchtlich ist, wird von um 
I 80 grösserer Wichtigkeit für den (jholerakranfcen sein, wenn man 
bedenkt, dass die Störung des Stoffwechsels die Retention so vieler, 
an sich schon giftiger Auswurfsstoffe mit sich bringt und diese 
giftigwirkende Retention im geraden Verliältniss zu den Wasser- 
rerlusteu bei einem mehr oder weniger empfindlichen Indivi- 
I dnum steht. 

Damit ist nicht ausgeschlossen, dass die Fälle von sogenannter 
I trockener oder blitzartiger Cholera, in welchen fast kein oder nur 
sehr wenig Wasser verloren geht, die Meinung veranlassen mögen, 
ea könne die Herzparalyse das Primäre, die Verlaugsamung und 
I dar Stillstand des Kreislaufes das Secundäre und der EinHuss eines 
I Giftes auf die Herznerven und auf die nervösen Centren der 
I Circulation die Ursache der fortschreitenden Herzschwäche sein. 

Dieses Gift könnte vom Komma- Bacillus selbst abgesondert 

[ werden, oder in dem aus dem Darmiuhalt vom Bacillus, mittelst 

I von ihm angeregter Gährung, entwickelten Pt omain bestehen, 

oder letzteres könnte, gleichtälls durch den Bacillus, innerhalb der 

[■ ßarmwände, mittelst Aufzehrung ihrer Gcwebselemente und derazu- 



I 



70 



B«ri>ckli)|UDg iler lieiilpn MetlHalm. 



folg« cbenitscher Zenteixang utid Umsatz iu giftige Snbstai 
Hneu^ seia 

Ptrimaiiie nind die sogeoannteii Leicheji-Alkaluide. dl« sid 
in itfD erslAQ StadieB der Fftulniss bilden uad beiai Weiterscbreite 
der letzteren rSepsiBi anfs Neue zerstJirt werden. Dib Fäitlni^ 
animalischer Stoffe hört bei lioher Temperatur viel fraher (ni 
ca. a Tagend anfPtomalne za geben, al» bei mildfiren Temperat 
graditH, wo der Vorifang viel länger anbält; jedenfalls aber Tej 
schwinden die Ptomalne mit dem Fortäctu-eiten der Fäutniss. Kaij 
Hrieger eut^^teht das Neuridiu ans Gelatine, nicht aher i 
Fibrin und Fleischalbiimiu, das N e u r i u des FleiRi^h«* aus 1 
«itin nnd Cholin, aus diesem mittelst Verlustes von I liTb. WaSäöl 
änn M a s k a r i u der faulenden Fist^he ans Cholin, mittelst Ojt; 
dftliou desselbeu; desgleichen durch Zersetzung das ChoUa« dd 
Trijnethylamin. IHe Art des faulenden Körpei-s iFisch, Fleiscfl 
Kam«. Eier etc.) hat einen gi-oasen Einflnss auf die Art des esm 
Klebenden Pt omain. Das .Sepsin- als selbstständiger diem 
ftcber Körper existii-t nicht, nachdem Brieger nachgewiesen hsi 
äaäs es das eine Mal Neurine, ein anderes Mal Moscarine und e 
drittes Mal Aetliylendiamin Ist, drei äusserst giftig auf d«j 
thieriscben Körper wirkende Stoffe. — Die Ptomaine sind t 
GihrunRsprodukte, und also, wie man gegenwärtig weiss, Erzet 
nisse von Microben; ein und dasselbe Microbion auf verschiedoi 
foulende Stoffe ausgesäet, giebt verscliiedeue Ptomaine, z. B. Nen 
rine auf Fleisch von Säugethieren, Muscarine und Äethylendiam 
auf FlBchfleisch. 

Die Bacillen sind also im Stande, durch Zersetzung orgql 
niscber Stoffe, giftige Ptomaine hervorznbriagen. Uebrigena haf 
man Ptomaine als Ursache von sogenannter Barben-t'holeral 
noch nir!bt anerkannt, da Oeffinger bei Behandlung von 2 
Krauken, die in Folge des öenusses von frischem Barbeurogeu J 
alle Symptome einer Cholera nostras zeigten, im frischen Bog« 
Pt omain nicht auffinden konnte. 

Dass bei der Cholera ein chemisches Gift von dem Komma- '3 
Bacillus selbst abgeschieden werde, ist wenig wahrscheinlich, wenn 
man bedenkt, dass gerade in den Fällen von ChoL sicca nnd ful- 
minans bis jetzt wenige Bacillen im Darm gefunden worden sind, 
wahrend doch im Gegentheil eine weit grössere Anzahl bei Cholera 
sicca gefunden werden müsste, als bei der gewöhnlichen Chülei'a, 



Berechtigung der beiden Methoden 



71 



I wenn die Aufsaugung; eines von Dai'mbaciUeu abgesoudertön Giftes 
Idorcli das Blut die Ursache der schweren Ciioleravergiftmig 
^Bcin sollte. 

Ausserdem niüssten die Fälle vou fulminanter C!holera di* 
I Regel und nicht die Ausnahme, wie es der Fall ist, bilden, wenn 
Ider Bacillus ein ihm eigenthümlii;hes cheiuisclies Gift absondarte. 
lAlle die Fälle von Cholera-Dian-hoe, die als solche enden, ohne 
|za den schweren Symptomen des Algidismus zu iuhren, wöi-den 
isich ni(M erklären lassen, . 

So bleibt mir die Annahme der Ptomainbildnng durch den 
iKomma-Bacillus im Darm selbst zu erwägen. Es könnte Ptomain 
I ftofs Neue in den Dai-mwänden selbst sich entwickeln, die der 
("Bacilluä zwecks seiner Ernährung übertäUt und zerstört, indem er 
Idie chemischen Bestandtheile der Darmwandgewebe zerlegt, wo- 
I durch giftiges Ptomain sich bildet, das, vom Blute aufgesogen. 
Fdie Nerveneentren und das Herz lähmt. Aber auch dagegen lässt 
I sich derselbe Widerspruch wie in dem vorigen Satz gelteud machen, 
I — nämlich die nicht grössere Anzahl von Bacillen bei Cholera 
unaus, als bei gewöhnlicher Cholera und das Ausbleiben von 
I Bohweren Symptomen bei Cholera-Dian-hoe. 

Dagegen könnte sich Ptomain in den Fäcalmassen anf die 
I von Bacillen angeregte Gähning bilden; die Anhäufung violer und 
L alter Massen, noch mehr aber die Qualität derselben und ihre 

■ Beanlagung zu gewissen Gäbrungsar ten, insbesondere 
lauf Erzeugung von sehr giftigem Ptomain, würde, im Ver- 
I ein mit der individuellen Empfänglichkeit der Kranken für das 
I betreffende Ptomain, die Erklärung dafür abgehen, warum nur ver- 
I fa^tniesmässig Wenige von Cholera fulmin. beti-ofleu werden und 

■ die Mehrzahl dem Einfluss des Bacillus länger widersteht. 
Diese Hypothese erscheint mir in der That zulässig, da man 

Ittit ihrer Hülfe versteht, WMiim die Einen dem Cholera-Bacillus 
I viderstehen, die Andern ihm unterliegen. 

Es ist übrigens ei-sichtÜch. dass gegen ein derartiges Ge- 
liialiren des Komma-BacUlus, d. h. gegen den Einfluss des vom 
I Blnte resorbirten Giftes, die Hypoderraoclyse immer ein 
■TationeUes Heilverfahren daratellen wird; denn durch die AVärme 
löes injicirten Wassers regt man die deprimiilen Nerveneentren 
, durch die Spülung mit einer Menge Wassers verdünnt man 
|.(Ias im Blute gesammelte Gift, veixingert dadurch dessen scbäd- 



72 



Bereckiigaug ilec beideu MetlindiMi. 



liehe Riuwirkuiif? auf die Nei-veiicentren imd das Herz, unfl 1 
ttirdert aueh suiue Entfeniung aus dem Körper. Es ist klar, dai 
niiter fier Voraussetzung einer Vergiftung, wenn diese aucli i 
die Secuudtirwirknug der ursprlingliclien Ansteckung durch d^ 
Bacillus sein sollte, das rationellste Verfalireu in der ÄusRplUniid 
resp. Entfernung des aufgesogenen Ptomaiu, aus Blut und Geweb^ 
bestellt Ea ist freilich auch wala-, dass man, wenn der V« 
giftungszustand so weit gediehen ist, auch von der Hypodermoclyd 
nicht viel erwart,en dari, das» man sie jedoch als letzten Eeltm 
anker gegen die secundäre Ptoniainvei-giftung wenigstens rel 
suchen muss, 

Aehnlicherweise ist die Enteroclyse mit g 
Wassormengeu als ein rationelles Mittel gegen die Etil 
Wicklung der Ptoinaine aus den in den Därmen angehäuften FäcfJ 
massen anzusehen: denn es befördert die Entfernung dieser g^hl 
den Ptomainträger, vermindert daher, oder verhindert sogar i 
weiter« Kesorptiou dieser giftigen Ptomaine. So ist es auch I 
dass die mit desinficirenden, gähi-uiigswidrigen Stoffen und Gege^ 
giften versetzte Enteroclyse das einzige rationelle Mittel 
Unterdrückung der Vegetationskraft, mithin auch der Öährniy 
fähigkeit des im Darminhalt hausenden Bacillus ist, die Gähllli 
und Erzeugung von Ptomaiu dadurch aufgehoben wird, — wie s 
auch das einzige Mittel ist, um miiglicherweise das Ptomajn i 
schädlich zu machen, indem sie es verfijidert, zerstört und 1 
minder leicht reaorbirbare oder giftige Verbindungen umsetzt. 

Als Todesursache bei Cholera muss sicherlich auch die vej 
minderte Alcalescenz im Blute der Oholerakrauken wähl 
der letzten Stadien gelten, die mit der Abnahme der Alkalifij 
infolge des Wasserverlnstes durch die Entleerungeu nach unten u 
oben einhergeht — und so bedeutend werden kann, dass das B\i 
in der Agonie bisweilen leicht sauer reagirt. Ein zu 
alkalisches, oder neutrales, oder gar saueres Blut schjieeat abfl 
jeden Stoffwechsel zwischen (JapiUaren und Gewebselementen am 
Dafür hänfen sich in den letzteren sauere ErmüdungsatofFe, Produl 
der Zellenarbeit an , weil durch Unterbrechung der Endosmod 
und Exosmose der Umtausch mit den Alkalien ausföllt. 
Muskeln, Nerven und selbst die mit Ermüdungsstoff, dessen E 
sich zu entledigen nicht mehr vermilgen, überladenen Blutkllg^ 
eben, verfallen schliesslich der Paralyse, wie das ähnlich bei da 



It« reell liguug der beiiieu Metliodeu 73 

Tode gehetzteu Thieren der Fall ist, wo das Blat sauer reagirt. 
Sei es, dass die verminderte Alkalescenz im Blute Folge der 
Wasaerverlnste durch Diarrhoe ufld Erbrechen ist, oder doi'Ch die 
Absorption sauerer, vom Bacillus in den Facalstoffen hervorge- 
rufener Crähningsprodukte entsteht; sei es, wie Strauss and 
Bnux meinen, dass die infolge der heftigen Mnskelcontractlonen, 
anlässlich der fortschreitenden Äustrocknung, entstehende Ueber- 
prodaetion an Para-Milchsäure, oder endlich, dass die Anhäufung 
■von Kohlensäure im Blute die Schuld daran trägt; — so ist doch 
das einzig rationelle Mittel, um dem Blute sein Wasser, seine 
ChloiUre und Alkalien zurück zu erstatten — die Hypoder- 
m c 1 y s e mit Salz und Alkalien. 

Die Ei'fahrung wird uns über die beste Mischung für die 
Hypodermoclyse belehren, die Erfahning uns die besten "desinfici- 
rendeu, Parasiten- und Fermentwidrigen Mittel zeigen müasen, 
die für die Enteroclyse zu gebrauchen sind; aber das scheint mir 
unzweifelhaft zu sein, dass die Cholera auf keinem andom, als 
auf den beiden angegebenen Wegen rationell ond mit Vor- 
theil zu bekämpfen ist. 

Sie verwerfen, ohne sie mit wissenschaftlichem E^ste be- 
treten zu haben, zeugt nur von grossem Leichtsinn odei' unent- 
schuldbarer Fahrlässigkeit. Abgesclimackt wäre es, zu verlangen, 
dass alle Fälle auf jenem Wege geheilt werden miissten, wenn 
man den Nutzen dieser Heilmethode anerkennen soUte; als wenn 
das Chinin alle von Malaria Befallenen vor dem Tode schützt« 
und Quecksilber und Jod die an Hirn- oder Leber-Syphilis Leiden- 
den nicht sterben Hesse; und doch sind beide Mittel anerkannte 
Speciflca gegen diese Krankheltenl 

Es ist klar, dass nicht alle Cholerakranke genesen und dass 
die Hypodermoclyse nicht &r alle Stadien und alle E'älle genügen 
kann. Ebenso wenig kann die Tannin-Enteroclyse ihre Abortiv- 
wirkuug in allen den Fällen äussern, in welchen die Infection an 
sich zu heftig ist, ebenso wenig wie die Vaccine in allen Fällen 
vor der Entwicklung von Variola und zwar von sehr starker 
Variola behütet. 

Ist die Gfewebseintrocknung zu weit vorgeschritten, ist durch 
Unterbrechung des Stoffwechsels und den chemischen Zerfall vieler 
Gewebselemente, sowie durch Anhäufung giftiger Auswurisstoffe 
erst eine unabänderliche Stöiiing eingetreten, z. B. eine schwere 



BcrecbtiguDg <lt.ir belilen Meihodtu, 

toxische Nephritis, oder Degenei-ation der Herzmuskell'asari 
der Nerven-Centren, so dasa die Function diesör Organe uiiwiecled 
bringliiib verlorPQ ist, — so venuag kein Mittel der Well dsi 
fliehende Leben autzuhalten. 

ICinc einmalige Hyiiodeiinoelyse kann in der Regel einei 
dauernden Erfolg niclit bewirken, weil der Verkehr der im Blut^ 
angehäuflen Auswurfsstoffe begünstigt, ja sogar diu'ch die Besseru] 
der KreifiliiufsverhältoBse wieder hergestellt wird und dadnrcfl 
aufs Neue Blutvergiftung herbeiführen musw. Die mehrmaligi 
Wiederholung der Hypoderuioclyse ist in den schweren Fällei 
durchaus ertorderlich, wenn man ihre wohlthuende Wirkung festJ 
halten will, und dürfen die Pausen zwischen <ier einen und dm 
andern nicht zu lang sein. 

Die Hypodernioelyse ist uuabweislich angezeigt, sobald dil 
Kranken zu viel Wasser zu verlieren anlangen, in welchej 
Fällen sie sicherlich sehr wohlthuend wirkt Man darf nid 
meiuen, tlass offenbar sehr reichliche Wasserverluste stattflndeii 
müssen, um die Hypodermoclyse dann erst anzuwenden. Mancbi 
Ki'anke hat ÜO— 30 Stühle im Tage, aber verhältuissmässig seh^ 
geringe nnd verliert dann, da er um des heftigen Durstes Willem 
viel trinkt und ein grosser Theil der Schleimbaut noch zu abson 
biren lorttähi't, in 24 Stunden weniger Wasser als eiu ändert 
der nur 5 bis 6, aber sehr reiclüiche Ausleerungen hat und daba) 
weniger Wasser im Getränk zum Ersatz des verlorenen zu abaor-l 
blren vermag. Ueberdies, wie oben gesagt wurde, ertragen dJel 
verschiedenen Kranken ein- und dieselbe Menge Waaserverlust i 
verschiedenem Grade; die Gewebe des einen erliegen bei verhält-.'l 
nissmässig geringem Wasserverlusl grösseren Emähi'ungsstörangeB, 
als die eines andern bei grossem Verlust. Ferner ist, wie gleich^ 
falls erwähnt wurde, die Zeit, in welcher eine gegi 
Wasaermenge dem Körper entzogen wird, von grosser Bedeutuuf 
Wenn man das Verschvrinden des Pulses abwarten will, ehe mai 
die Hyiiodermoclyse anstellt, so kann man leicht den gUastigeflJ 
Zeitpiuikt verlieren, weil auch das Absorptionsvermögen verloreBj 
gegangen sein könnte. 

Man kann mit der Hypodermoclyse auch noch während de! 
asphyktischeu und des typhoiden Stadiums rationell vorgehen, 
einfach die Ausscheidung der Auswurfs- und giftigej 
Stoffe aus Geweben und Blut zu fördern, aber man darfala 



Kerui'tici^uug dut btidea MethodeD. 



76 



dann uitiht zu viel Hoftiiung sich machen, — auch 
darf man niclit zu grosse. Mengen auf eimaal einsiesseu, äondern 
, lieber viele und kleine Hypwdermoulysun in kurzen Pansen ver- 
[ Anstalten. 

Das ziu' Hyi)odermoclyse zu venvenilende Wasser niuss immer 

I d 6 s t i 1 1 i r t und liehufc Sterilisation abgekocht sein, — eine 

I Vorsichtsraassregel , die niclit immer streng befolgt, ja im Gegen- 

[ tbeil meiatens vernachlässigt worden ist, Sie ist aber für die 

Zukunft dieser Heilmethode von hoher Wichtigkeit, Auch der 

IVoakai' und die betr. Canille müssen in jedem Falle iii 5";,^ Car- 

bolsäure, oder besser durch ülühen über einer Weingeistflamme 

Isterilisirt sein. Wo diese Vorsieht gebraucht wurde, haben 

»Abscesse, die indess ü1;)erhaupt nur in wenigen Fällen vorkamen, 

1 nicht gebildet. 

Die Technik der Hjpoilermofiljse betreffend, Laben sich aus 

I unseren Erfahrungen folgende Punkte ergeben: 

1. Das alkalische Salzwasser, — bestehend aus Chlor-Natrium 
|4,i„ Natr. carbon. S,^, Äq, lül)0 CG.. — muss wenigstens bis 

38" C. erwärmt sein. Die besten Erfolge wurden bei einer 
[ Temperatur von BU" C, in einigen Fällen bis zu 40" C. erreicht 
iDie Temperatur muss immer auf demselben Grade erhalten 
Iwerden. Als Eegel kann, nach Dr. Perli, gelten, daas die 
iHand über der Einstichsbeule die Wassertemperatur deutlich er- 
I keimen lasse. 

2. Die beste Gegend, wo die Beule am leichtesten sich er- 
I hebt und die Resorption rasch und ohne Unbequemlichkeit statt- 
[ Andet, sind die Eleo-Costal-Gegenden; an anderen Stellen dehnt 
[ eich die Haut nicht so leicht und die Eesorption findet entweder 
I langsam, oder gar nicht statt. Das freie Ende der Ganüle muss 
I gegen die Bauchwand gerichtet werden. 

3. Die Seitengegend des Halses (SamuelV Ein- 
ihsstelle) muss durchaus vermieden werden, weil in 

Iden wenigen Fällen, wo sie gewählt wui-de, der Erstiekungs- 
Jtod durch Glottisödem erfolgte. 

4. Die Hypodermoclyse braucht nicht immer au 2 Punkten 
Ides Körpers gleichzeitig zu geschehen. 

ö. Die iujeclionsin enge für 1 malige Hypodermoclyse 
ftsoll in der ßegel 1500 CG. nicht übersteigen, d. i. im asphykti- 



76 KfvefhtigTiiig der t'uiilcu MiaÜioJpu. 

seiim Stadiiuu; tei licriDgarer GewebeeintrocknunjE; genügen i 
\m lUMl CC, im t.>iihoseH StH-lima ÖOO— filXt VC. 

6. In den raeiaten FäUeu isfdie melirmalige Wiede 
Ii <i 1 u Q g UAcli kui'zer Zeit nnerlässUch und zwar Vk der Pid 
sicli httbt, dw Äthwm frekr wird, die Cyanose sicli mindert, i 
Urinsecreliou eintritt; unerlilsslich je schwerer der Fall, insb« 
sonder« iib(«r im lyplididen Zasiande tmd dann in noch kürzerer 2 

7. .Te melir die Kälte und LälimODgsenicbeiniing'eD Uerv«q 
treten, nm so wärmer mu!iä die Injectionsmasse sein; 39" — 40''fl 
Bei bttftig^r Beaction Im typhoiden Sladinm erltalte man die Tem 
peratur anf STü" — 38" C, bei sehr hohem Fieber auf um- 37" 

K. t*i» zweckmä&si^le loätnunent zur Uypodennoclyse i 
das von Scarpit ti und Barberu (s. Abbi Iduug). Dasseld 




besteht aus ub«id doppelten Bebjtll«-: der innere («)firj 
Ili!}ectioitsflUssi^eit bestimmt, fasst i Liter, der ilnüsere ( 
■it einem Wollenltippeu «u untkleideu. 3 — 3 Liier Wannwas 
■n die Temperatar Kleicfamäi^sig xn •^rluüiii-ii- Vqil 
ina«rD Behälter ^hen 2 Kantsc^nkrohn^ ><■) ab. 2 Mei«r 1 
mit E&hoen dirht nnter den Behälter. I>ie Kohre siitd mit « 
CdaUe and di«se wieder mit einem Hahn versehen: nnta^atb i 
letzterea mnadei die Canäle in A«a Tn<ikar. mil welchem ( 
Hont durchbohrt wird. Der jtais^ere Beb3Uter tn t;le><:hfaU« i 
ÖBea Kaia d' Terseheo. der ^eüffiiet wird, am da? W^'^«- t 
nhsseo, wenn der Apparat ucht m«-hr Mbraocb wird. — Vol 
dem Gcbruch werden Trctikar nml ««^in-:- Hälse mit Carbobln 
desiafiein, <td«r besser aber eiaer S{iihta:»äajuae ^tenli;sin. - 



Uerei:hligiiiig fier beiden M<it)ibüeu 

■ Die Hülse des Troikars ist spitewinklich mit der Canülb ver- 
I bunden, sie hat einen Verschlusshahn und am Troikai-Htüet ist ein 
Gumiuiballon ziu' Vermeidnng des Lufteintrittes beim Zuröckzielien 
des Stileti^ angebracht (Dieulafoy's Troikar). 

Nachdem die Hä.hne am Kautschnkrohre geöffnet sind, ksse 
E man uoch vor der EinfUhraiig des Sliletes in die Hülse etwas 
I WasKüF ah, um die Luft auazutreibeu; nach erfolgtem Einstich in 
\ die Haut wird das Stilet bis hinter- den Hülsenhahn zurückge- 
W)gen und dieser geschlossen; die Flüssigkeit Üiesst nunmehi- aus 
dem innern Behälter direkt unter die Haut und büdet daselbst 
L eine Beule, Wird letztere zu gross, d. h. geschieht die Kesorplion 
Ksa langsam, ao schliesst man den uutem Hahn am Kautschuk- 
Irohre und massirt ein wenig. Bildet sich eine Beule nicht oder 
■za langsam, so darf man mit der Ti-oikai'hülse das üntei'haut- 
■Bindegewebe ein wenig lockern. 

Ein anderer ziemlich guter Apparat, der tiii' den Gebrauch 

Bin den engen Stuben der Armen zweckmässig ist, wurde von 

Pivetta angegeben und besteht in einer 3halsigen grossen Glas- 

Jflasche, deren 2 Oetftiungen mittelst durchbohrter Korke, durch 

reiche die Gummischläuche vom Boden der Flasche aus nach 

tausseu geführt werden, ■verschlossen sind, während ein Gummi- 

"ballon mit Schlauch, der in die dritte Oefliiung passt, durch 

ICompression mit der Hand den erforderlicheji liUftdruck zum Aua- 

■treiben der lujectionsüüssigkeit besorgt. Das Ganze steht in einem 

■loit warmem Wasser gefüllten Becken, um die nöthige Tempei'atur 

L reguliren, wozu noch ein Thermoineter angebracht ist 

Die sonst uoch von Andei-en in Gebrauch gezogenen Apparate 
IffiCgen hier unerwähnt bleiben, da sie den Zweck nicht vollständig 
leriüIleiL*) 

9. In denjenigen Fällen, wo die Diarrhoe anhält, miiss man 
|der Hypodermoclyse die Tannin-Enteroclyse von 39—40" C. 
i 1,5 bis 2 Litei' Wasser 3 Grm, Ac. tann. voranschicken. 

Die Verbindung dieser beiden Verfahren ist es, 
%lche die Grundlage einer rationellen Cbolera-Be- 
iiandlung in allen Stadien bildet. 

Dass viele Fälle trotz der Hj-podennoclyse starben, ist ins- 
Ibesondere die Folge der Nichtbeachtung dieses Umstände«. Frei- 



') Ein naci] oliiger Abbiiduug angefertigter 
I Apparat ist b, I.uiiia & U. LoewensteiD, Berliu C, 



uod Tin Prof. Cautotii gebilligter 
iophienitr, 8, f. Ifi Mk. zu. haben. 



llerechttguug der beiden Methodi'n. 

Utll konnte di« blosse Wasserüint'Hlir unter fU« Haut die fortdaneraS 
Krankheit im Darme, die anhaltende WaHseraiisscheidiing bei Diarrli« 
nicht beseitigen; dazn bedurfte es eben der Tannin-Euteroclyt* 

Die dliulera kranken fiebern zwar in der Räactlonsperioä) 
ddch kann man im Kältestadium eigentlich nicht vom Fiebi 
sprechen, hfiehstens von einer Temperaturerhöhung im Inneiu i 
Fitlge der Verengung /der peripheriacheu Capillaren. Die Tet^ 
peratm' steigt ei-st dann, wenn das Blnt und die G-ewebe ttbei 
mfiääig eiügetrorknet und der Organismus durch die Menge d« 
Bichl. ausgeschiedenen Äuswuifsstoffe vergiftet ist. Der Cholera^ J 
proceas «elbst, wie auch die prämouitorische Diarrhoe, verlii 
ohne Fieber. Jenes Reactionstieber verdankt seinen Urspiimg dd 
chemischen Veraudeningen und Vorgängen in den G8web8eleinBiile( 
nicht der Chnlera-Infection , nicht dem Bacillus, es erinnert vid 
mehr, wenigstens zum Theil, an urämische und septichämisoll 
Procease. Gegen dieses Fieber giebt es kein besseres Mitttd, i 
dass man den KJlrper baldmiiglichst von seinen angeaanmiBlt^ 
Auswurfsslolten hefi-eit — und auch in dieser Beziehung Bind Hypo^ 
dei'maclyse und Enteroclyse die rationellsten, und wirksamsten Mitte 

Zum Schluss wollen wir nicht behaupten, dass mit dem Vm 
stehenden die Frage des Werthes der beiden Verfahren in i 
retisrher wie in praktischer Hinsicht abgeschlossen sei. Jedoq 
künnen wir versichei-n, dass die bis jetzt geförderten Ergebnisa 
ei-muthigend genug sind, um den eingeschlagenen Wej^ weiter .1 
verfolgen, vor Allem dem Umstände gegenüber, dass es bisher ( 
besseren, rationelleren und nnsrhädlicheren Mitteln gänzlich ge^ 
lehlt hat, 61",;, Geheilte auf 39" „ Todte bei der Hypodermoclys^ 
ist doch aller Elu-en werlh, — und die Tauseutle von Genesongeüfa 
bei Cholera-Diarrhöe nach einer einmaligen Tannininjection silH 
doch kein zu verachtendes Resnltat. 

Mfiglich, dass aucli diese Mittel im Laufe der Zeit ans deil 
Ärzneischatz vei'drängt und durch die Entwicklnng einer BacteriftiJ 
therapie, die eine grosse Zukunft zu haben scheint, wie vielg 
andere ilherfltts.'jig werden, — sicher aber sind bis jetzt die vii^ 
mir eingeschlagenen beiden Wege zur Bekam pfnul 
der Cholera diejenigen, denen man am meisten Vei-trauen euÄ 
gegenliringen darf, d;i sii". geradeaus auf deu Keni dar Biiclig 
losgehen. 



II UiwoM solimiiU iii KRiiiiiiii 



Inhalt 



Seite 

L Einleitung 1 — 4 

n. Ergebnisse bei Hypodermoclyse 5—13 

ni. Mit Hypodermoclyse behandelte Krankheitsfälle 

A. Geheilt 15—29 

B. Gestorben 30—45 

IV. Ergebnisse bei Enteroclyse 46—55 

V. Mit Enteroclyse behandelte Krankheitsfälle . . . 56—65 

VI. Berechtigung der beiden Methoden 66—76 

Zur Technik der Hypodermoclyse 75—78 



Abbildung: Apparat.